Koruldi-Seen und Chalaadi-Gletscher: Mutter aller Abenteuer

Koruldi-Seen und Chalaadi-Gletscher: Mutter aller Abenteuer

Unsere Wanderung zwischen Mestia, Koruldi-Seen und Chalaadi-Gletscher verlangte uns nicht nur Kraft, sondern auch Köpfchen ab. In Georgien zum ersten Mal auf über 3.000 Metern unterwegs, fanden wir uns im Kaukasus in einem Auf und Ab der Gefühle wieder. Eine Wanderung gegen die Zeit und gegen uns selbst. Geschrieben von Marc.

Von Mestia zu den Koruldi-Seen

Auf gut 1.300 Metern Höhe waren wir gestartet, auf etwa 2.300 Metern befinden wir uns gerade, auf 3.300 Metern werden wir heute noch wandern. Die ↠ Wanderung von Mestia nach Tsvirmi noch in den Beinen, sind wir in der Zwischenzeit drei Stunden lang gewandert. Seit der letzten Kreuzung sind 30 Minuten vergangen, als uns ein anderer Gipfelstürmer entgegenläuft und berichtet, dass wir uns – wie er – auf dem falschen Weg befänden. Nicht schon wieder! Der richtige Pfad verläuft ungefähr 200 Meter über uns.

Wir fassen uns ein Herz und kraxeln den Abhang nach oben. Um nicht abzurutschen, halten wir uns an Gräsern und Zweigen fest, bis wir schließlich schweißgebadet den Kammweg erreichen. Noch weitere 200 Meter Höhenunterschied, dann werden wir das erste Ziel unserer zweiten Wanderung in Georgien erreichen – die kleinen Koruldi-Seen bzw. Koruldi Lakes hoch über Mestia.

Tipp: Um besser einzuschätzen, auf welchem Wanderniveau wir beide uns bewegen, empfehlen wir dir einen Blick in unsere ↠ Wander-Tipps für Anfänger. Auch damit du besser abwägen kannst, ob unsere Wanderungen in Georgien für dich machbar sind oder nicht.

Koruldi Seen Georgien Wandern
Obacht: Wenn du dich auf diesem Weg befindest, wanderst du falsch. Also heißt es umkehren oder nach oben klettern.
Koruldi Seen Georgien Wandern
In Richtung Westen fällt der Bergkamm in Richtung Koruldi Lakes wellenförmig in ein Tal hinab.

Das Kreuz des Tshkhakezagari

Zuvor verließen wir Mestia wir in Richtung Nordosten – der Weg in Richtung Koruldi-Seen ist gut ausgeschildert – und durchquerten ein uriges Stadtviertel, in das sich zumindest am Morgen kaum Reisende verirren. Schon hier ging es steil auf. Doch die Idylle zwischen Wehrtürmen und jahrhundertealten Fassaden entschädigte jedes Zwicken.

Weiter ging es zum “Hausberg” Mestias, dem unaussprechlichen Tshkhakezagari auf rund 2.200 Metern Höhe. Wer will, kann sich per Jeep nach oben fahren lassen. Als Slow Traveller lachten wir uns ins Fäustchen, wenn die Luftverpester in einer der tiefen Gruben der Schotterpiste stecken blieben. Zu unserer Überraschung hatte es auch “Vanille” auf den Tshkhakezagari geschafft, ein Hündchen mit abgeknicktem Ohr, das uns am Vorabend in Mestia Gesellschaft leistete und seinen Namen wegen seines cremefarbenen Fells von uns bekam.

Uschba, der Schreckliche

Es ging tierisch weiter: Unter der Aussichtsplattform auf dem Tshkhakezagari machte es sich eine Kuh gemütlich. Ein Schäferhund machte uns deutlich, dass wir seiner Herde bloß nicht zu nahe kommen sollten. Das aufgeregte Kreisen der Schwänze einer kleinen Kuhherde mit Blick auf den ↠ Uschba kam da schon deutlich friedlicher daher. 4.737 Meter hoch, ist der Uschba eine Ikone des Kaukasus und am besten mit “schrecklicher Berg” zu übersetzen. Einen seiner beiden Gipfel wollen wir nicht erreichen. Doch wir wollen den Chalaadi Glacier sehen, der sich unterhalb ausbreitet.

Zunächst aber gilt es die Koruldi Lakes zu erreichen, die sich auf rund 2.700 Metern Höhe befinden. Als wir nach unserem Fauxpas den Weg zu den Hochgebirgsseen wieder erreichen, fühlen wir uns angesichts einiger der höchsten Berge Europas um uns herum klitzeklein. Die Baumgrenze haben wir zu diesem Zeitpunkt längst hinter uns gelassen. So richtig karg erscheint uns die Landschaft dennoch nicht. Links von uns fällt ein grüner Abhang in Richtung Mestia hinab. Wir können uns nicht sattsehen an seinen wohlgeformten Wellen, während rechts von uns schneebedeckte Vier- und Fünftausender die Grenze nach Russland bilden.

Koruldi Seen Georgien Wandern
Dem Uschba kommst du in Richtung Koruldi-Seen immer näher. Allerdings verschwindet der Riese zunächst mit jedem Höhenmeter weiter hinter einem Kamm.
Koruldi Seen Georgien Wandern
Muss fliegen schön sein! Im Hintergrund verläuft die georgisch-russische Grenze.

Ankunft an den Koruldi Lakes

Es ist – im wahrsten Sinne des Wortes – Meckern auf hohem Niveau, als wir bei Ankunft an den Koruldi-Seen enttäuscht dreinschauen. Wer an Bergseen denkt, denkt schließlich sofort an steil abfallende Klippen und eisblaues Wasser. Die Koruldi Lakes bieten nichts davon. Erstens sind sie vielmehr kleine Teiche. Zweitens eher schlammig als glasklar. Drittens liegen sie auf einer ziemlich flachen Hochebene. Und doch ist es ein Spektakel, wie sich die umliegenden Giganten auf ihrer Wasseroberfläche spiegeln.

Der Anblick der Koruldi-Seen könnte ein würdiger Abschluss unserer bislang vierstündigen Wanderung sein. Das Minimalziel des Tages haben wir erreicht. Mit Blick auf die Uhr wäre es gar nicht mal so unvernünftig, bereits umzukehren. Obendrein schmerzt mir bereits der Knöchel, John zwickt die Hüfte. Wir fühlen uns wie zwei junge Opis, die es noch mal wissen wollten.

Koruldi Seen Georgien Wandern
Die Koruldi-Seen erfüllen Trekkingträume nur bedingt. Der Ausflug auf 2.700 Meter Höhe lohnt trotzdem.
Koruldi Seen Georgien Wandern
Besonders ins Auge sticht dieses ziegelrote Exemplar der Koruldi Lakes.

Aufbruch zum Chalaadi Glacier

Beim Blick nach oben werden wir demütig. Es geht irre steil nach oben. So steil, dass selbst der Uschba nicht mehr zu sehen ist und sich hinter einem schroffen Kamm verbirgt, dessen Geröll bereits aus großer Entfernung Respekt einflößt. Erste Schneefelder zeugen davon, dass es dort oben deutlich ungemütlicher wird. Doch heute wollen wir zum ersten Mal die 3.000 Meter knacken und den Chalaadi-Gletscher sehen. Wir schnüren die Wanderschuhe so fest es geht und nehmen Anlauf zu einem Abenteuer, das wir so noch nicht erlebt haben.

Wenn wir auf unseren Wanderungen bislang eines gelernt haben, ist es die Wichtigkeit der Trittfestigkeit. Wenn der Boden nicht mitspielt, löst auch ein kleiner Hügel im Flachland keine Wanderfreuden aus. Unsere Wanderschuhe haben schon einige Höhenmeter hinter sich und konnten sich auf verschiedensten Untergründen bewahren. Doch die Wanderung am Uschba stellt auch sie vor Herausforderungen. Nicht nur bemerken wir zum ersten Mal, wie die Luft im Hochgebirge mit jedem Meter dünner wird. Auch der Boden schlägt uns ein Schnippchen.

Chalaadi Gletscher Mestia
Auf der linken Seite ist gut erkennbar, wie sich der Wanderweg von den Koruldi-Seen aus steil nach oben schlängelt.
Chalaadi Gletscher Mestia
Von den kleinen Koruldi Lakes ging es für uns weiter in Richtung Chalaadi-Gletscher.

Zwischen Mestia und Chalaadi-Gletscher

Feines Geröll zerbröselt mit jedem Schritt nach oben unter unseren Füßen. Es zehrt an den Kräften, dass wir immer wieder ein paar Zentimeter nach unten rutschen. Das Atmen fällt schwerer, während wir damit kämpfen, die richtige Strategie für den Aufstieg zu finden. Ich entscheide mich, auf allen Vieren zu laufen. Am Rande des Weges finde ich Stabilität an größeren Steinen und Felsen, an denen ich mich vorsichtig entlang hangele.

Bald passieren wir erste Schneefelder, die das ganze Jahr über liegen bleiben. Der Blick nach oben flößt Respekt ein. Noch mehrere 100 Meter werden wir auf Geröll wandern. Auf beinahe durchgehend steilem Pfad, der kaum Zeit zum Verschnaufen lässt. Der Blick zurück nach Mestia lässt mit dem Kopf schütteln. Das Tal des Mestiachala scheint ewig weit weg. Das kräftige Grün rund um die Koruldi-Seen schafft einen krassen Kontrast zum Geröll, das mal grau, mal schwarz, mal rotbraun um uns herum zerrinnt.

Chalaadi Gletscher Mestia
Linker Hand breitete sich bald ein erstes Schneefeld auf. Im Spätsommer konnten wir jedoch bis auf etwa 3.000 Meter im T-Shirt wandern.
Koruldi Seen Georgien Wandern
Die Koruldi-Seen aus der Vogelperspektive.

Zum ersten Mal auf 3.000 Metern

Als wir die 3.000 Meter erreichen, sind wir voller Stolz. Und doch wird uns bange. Die Uhr tickt. Und während anderen Wanderer:innen auf dem Weg zum Chalaadi Glacier im Jeep zurück nach Mestia kutschiert werden, legen wir die gesamte Strecke zu Fuß zurück. Sollten wir besser umkehren, ohne den Gletscher überhaupt gesehen zu haben? In jedem Blickkontakt zwischen John und mir schwingt Unsicherheit mit. Und so können wir es nicht fassen, als wir voller Vorfreude den Kamm erreichen, hinter dem wir den Chalaadi-Gletscher vermuten.

Doch wir stellen fest, das uns der Aufstieg einen weiteren Kamm vor die Nase setzt – und beginnen zu diskutieren. Es bleibt beim Geröll. Die Schneefelder werden größer. Ein immer kräftigerer Wind saust um unsere Ohren. War der Wanderpfad bis eben zumindest noch ansatzweise zu erkennen, verschwindet er nun Mal ums Mal. Wir können uns einzig an zwei anderen Wanderer:innen orientieren, die ein paar 100 Meter Luftlinie vor uns dem Ziel bereits ein Stück näher sind.

Chalaadi Gletscher Mestia
Manche Schneefelder auf dem Weg zum Chalaadi-Gletscher halten das ganze Jahr über durch.
Chalaadi Gletscher Mestia
Ist das links ein Wanderweg? Wir wissen in der Retrospektive selbst nicht mehr, ob es nicht doch eher ein Irrweg war.

Selbstzweifel am Chalaadi-Gletscher

Wir machen weiter. Doch bald befinden wir uns oberhalb eines Schneefelds und geraten nacheinander kurz ins Straucheln. Rechts von uns geht es steil bergab. Nach vorne geht nichts mehr. Auf gleicher Strecke zurück? Auch nicht viel ungefährlicher. Umkehren? Jetzt? Kurz vor dem Chalaadi-Gletscher? Wir steigen zunächst ein paar Meter bergab, um entlang des Schnees in eine sichere Senke zu wandern.

Lagebesprechung. Wir sind eine Stunde hinter Zeitplan. Selbst wenn wir den Rückweg optimistisch einschätzen, wird es inzwischen knapp, vor Sonnenuntergang in Mestia anzukommen. Gefühlt müssen wir alle 50 Meter eine Pause einlegen, um uns an die dünne Luft auf über 3.000 Metern zu gewöhnen. Doch obwohl es kaum vernünftige Argumente gibt, weiter in Richtung Chalaadi-Gletscher zu wandern, können wir es nicht lassen. Wenn es andere schaffen, dann schaffen wir es auch! Auch wenn wir uns morgen mit Muskelkater kaum mehr bewegen können werden.

Chalaadi Gletscher Mestia
Über drei Stunden verbrachten wir im Kaukasus hoch über Mestia zwischen Geröll und Himmel.
Chalaadi Gletscher Mestia
Wer 2.000 Meter nach oben wandert, muss mit solch schwindelerregenden Aussichten leben können.

Kurz vorm Ziel: Nichts geht mehr?

Inzwischen befinden wir uns auf über 3.300 Metern. Über uns hören wir bereits die ersten Rufe der Erleichterung und wissen: Da oben kommt kein weiterer Kamm. Da oben werden wir den Uschba wiedersehen. Eine letzte Steilwand liegt vor uns, auf der es endgültig kaum mehr Halt zu geben scheint. Mal ums Mal verschieben sich einzelne Steine unter unseren Füßen und Händen. Werden wir es schaffen?

Ich weiß nicht, was in dieser Situation mit mir passiert. Doch von einer Sekunde auf die andere realisiere ich, dass des Rätsels Lösung im Tempo liegt. Ich nutze meine plötzlich wieder entdeckten Kraftreserven und schnelle die Wand auf allen Vieren nach oben. Durch mein Tempo gebiete ich es dem lockeren Boden nicht, unter meinen Füßen wegzurutschen. Und plötzlich sehe ich die beiden Gipfel des Uschba vor mir.

Chalaadi-Gletscher: Den Uschba im Blick

Freuen kann ich mich in diesem Moment noch nicht so richtig. Denn der kurze Wahnsinn, der mich gerade nach oben getrieben hat, hat John noch nicht ergriffen. Er winkt ab, bleibt sitzen. Um zu realisieren, welche inneren Grenzen ich gerade überschritten habe, suche ich mir ein sicheres Plätzchen und setze mich hin. Ich schaue auf Mestia hinab und frage mich erneut, wie zur Hölle ich diese Strecke zurückgelegt habe. In etwa sieben Stunden haben wir rund 2.000 Höhenmeter zurückgelegt. An den vor uns liegenden Rückweg kann und möchte ich in diesem Moment nicht mehr denken.

Plötzlich sehe ich gut 40 Meter unter mir einen Kopf aus dem Geröll aufsteigen. Ich muss aufpassen, dass mir in diesem Gefühlszustand keine Träne die Wange hinunterrollt. John hatte offensichtlich einen Moment gebraucht, um die Geisteskraft zu entwickeln, das letzte Hindernis zu überwinden. Doch auch er hat seine persönlichen Grenzen erweitert. Ein Glück, dass wir diesen Moment teilen können.

Chalaadi Gletscher Mestia
Auf dem Rückweg nach Mestia galt es für uns, noch einmal die Panoramen auf den Kaukasus zu genießen.
Chalaadi Gletscher Mestia
Blick zurück auf die immer kleiner werdenden Koruldi-Seen.

Höhenangst auf 3.400 Metern

Langsam kühlen meine Emotionen ab und lassen mich verstehen, dass wir diese letztes verdammte letzte Stücke nun wieder hinunter müssen. Ich lerne zum ersten Mal kennen, was Höhenangst ist. Bin ich auf den allerletzten Metern nach oben aufrecht gelaufen, so klammere ich mich nach unten geradezu an die schroffen Felsen.

Bis wir wieder das elende Geröllfeld vor uns erblicken. Doch vom Anblick des Chalaadi-Gletschers euphorisiert, beginnen wir im Sauseschritt Höhenmeter für Höhenmeter nach unten zu springen. Was bergauf ein Grauen war, ist nun die reinste Komödie: Das Geröll liegt so locker, dass wir bergab eher das Gefühl haben, auf einer riesigen Sanddüne zu wandern.

Chalaadi Gletscher Mestia
Bergab stellte das Schiefergeröll beim Chalaadi-Gletscher kein Problem mehr da.
Chalaadi Gletscher Mestia
Auch die letzten Schneefelder zwischen Uschba und Koruldi-Seen ließen wir bald hinter uns.

Chalaadi-Gletscher: Rückweg nach Mestia

Auf dem Weg zurück vom Chalaadi Glacier zu den Koruldi-Seen bleibt damit die einzige Gefahr, zu viel Tempo aufzunehmen und vor eventuellen Hindernissen nicht schnell genug zum Halt zu kommen. Doch mal ehrlich: Wir haben gerade das für uns Unschaffbare gemeistert! Und so sprinten wir Meter für Meter nach unten.

Für den Aufstieg zwischen Koruldi Lakes und Chalaadi-Gletscher benötigten wir drei Stunden. Auf umgekehrter Strecke ist es gerade mal eine halbe! Selbst das Zeitproblem hat sich dadurch in Luft aufgelöst. Wir werden pünktlich zum Sonnenuntergang in Mestia ankommen. Uschba, wir waren dir nahe. Wir werden dich wohl niemals erklimmen. Doch der Berg, den wir heute in uns selbst überwunden haben, ist höher als der Mount Everest.

Chalaadi Gletscher Mestia
An dieser Stelle waren die Koruldi-Seen bereits wieder sehr nahe.
Koruldi Seen Georgien Wandern
Rückblick nach oben: Dahinter wartet ein weiterer Kamm, bevor du den Chalaadi-Gletscher zu sehen bekommst.

In Kürze: Unser 1 THING TO DO für Mestia, Georgien

Was? Die Wanderung von Mestia zu den Koruldi-Seen bis zur Aussicht auf den Chalaadi-Gletscher zu verlängern.
Wo?
Routenbeschreibungen findest du weiter unten. Für die Strecke bis zum Chalaadi Glacier und zurück nach Mestia brauchten wir – bei einigen Umwegen und Pausen – insgesamt elf Stunden.
Wie viel? 
Keine Eintrittsgebühren. Kosten fallen lediglich für Proviant und Wasser an, wovon du genügend im Rucksack dabei haben solltest.
Warum? Um vis à vis mit dem Uschba deine eigenen Grenzen zu überwinden.

Chalaadi Gletscher Mestia
Geschafft! Uns zwar in beiden Sinnen des Wortes.
Wandern Mestia
Als wäre alles wie geplant gelaufen, erreichten wir Mestia zum Sonnenuntergang um kurz vor 20 Uhr.

Route: Wanderung von Mestia zum Chalaadi-Gletscher

Die Wanderung von Mestia zu den Koruldi-Seen nahm in unserem Falle ziemlich genau vier Stunden in Anspruch – inklusive einmal falsch abbiegen. Für den Rückweg solltest du von dort mindestens zwei Stunden einplanen. Die Verlängerung bis zum Chalaadi-Gletscher und zurück zu den Koruldi Lakes nahm in unserem Falle weitere fünf Stunden in Anspruch. Eine Routenbeschreibung findest du hier sowie auf und auf ↠ Caucasus Trekking.

  • In Mestia den Sveti Square in Richtung Osten verlassen, bis linker Hand ein Schild den Weg in Richtung Koruldi-Seen weist. Der Kennzeichnung folgen.
  • Die Strecke hinauf zum Tshkhakezagari verläuft etwa ab der Hälfte großenteils entlang einer Schotterpiste, die auch von Jeeps befahren wird. Es gibt hin und wieder die Möglichkeit, eine Serpentine auszulassen und entsprechend abzukürzen. 
  • Es existiert auch eine zweite Variante, auf den Tshkhakezagari zu gelangen, die auf mancher Wanderkarte beschrieben wird. Wir nutzten diesen Weg für den Abstieg und können nur davon abraten. Die Luftstrecke ist zwar deutlich kürzer, doch entsprechend steil geht es auf porösem Waldboden bergauf bzw. bergab. Ohne jegliche Beschilderung.
  • Vom Tshkhakezagari geht es gerade aus weiter in Richtung Uschba. Etwas tricky wird es ausgerechnet am Wegweiser, der in Richtung Koruldi-Seen bzw. Mazeri (via Guli-Pass) zeigt. Er steht etwas abseits und verleitete uns dazu, den falschen Pfad einzuschlagen (Stand: August 2017). Richtig ist der Weg, der auf dem Bergkamm verläuft – also rechts halten.
  • Wenn du wie wir weiter in Richtung Chalaadi-Gletscher laufen möchtest, solltest du spätestens 14 Uhr an den Koruldi Lakes ankommen, trittfestes Schuhwerk besitzen und gut in Schuss sein.

In Georgien wanderten wir ohne Offline-Karten. Wir empfehlen dir auf jeden Fall, im Vorfeld der Wanderung zum Beispiel die ↠ MAPS.ME-Karten für Georgien herunterzuladen!

Das Video zur Wanderung am Uschba

Einige Eindrücke unserer Wanderung von Mestia über die Koruldi Lakes zum Chalaadi-Gletscher bekommst du auch im Video zu unserer Kaukasus-Reise (ab 3:43 Minuten) zu sehen. Film ab!

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

PGlmcmFtZSBzcmM9Imh0dHBzOi8vd3d3LnlvdXR1YmUtbm9jb29raWUuY29tL2VtYmVkL1ItckhjdTVEWVBRP2NvbnRyb2xzPTAiIGZyYW1lYm9yZGVyPSIwIiBhbGxvd2Z1bGxzY3JlZW49ImFsbG93ZnVsbHNjcmVlbiI+PC9pZnJhbWU+

Nach diesem Artikel glaubt man es kaum, doch am Ende unserer ↠ Kaukasus-Reise sollte die Wanderung von Mestia zu Koruldi Lakes und Chalaadi Glacier nicht die ereignisreichste gewesen sein. In ↠ Kazbegi flüchteten wir später von einem Gewitter zurück ins Tal. Im nahegelegen ↠ Juta stellten wir schließlich fest, dass wir auf einen Wasserfall zuwanderten.

Reisen um zu reisen!
John & Marc

Veröffentlicht oder inhaltlich überarbeitet am:


4 Antworten zu “Koruldi-Seen und Chalaadi-Gletscher: Mutter aller Abenteuer”

  1. Hallo ihr Beiden,

    ein sehr schöner Beitrag, bei dem ich direkt wieder an meinen atemstockenden Aufstieg zu den Koruldi Seen denken muss :). Als ich dort war lag bereits Schnee entlang des Weges, umso mehr begeistern mich eure noch recht sommerlich anmutenden Fotos der Strecke. Respekt, dass ihr dann sogar noch zum Gletscher weitergelaufen seid. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

    Liebe Grüße,
    Marie

    • Vielen lieben Dank! 🙂 Im September mussten wir in der Tat erst ab etwa 3.000 Metern den Pulli überziehen… liebe Grüße!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.