Sei kein Depp: Wander-Tipps für Anfänger

Wandern ist für viele der Inbegriff von Freiheit. Auch für uns! Seit Jahren vergeht kein Sommer, in dem wir nicht mindestens einmal auf über 2.000 Metern die Natur genießen. Doch um diesen Genuss auskosten zu können, bereiten wir unsere Abenteuer inzwischen gut vor. Das Wichtigste im Wanderrucksack ist allerdings unsere Erfahrung, die wir in Form unserer Wander-Tipps mit dir teilen möchten. Für alle, die hoch hinaus wollen! Geschrieben von John & Marc.

Wandern Tipps Anfänger

Nach so viel Auf und Ab in den vergangenen Jahren wird es Zeit, einige unserer Wander-Tipps mit dir zu teilen.

Ein Depp ist ein Depp?

Vor ein paar Wochen kommentierte ein User, dass unsere Wanderberichte unverantwortlich seien. In Jeans durchs Hochgebirge! Bei aufziehenden Regenwolken! Er bezog sich damit auf unsere erste gemeinsame Wanderung über 2.000 Metern. In der Tat bestiegen wir den Rysy in der Hohen Tatra 2015 ziemlich blauäugig, es war eine Premiere. Vielleicht würden wir die Wanderung heute anders angehen.

Den Kommentar haben wir gelöscht, da wir uns nicht beleidigen lassen. Ein Funken Wahrheit steckte trotzdem darin: Mit steigenden Leserzahlen haben wir auch eine Verantwortung. Unser Wanderbericht aus der Hohen Tatra ist einer der meistgelesenen auf 1 THING TO DO. Und so wollen wir mit diesem Artikel einmal darüber aufklären, wie wir als mittlerweile fortgeschrittene Wanderer unsere Abenteuer angehen.

Unsere bisherigen „Höhepunkte“ über 2.500 Metern

Rysy, Hohe Tatra, Polen • 2.503 Meter
Bobotov Kuk, Durmitor, Montenegro • 2.522 Meter
Skala, Olymp, Griechenland • 2.866 Meter
Furmanov/Bashuta, Tian Shan, Kasachstan • ca. 3.200 Meter
Koruldi-Seen/Chalaadi-Gletscher, Kaukasus, Georgien • ca. 3.300 Meter
Chaukhi-Pass, Kaukasus, Georgien • 3.341 Meter
Racek-Hütte/Ala-Artscha-Nationalpark, Tian Shan, Kirgisistan • ca. 3.400 Meter
Tulparköl/Gletscher, Tian Shan, Kirgisistan • ca. 3.600 Meter
Alaköl-Pass, Tian Shan, Kirgisistan • ca. 3.900 Meter

Die zugehörigen Artikel findest du auf der Übersichtsseite Wanderberichte.

Wandern Tipps Anfänger

Den bislang höchsten Punkt erreichte Marc in Kirgisistan, circa 400 Meter über dem Alaköl.

Tipps zur Vorbereitung

Die eigenen Grenzen kennen

Wandern wird zum Abenteuer, wenn wir unsere persönlichen Grenzen überschreiten. Das geschieht gerne mal ungeplant, etwa wenn wir vom Weg abkommen oder er hindernisreicher ist als gedacht. Um deine Grenzen in vernünftigem Maße (!) überschreiten zu können, solltest du jedoch herausfinden, wo diese eigentlich liegen.

Immer wieder erreichen uns zum Beispiel Anfragen, ob eine unserer Wanderungen auch für etwas ältere Naturfreunde machbar sind. Aus der Ferne ist das schwierig einzuschätzen, und doch versuchen wir stets unser Bestes, uns in die Lage der entsprechenden Person zu versetzen. Das kann aber nicht deine eigene Einschätzung ersetzen:

  • Wie lange kannst du bergab oder bergab laufen?
  • Hattest du schon mal Probleme mit den Knien?
  • Machen dir kürzere Kletterpartien etwas aus?
  • Hast du Höhenangst?
  • Liegen dir starke oder schwache Anstiege mehr?
  • Benötigst du unterwegs viele Pausen?
  • Wie reagiert dein Körper auf Höhenluft?

Das sind nur einige Fragen, die bei der Wahl der Wanderroute bedacht werden sollten. Nach all den Jahren wissen wir inzwischen ziemlich genau, für welche Wanderroute wir uns entscheiden. Zumeist sind das Tageswanderungen mit circa 25 Kilometern Länge – je nach Höhenprofil auch mal etwas mehr. Als Anfänger solltest du es langsamer angehen lassen, und beispielsweise im Mittelgebirge deine Kondition testen, wie wir einst auf dem Heinrich-Heine-Weg beim Wandern auf den Brocken.

Wandern Tipps Anfänger

Beginn der Wanderung zum Bobotov Kuk, dem höchsten Berg in Montenegro.

Die passende Wanderroute wählen

Für die Recherche nutzen wir neben Reiseblogs und -führern gerne die Plattform Wikiloc, auf der du tausende Wanderrouten in aller Welt finden kannst. Wir orientieren uns dabei vor allem an der Länge der Strecke, an der Dauer der Wanderung sowie am Höhenprofil, um herauszufinden, ob die Wanderung für uns machbar ist. Wichtig: Die dort angegebene Klassifizierung in „einfache“ oder „schwierige“ Wanderungen ist häufig sehr subjektiv.

Das heißt: Auch wenn wir es lieben, uns treiben zu lassen und der Spontaneität Vorrang zu lassen, bereiten wir unsere Wanderungen intensiver vor. Zwecks Zeitplanung orientieren wir uns dabei stets am Sonnenuntergang. Heißt: Spätestens wenn die Sonne verschwindet, wollen wir in Sicherheit sein. Die geplante Wanderzeit splitten wir in 60 Prozent für den Hinweg sowie 40 Prozent für den Rückweg auf; unterwegs haben wir die Uhrzeit laufend im Blick, um zu wissen, wie viel Puffer für Pausen und Umwege wir haben.

Eine typische Tageswanderung von uns

Länge: 20 bis 30 Kilometer
Höhenunterschied: 800 bis 1.200 Meter
Dauer: 8 bis 10 Stunden
Jahreszeit: Mai bis September
Gepäck: 7 bis 8 Kilo, davon die Hälfte Wasser
Ohne Zelt, Schlafsack, Isomatte etc.
Ohne Wanderstöcke und sonstige Ausrüstung

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Auch in den rumänischen Karpaten unternahmen wir bereits eine Wanderung, die uns auf knapp 2.000 Meter Höhe führte.

Unterwegs zurecht finden

Wenn du schließlich unterwegs bist, gilt es, die Route der Wahl „im echten Leben“ zu finden und bis zum Ende hin – zumindest einigermaßen – einzuhalten. Am Rysy waren wir übrigens sogar mit einer echten Karte unterwegs, die wir am Ende allerdings gar nicht brauchten. Seitdem reichte uns Google Maps in der Regel als Navigator aus, auch wenn nur wenige Wanderwege darin zu finden sind.

Eine neue Entdeckung, die Marc in Kirgisistan auf jeder Wanderung nutzte, ist die App MAPS.ME. Die Offline-Karten nehmen nur wenig Speicherplatz in Anspruch und beinhalten zahlreiche Wanderwege, die Google Maps in dieser Detailliertheit nicht aufweisen kann. Auch die Navigation funktioniert offline, zudem zeigt die App in der Regel das Höhenprofil deiner Strecke an. Daneben verweist MAPS.ME auch auf den einen oder anderen Aussichtspunkt sowie einige Wasserstellen.

Als ebenso hilfreich erachten wir mittlerweile die Kompass-App, die auf unseren iPhones bereits vorinstalliert war. Neben der Himmelsrichtung zeigt diese auch die aktuellen Höhenmeter über Normalnull an. Das ist nicht nur ein spannendes Gimmick für Zahlenfreaks wie uns, sondern auch ein wertvolles Tool, um abzuschätzen, wie lange du noch unterwegs sein wirst – und unter welchen Anstrengungen.

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Verloren im georgischen Dschungel: Insbesondere im Kaukasus kamen wir das eine oder andere Mal vom Weg ab.

Tipps zur Ausstattung

Die richtige Kleidung wählen

In Röhrenjeans durchs Hochgebirge, das würde uns heute nicht mehr einfallen. Besonders großen Wert auf die Bekleidung legen wir allerdings noch immer nicht, da dies bei Tageswanderungen – in der warmen Jahreszeit – unserer Erfahrung nach nicht essenziell ist. In der Regel tragen wir entweder eine kurze Jeans- oder Sporthose, darüber ein Tanktop oder T-Shirt. Wichtig: Deine Hose sollte gut sitzen, denn das ständige Hochziehen kann gerade in brenzligen Situationen Balance kosten. Um auch für einen Wetterumschwung vorbereitet zu sein, kommt außerdem eine leichte Regenjacke, ein Pulli sowie zumeist eine lange Jogginghose in den Rucksack.

Ein deutliches Plädoyer sprechen wir für das richtige Schuhwerk aus. Unsere Wanderschuhe mit Profilsohle und die zugehörigen Wandersocken mit spezieller Polsterung beschafften wir uns für besagte Wanderung auf den Rysy. Noch immer sind sie im Einsatz. Hierbei gilt zu beachten, dass die Wanderschuhe über die Knöchel hinaus gehen sollten – besonders bei schwierigen Bodenverhältnissen ein dicker Pluspunkt gegenüber normalen Turnschuhen.

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Auf über 3.000 Metern kommt der Pulli früher oder später eigentlich immer zum Einsatz, wie hier hoch über Mestia in Georgien.

Ausreichend essen und trinken

Zu wenig Nahrung hatten wir bislang nicht im Rucksack mit dabei, allerdings versuchen wir uns zu reduzieren – nicht zuletzt auch, um unnötiges Gewicht einzusparen. Obst, ein paar Müsliriegel, ein paar Würstchen, ein belegtes Brötchen und vielleicht eine Packung Kekse reichen uns für eine Tageswanderung – natürlich nicht ohne ein möglichst reichhaltiges Frühstück am Morgen. Beim Einkaufen achten wir auf eine ausgewogene Mischung von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen.

Anders verhält es sich mit Wasser. Es klingt wie tausend Mal gelesen, aber wir wiederholen es gerne: Du kannst nie genug Wasser im Rucksack haben! Solltest du im Vorfeld sicher wissen, dass du deine Vorräte unterwegs auffüllen kannst, dann sollten zwei Liter pro Person und Tag reichen. Recherchiere hierzu im Vorfeld, ob es unterwegs Brunnen, ein Restaurant oder gar einen Kiosk gibt. Wir jedenfalls sind zumeist mit jeweils mindestens drei, eher vier Litern pro Person für einen Tag unterwegs, darunter auch mal was Süßes, wenn das stille Wasser zu langweilig wird. Insbesondere ab 3.000 Metern Höhe bist du froh über jeden Schluck Flüssigkeit.

Wander-Packliste für einen Sommertag

Proviant (zum Beispiel belegtes Brötchen, Müsliriegel, Würstchen, Obst, Kekse)
Mindestens zwei Liter Wasser (besser drei bis vier Liter)
Pullover
Regenjacke
Sonnencrème
Mülltüte
Powerbank
Ladekabel
ggf. lange Wechselhose
ggf. Klopapier/Taschentücher

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Mancher Supermarkt verleitet auch zur Deluxe-Variante: Cheeseburger, Pelmeni, ein Milchgetränk, O-Saft und ein paar Chips in kirgisischen Höhen.

Für Hindernisse gewappnet sein

Wenn du schließlich gut vorbereitet den langen Weg zum Ziel auf dich nimmst, kommt vor allem eines zum Tragen: Erfahrung. Da diese bekanntlich ungleich verteilt ist, möchten wir an dieser Stelle auf einige mögliche Hindernisse deiner Wanderung eingehen, um unsere persönlichen Erfahrungen mit dir zu teilen.

Schlechte Bodenverhältnisse

Ob eine Wanderung anspruchsvoll oder einfach ist, hängt vor allem auch von den Bodenverhältnissen ab. Das gilt insbesondere für steile Partien. Am brenzligsten sind unserer Meinung nach steile, staubige Abhänge, an denen keinerlei Gestein deinen Füßen Halt gibt. In diesem Falle gilt es jeden Schritt behutsam zu setzen, im Zweifel bewegen wir uns dann auch mal auf allen Vieren fort.

Anders verhält es sich mit Schotter, der beim Wandern Fluch oder Segen bedeuten kann. An steilen Abhängen mit tiefer Schotterschicht können die kleinen Steinchen sogar Spaß bereiten: In Georgien spurteten wir leicht springend einen Abhang hinunter, da der Schotter ausreichend tief war und uns entsprechend sicheren Halt gab. Ist die Schotterschicht allerdings weniger kompakt, bewegen wir uns gerne mal in Zeitlupe fort, um bloß nicht auszurutschen.

Übrigens: Mit professionellen Wanderstöcken waren wir bislang noch nicht unterwegs. Auf einer Wanderung über Schneefelder in Albanien jedoch haben wir bemerkt, dass schon stabile Holzstöcke aus der Natur im Zweifel einiges mehr an Halt bringen.

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Bergauf eine Qual, bergab ein großer Spaß: Loses Schiefergesteck auf circa 3.000 Metern Höhe über den georgischen Koruldi-Seen.

Dünne Höhenluft

Leichte Probleme mit der Höhenluft bekamen wir beide zum ersten auf über 3.000 Metern im Kaukasus. Das Atmen fiel uns schwerer, wir wollten ständig Wasser trinken und Pausen einlegen, manchmal alle 30 Meter. Unsere Empfehlung lautet in diesem Falle, deinen Bedürfnissen Folge zu leisten, um deinen Körper nicht überzustrapazieren.

Um das Risiko zu verringern, dass du aufgrund der Höhenluft ausgerechnet jene Wanderung abbrechen musst, auf die du dich am meisten gefreut hast, sind Akklimatisierungen sinnvoll. Bevor Marc beispielsweise auf knapp 4.000 Meter Meter in Kirgisistan aufstieg, unternahm er in der Nähe des kasachischen Almaty eine erste Wanderung auf „nur“ 3.200 Metern Höhe. Während dieser traten die aus Georgien bekannten Probleme erneut auf, allerdings zum letzten Mal auf jener Reise.

Wetterkapriolen

Natürlich hilft ein Blick in die Wetter-App bei der Entscheidung, ob der Tag der Wahl für das eigene Vorhaben geeignet ist oder nicht. Das Gewitter im Hochgebirge ist unberechenbar, so hört man wieder. Das stimmt zumeist. Manchmal aber auch nur so halb: Solltest du in der warmen Jahreszeit umringt von schneebedeckten Bergen unterwegs sein, kannst du manchmal fast darauf wetten, dass sich im Tagesverlauf Wolken bilden, die in den Nachmittags- oder Abendstunden Regen oder gar Unwetter bringen.

Auch aus diesem Grund starten wir unsere Wanderungen immer am frühen Morgen, um möglichst viel vom dann noch blauen Himmel abzubekommen. Sobald wir zum Beispiel sehen, dass sich im Tal unter uns Wolken einnisten, wird es höchste Zeit umzukehren, um etwa Hagel und Starkregen nicht in luftiger Höhe zu begegnen.

Wandern Tipps Anfänger

Ankunft in der Chata pod Rysmi, in der wir auf dem Weg von der polnischen auf die slowakische Seite der Hohen Tatra übernachteten.

Nachlassende Konzentration

Mit der nötigen Konzentration sind schwierige Situationen in der Regel gut zu beherrschen. Immer wieder beobachten wir aber, dass wir in vergleichsweise ungefährlichen Situationen abrutschen, weil schlichtweg die Konzentration nicht ausreicht. Das passiert besonders häufig auf dem Rückweg, wenn der Zielort bereits in greifbarer Nähe scheint. Der Fokus ist weg, und schwups liegst du auf der Fresse.

Die Konzentration hältst du am besten aufrecht, indem du auf die Signale deines Körpers hörst. Hast du Hunger? Hast du Durst? Schmerzen deine Beine? Dann wird es Zeit für eine Pause zur Regeneration! Und so kann das größte Hindernis auf deiner Wanderung manchmal nicht die Natur sein, sondern du selbst.

Kletterpartien

Auf so mancher Wanderung galt es für uns bisher, zwei, drei oder auch einmal vier Höhenmeter mit einfachem Klettern zu überwinden. In der Regel waren diese Passagen sogar mit Ketten gesichert, die dir Halt und Sicherheit geben sollen. Eine unserer Erfahrungen lautet jedoch, dass dies nicht immer der Fall sein muss: Manchmal verunsicherten uns die Ketten bloß und wir fanden mehr Halt, indem wir uns am Gestein drumherum orientieren.

Die bisher brenzligste Situation erlebten wir abermals in Georgien, auf unserer Wanderung von den Koruldi-Seen gen Chalaadi-Gletscher. Das letzte Stück, das uns vom Blick in Richtung Gletscher trennte, war steil und nicht mit Ketten gesichert, der Boden staubig und ohne jegliches Gestein, das Halt verleiht. In dieser Situation war Schnelligkeit gefragt, um unseren Wanderschuhen gar nicht erst Gelegenheit zu geben wegzurutschen.

Wandern Tipps Anfänger

Einige brenzlige Stellen sind entlang beliebter und ausgeschilderter Wanderwege mit Ketten gesichert, so auch der Weg zum Rysy von polnischer Seite aus.

Selbstverständlich sind diese Wander-Tipps nicht ausreichend, um für vollkommene Sicherheit und ein zu 100 Prozent sorgenloses Naturerlebnis zu sorgen. Zum Beispiel wird obendrein vielerorts empfohlen, eine Lampe sowie akustische oder optische Signalmittel im Rucksack dabei zu haben. Sicher ist sicher. Am Ende jedoch ist das Wichtigste wohl ein klarer Verstand – und Respekt vor dem, was die Natur auf dieser Welt geschaffen hat.

Reisen um zu reisen!
John & Marc

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2 Gedanken zu “Sei kein Depp: Wander-Tipps für Anfänger”

  1. Anonymous says:

    Auch wenn ich mich für eure „Wandererfolge“ freue und vor allem froh bin, dass ihr es heil ohne schwerere Unfälle zurück geschafft habt.
    Es tut mir leid sagen zu müssen, dass eure Tipps für eine TAGESWANDERUNG doch mehr als dürftig sind! 8kg Gepäck sind dermaßen zu viel und die Beratung bezüglich Kleiderwahl doch auch so blauäugig, dass man nicht mehr von Tips reden kann sondern nur Anfängern zu viel Zuversicht macht…
    Auch die Erschöpfungsanzeichen von Stolpern und !!!Stürzen!!! sprechen für ein deutliches Grenzen überschreiten außerhalb eures Leistungsspektrums. 25- 30 km im Gebirge sind keine Strecken für Anfänger, geschweige denn ein Gradmesser für sie Tagesleistung; nicht umsonst geht man bei Gebirgswanderungen nur über die Gehzeit, die erfahrene Wanderer aus echten Karten mit Höhenprofilen errechnen.
    Jeder Wanderfreund ist schon in solche Situationen gekommen wie ihr, Konzentration und Ausdauer sind aufgebraucht, aber dies sind nicht nur Anzeichen für eine Pause sondern von vollständiger Überforderung und schlechter (körperlicher) Vorbereitung. Pausen alle dreißig Meter, mögen sie auch noch so kurz sein, sind zu hoher Geschwindigkeit, mangelnder Kondition und fehlender Höhenanpassung geschuldet. Damit sollte niemand spaßen und es als Zeichen sehen sich kleinere Ziele zu stecken und sich das Jahr über besser auf solche Touren vorzubereiten.

    1. 1 THING TO DO says:

      Danke für den Kommentar, auch wenn wir wahrscheinlich nicht ganz auf einen Nenner kommen werden. 😉

      Wir beginnen ja nicht ohne Grund direkt mit dem Hinweis, dass man seine eigenen Grenzen kennen und kennen lernen sollte. Das war bei uns nicht anders. Wir geben Tipps auf Basis unserer Erfahrung im Hochgebirge, Tipps aus anderer Hand lauten sicherlich anders und das ist auch gut so. Zur Orientierung und zum Vergleich mit der eigenen Erfahrung haben wir extra nochmals auf einige unserer Erlebnisse aufmerksam gemacht. Übrigens überwiegend entlang Routen, auf denen wir mit zu den am besten ausgestatteten und konditionsstärksten zählten, aber das soll kein Maßstab sein, denn so mancher Kirgise geht auch in Flipflops wandern.

      Heißt auch: Wem acht Kilogramm Gepäck zu viel sind, das aus Sicherheitsgründen (!) überwiegend aus Wasser und Wechselbekleidung besteht, der sollte sicherlich von Wanderungen, bei denen das unserer Meinung nach wichtig ist, Abstand nehmen. Gerade im Osten gibt es unterwegs häufig nur wenige „Wasserstationen“, vor Wasser aus Bächen etc. nehmen wir uns in Acht. Allerdings sei auch darauf hingewiesen, dass das Gepäck im Laufe der Wanderung natürlich immer leichter wird und am Ende fast nur noch aus der Bekleidung besteht, wenn man sie – der Abendluft geschuldet – nicht sogar schon trägt.

      Im Artikel ist übrigens nicht die Rede vom Stürzen, das „auf die Fresse fliegen“ ist – unserem Schreibstil geschuldet – einfach salopp formuliert. Wir reden in diesem Kontext nicht von körperlicher, sondern von geistiger Erschöpfung und verweisen auf die Wichtigkeit der Konzentration während der gesamten Wanderung, um nichts, aber auch gar nichts zu unterschätzen. Auch wenn Körper und Geist sicherlich interagieren.

      Bezüglich der Höhe hast du natürlich recht, auch hier sollte man seine Grenzen kennen lernen und nach und nach, wenn überhaupt gewollt und möglich, erweitern. Jedoch kann in unserem Falle nicht von vollständiger Überforderung die Rede sein, das ist unserer Meinung nach aus der Ferne bei der Kürze des Textes auch gar nicht einschätzbar. Wer ähnliche Symptome bemerkt, der sollte entscheiden, ob er die Wanderung fortsetzt oder nicht, und dabei im Zweifel der Vernunft Vorrang geben. Unserer Erfahrung nach ist aufwändige Vorbereitung nicht zwingend nötig, aber jeder hat einen anderen Körper und ein anderes Leistungsspektrum und sollte die Signale, die eventuell vom Körper gesendet werden, ernst nehmen.

      Aber mal ehrlich: Manche Erfahrung muss man eben machen, die wenigsten bereiten sich wochenlang vor auf etwas, von dem sie zuvor keinen blassen Schimmer haben (insbesondere beim Thema Höhenluft). Vieles ist learning-by-doing, und unsere Tipps sollen diesen Prozess zumindest ein wenig unterstützen.

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