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Malta Norden Strände

Malta ist nicht für seine Strände berühmt. Im Norden von Malta gibt die schroffe Küste jedoch teils sandige Buchten preis. Die Kleinstadt Mellieħa ist dabei ein guter Ausgangspunkt für Strandurlaub auf Malta. Bei einer Wanderung von Strand zu Strand kam auf unserer Reise in Maltas Norden sogar etwas Abenteuerstimmung auf. Geschrieben von Marc.

Mellieħa: Ausgangspunkt für Entdeckungen in Maltas Norden

Als wir uns dazu entschieden, auf unserer Reise nach Malta ein paar Nächte in ↠ Mellieħa zu verbringen, lag das nicht an den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Allzu viel zu bieten hat die gut 10.000 Einwohner:innen zählende Kleinstadt im Norden von Malta nicht. Sieht man einmal von ein paar Kirchen und der hügeligen Lage der Stadt ab, die von den Dächern hier und da ein paar nette Aussichten beschert.

Mellieħa erschien uns jedoch als praktische Ausgangsstation, um den Norden des Archipels zu erkunden. Die nähere Umgebung lässt schließlich beinahe vergessen, dass Malta wegen seiner zerklüfteten Küste kein Traumziel für Strandurlaub ist. Vom Stadtzentrum Mellieħas aus ist die nördlich gelegene Għadira Bay binnen einer halben Stunde fußläufig – aber auch per Bus – erreichbar. Im Osten warten in der Imgiebah Bay felsigere, aber weniger frequentierte Einstiege ins Mittelmeer. Rund um Iċ-Ċirkewwa, von wo aus Fähren nach Gozo sowie zur ↠ Blauen Lagune auf Comino starten, meinen es die Malteser:innen fast ein bisschen zu gut, wenn sie ihre Strände zum Beispiel ↠ Paradise Bay Beach nennen.

Küstenwanderung von Strand zu Strand

Aufgrund der Kompaktheit der Insel kannst du Beach Hopping im Norden von Malta bestens zu Fuß absolvieren. Wir verlassen Mellieħa in Richtung Westen und finden uns schnell auf einer staubigen Piste zurück, die an die Westküste der Insel führt. Da wir weder eingefleischte Fans von Popeye noch von Robin Williams sind, lassen wir den Abstecher zur Filmkulisse ↠ Popeye Village rechts liegen.

An der Spitze der hiesigen Halbinsel zeigt sich uns Malta wieder von jener Seite, die wir bereits auf unserer ersten ↠ Wanderung auf Malta lieben lernten. Die Küste ist hier weniger imposant als an den steil hinabfallenden Dingli Cliffs weiter südlich. Dafür spüren wir auch hier diese seltsame Weite, die man auf der so kleinen und stellenweise eng bebauten Insel kaum erwartet. Und in Richtung Süden zeigt sich bereits der erste Strand, den wir im Rahmen unserer Küstenwanderung im Norden Maltas ansteuern.

Malta Norden
Aussicht auf die nördliche Halbinsel von Malta. Verschwommen im Hintergrund siehst du bereits die Insel Gozo.
Malta Norden
Die Küstenlinie in Richtung Golden Bay, der nächsten Station unserer Halbtageswanderung von Strand zu Strand.

Golden Bay: Maltas Strandikone

Der Golden Bay Beach ist der bekannteste Strand Maltas. Zumindest ist mir der Name noch aus jenen Zeiten von Begriff, in denen ich Reisekatalog um Reisekatalog kurz nach deren Erscheinen durchforstete. Gleichzeitig steht die Golden Bay wohl am ehesten für Strandurlaub auf Malta. Mit allen Vor- und Nachteilen.

Der Strand ist weder einsam noch abgeschieden, stattdessen laden Beach Bars zu Sandwiches und Cocktails. Ringsum geht die eben noch verspürte Weite aufgrund wenig ansehnlicher Hotelbauten rasch verloren. Dafür aber ist der Einstieg ins Mittelmeer sandig und flach, und zumindest jetzt im Mai ist die Golden Bay noch nicht unangenehm voll.

Għajn Tuffieħa Bay: Die schöne Schwester der Golden Bay

Am südlichen Ende des Strandes beginnt ein bereits von Weitem sichtbarer Trampelpfad, der hinauf zur Aussicht am Turm Għajn Tuffieħa führt. Von oben fällt der Blick zurück auf die Golden Bay, während sich im Süden bereits die Għajn Tuffieħa Bay ausbreitet.

Auf dem weiteren Weg führen von einem Parkplatz aus circa 200 Treppenstufen hinunter zum für uns schöneren Strand beider Buchten. Sein Sand schimmert orangerot und bildet einen sanften Kontrast zum nicht minder türkisblauen Wasser. Zumindest auf unserem Besuch geht es in der Għajn Tuffieħa Bay ruhiger zu als eben noch am Golden Bay Beach. Der Einstieg ins Wasser ist noch flacher, vor allem aber stört bis auf ein einzelnes Strandlokal nichts die Szenerie.

Għajn Tuffieħa Bay
Die Għajn Tuffieħa Bay erreichst du nach etwa anderthalb Stunden Fußmarsch ab Mellieħa.
Malta Strände
Im Süden wird die Għajn Tuffieħa Bay von einer kleinen Halbinsel begrenzt, hinter der sich bereits die nächste Bucht ausbreitet.

Ġnejna Bay: Wundersame Clay Cliffs

Auch von der Għajn Tuffieħa Bay wandern wir über Trampelpfade weiter zur nächsten Bucht, die abermals im Süden anschließt. Wieder zeigt sich uns die Küste Maltas von einer neuen Seite. Graue Schotterhänge fallen eigentümlich zur Wasseroberfläche hinab. Dort, wo sie das Mittelmeer küssen, schimmert der Sand nicht mehr nur orangerot. Er quietscht geradezu und lässt das Türkis des Mittelmeers giftig wirken.

Noch einmal einen Kilometer südlich wartet bereits der nächste Strand der Ġnejna Bay. Er ist nicht mehr ganz so sandig, aber mögliches Ziel deiner Küstenwanderung, solltest du früher als wir beide aufbrechen. Wir jedoch schaffen es gar nicht erst bis dahin. Die Farbenspiele dieser unwirklichen Kulissen haben uns derart in ihren Bann gezogen, dass wir diese wundersame Landschaft genauer erkunden wollen.

Maltas Norden: Mehr als nur Beach Hopping

Ġnejna Bay und Għajn Tuffieħa Bay sind durch eine kleine Halbinsel voneinander getrennt. Auf ihr erhebt sich ein etwa hundert Meter langer und bis zu 40 Meter breiter Felsen. Wir umrunden ihn vorsichtigen, aber neugierigen Schrittes, und halten immer wieder Inne, um die Aussichten auf die schroffe Küstenlandschaft hier im Norden von Malta aufzusaugen. Alle Versuche, ihn zu erklimmen, scheitern. Trotz allen kindlichen Ehrgeizes, den Malta hier mit jedem Anlauf noch mehr aus uns heraus kitzelt.

Es ist bereits früh am Abend, als wir den Felsen wieder verlassen und zum Abschluss unserer Wanderung von Strand zu Strand zur Spitze der Clay Cliffs aufbrechen. Die Sonne nähert sich langsam dem Horizont und beginnt, die Küstenlinie noch einmal neu einzufärben. Für uns wohnt ihr nach diesem Tag etwas Geheimnisvolles inne. Etwas, das uns tiefer graben ließ, in uns die schiere Neugier weckte – und diese sogleich auch ausleben lassen hat. Für einen Nachmittag hat Malta das Kind in uns geweckt. Es gibt nicht viele Orte, denen das mit solcher Leichtigkeit gelungen ist.

In Kürze: Unser 1 THING TO DO im Norden von Malta

Was? Eine Erkundungstour an der Ġnejna Bay.
Wo? Ġnejna Bay und Clay Cliffs erreichst du von Mellieħa aus nach rund sieben Kilometer langer Wanderung entlang der Nordwestküste Maltas, vorbei an den Stränden der Golden Bay und der Għajn Tuffieħa Bay. Der Weg an sich nimmt knapp zwei Stunden in Anspruch, jedoch wirst du mindestens einen längeren Badestopp an einem der Strände einlegen wollen. Ins Zentrum von Mellieħa kehrten wir mit Bus 101 ab Station Grima zurück, die sich ungefähr anderthalb Kilometer östlich der Golden Bay befindet (Fahrtzeit zwölf Minuten, circa alle 60 Minuten). Je nach Abfahrtszeit kann es sich lohnen, einfach zu Fuß zurückzulaufen.
Wie viel? Das ggfs. anfallende Busticket zurück nach Mellieħa kostet zwei Euro (Stand: Mai 2018). Dazu kommen Ausgaben für Proviant und vielleicht die eine oder andere Stärkung an den Stränden entlang der Route.
Wieso? Um dich auf kleinem Raum auf kleiner Insel im Kleinklein zu verlieren. Im positiven Sinne.

Von Mellieħa im Norden Maltas brachen wir auch nach Gozo und Comino auf, worüber wir dir schon bald berichten. In unserem einführenden ↠ Malta Reisebericht erfährst du neben einigen praktischen Tipps mehr über die Route unserer Reise auf die Inseln im Mittelmeer.

Reisen um zu reisen!
John & Marc

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