Eilat Reisebericht: Unfreiwilliger Stopp am Roten Meer

Unser Eilat Reisebericht offenbart ein perfektes Beispiel für einen waschechten Reise-Fail. Denn entgegen unserer Planung erlebten wir keinen romantischen Sonnenaufgang hoch über dem Toten Meer, sondern fanden uns nach einem Ritt durch die israelische Wüste plötzlich ganz unfreiwillig in Eilat wieder. Panoramablick auf Saudi-Arabien inklusive. Geschrieben von Marc.

Eilat Reisebericht

Eilat Reisebericht: Über einen Ausflug ans Rote Meer, der so ganz und gar nicht geplant war.

Eilat Reisebericht: Start am Toten Meer

Alles begann ganz unscheinbar: Nach dem üblichem „Man geht ja hier wirklich nicht unter!!1“ im Toten Meer stiegen wir an der Bushaltestelle von Ein Gedi wie geplant in den grünen Egged-Bus. Beim Fahrer kauften wir uns ein Ticket für die knapp 15-minütige Fahrt zur Jugendherberge von Masada. Dort hatten wir für die Nacht ein Zimmerchen reserviert. Am nächsten Morgen wollten wir beim Sonnenaufgang in Masada verfolgen, wie die ersten Sonnenstrahlen des Tages das Tote Meer zum Funkeln bringen.

Doch es kam völlig anders. Unser Busfahrer vergaß, uns in Masada aussteigen zu lassen. Anschließend hatte er auch verplant, dass wir beide lediglich ein Ticket für eine Kurzfahrt gekauft hatten. Wir befanden uns jedoch offensichtlich in jenem Bus von Jerusalem nach Eilat, der ohne Stopp vier Stunden durch die Wüste Negev rast. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit wollten wir uns aber auch ungern irgendwo in der Wüste aussetzen lassen – und ergaben uns so unserem Schicksal. Es sollte den Namen Eilat tragen.

Eilat Reisebericht

70er-Jahre-Flair am Strand von Ein Gedi. Hinweis: Der Strand von Ein Gedi ist – Stand Januar 2018 – nicht benutzbar. Stattdessen empfehlen wir Ein Bokek für das Badeerlebnis am Toten Meer.

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Die Landstraße 90 führt entlang des Toten Meeres und anschließend schnurstracks in Richtung Eilat.

Ankunft in Eilat

So richtig bequem war die vierstündige Fahrt durch die Wüste nicht, die wir auf dem Boden sitzend verbringen durften. Noch vor Sonnenuntergang erreichten wir jedoch endlich Eilat, das direkt am Roten Meer im „Vierländereck“ zwischen Ägypten, Israel, Jordanien und Saudi-Arabien liegt. Während der Fahrt war uns so gar nicht bewusst, dass wir in diesem Moment dem saudi-arabischen Königreich derart nahe kamen!

Nachdem wir in Richtung Strand eilten – immerhin wollten wir Eilat nach dieser Fahrt wenigstens noch im Tageslicht erblicken – eröffnete sich vor uns der Golf von Eilat. Linkerhand erstreckte sich die hügelige Wüstenlandschaft Jordaniens und Saudi-Arabiens, hinter die sich die Sonne bereits zurückgezogen hatte. Bei noch immer deutlich über 30 Grad im Schatten suchten wir uns in einer Strandbar per Smartphone eine Bleibe. Anschließend ließen wir den Abend mit Bier und einem israelischen Spezialitätenteller ausklingen.

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In den Abendstunden hatten wir den Strand von Eilat fast für uns allein. Er wäre übrigens auch unsere Notunterkunft gewesen, hätten wir spontan keine Bleibe mehr gefunden. Im Hintergrund grüßen Jordanien und Saudi-Arabien.

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Eilat an der Südspitze Israels verfügt über den einzigen Zugang des Landes zum Roten Meer. Darüber hinaus fahren vor allem russische Touristen hierhin, um ihren Urlaub zu verbringen. • Credits: Israeltourism, „Eilat – Panorama night 3 – by Ron Borkin“, Flickr

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Eilat entwickelt sich nachts zu einer Vergnügungsmeile, wie man sie im Nahen Osten kaum erwartet. • Credits: Israeltourism, „Eilat – Night 2 – by Ron Borkin“, Flickr

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Am nächsten Morgen reichte die Zeit noch für einen weiteren Sprung ins kühle Nass, bevor wir die Rückreise nach Tel Aviv antreten mussten.

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Der Vorteil: In den frühen Morgenstunden erlebten wir Eilat von seiner ruhigen Seite.

Von Eilat nach Tel Aviv

Nach einem ausgiebigen Bummel durch das lebendige Eilat der Nacht – es gibt hier etliche Strandbars, Restaurants sowie eine Vergnügungsmeile inklusive Fahrgeschäften und Zuckerwatte – ging es für uns nicht allzu spät ins Bett. Der Grund: Bereits am nächsten Morgen mussten wir aufgrund des anstehenden jüdischen Neujahrfests die Rückreise antreten. Der letzte Bus zurück nach Tel Aviv fuhr bereits am frühen Vormittag, denn während und teilweise auch schon im Vorfeld der Feiertage fahren in Israel weder Busse noch Bahnen.

Komplizierter wird das Ganze nämlich dadurch, dass schon der Vorabend eines Feiertags als Feiertag gilt – im Busfahrplan beginnt dieser Vorabend gerne einmal am frühen Nachmittag. Dieser Umstand führte auch dazu, dass wir auf unserer Rückreise nach Tel Aviv ein zweites Mal daran scheiterten, Masada zu besuchen: Als wir gegen halb zwei dort ankamen, war der Zugang aufgrund des Neujahrsfests bereits gesperrt. Wir hatten die letzte Seilbahn nach oben knapp verpasst! Glücklicherweise erhaschten wir jedoch noch einen Bus in Richtung Jerusalem, von wo aus wir auf den letzten Drücker noch nach Tel Aviv zurückreisen konnten.

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Endstation in unserem Eilat Reisebericht ist Tel Aviv, hier an der Promenade in Richtung Jaffa.

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Panoramablick über den kilometerlangen Sandstrand von Tel Aviv.

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Streetart an der Mittelmeerküste von Tel Aviv.

Unser Eilat Reisebericht ist ein Paradebeispiel, weshalb wir 1 THING TO DO überhaupt gestartet haben. Wir haben erfahren dürfen, wie eine Reiseplanung völlig daneben gehen kann, und dennoch – oder besser: gerade deswegen! – zu unvergesslichen Erlebnissen führt. Wie es uns darüber hinaus in den beiden Metropolen Israels erging, das erfährst du in unserem Tel Aviv Reisebericht sowie in unserem Jerusalem Reisebericht.

Reisen um zu reisen!
John & Marc

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11 Gedanken zu “Eilat Reisebericht: Unfreiwilliger Stopp am Roten Meer”

  1. Andy und Miriam says:

    Hahaa, klasse Bericht! Hätte uns auch passiert sein können 😂

    Da Ihr ja jetzt noch mal da seid, habt Ihr Masada nun geschafft? Das war eines unsere Mega Highlights im Land.
    Wenn Ihr mögt, schaut mal bei uns rum. Wir sind 2015 mit dem Mietwagen einmal quer durchs Land.

    LG und noch gaaaanz viel Spaß im wunderschönen Israel! 😍

    1. 1 THING TO DO says:

      Haben direkt mal bei euch geschaut! 🙂 Wir haben es in der Tat vollbracht, aber mit etwas gemischten Gefühlen. Lauter Selfietouristen vor Ort haben ein wenig die Stimmung vermiest, aber darüber berichten wir zu gegebener Zeit. Danach ging es noch zum Baden nach Ein Bokek. Liebe Grüße!

  2. docvogel says:

    herrlich!

  3. Anonymous says:

    wow, daß ihr da so cool bleiben konntet. Ich hätte richtig Panik bekommen. Die Bilder von Eilat sind wunderschön. Ich glaube, diese Reise werdet ihr dadurch nie vergessen. Gerade diese unvorhergesehenen Dinge machen eine Reise unvergesslich.
    Liebe Grüße,
    Isabelle

    1. 1 THING TO DO says:

      Das trifft den Nagel wohl auf den Kopf. 🙂 Danke und liebe Grüße!

  4. Wolfgang says:

    Das war mal ein Abenteuer, puh. Wisst ihr eigentlich, dass Jordanien ursprünglich gar nicht bis ans Rote Meer reichte. Aqaba wurde dem König von den Saudis geschenkt, damit das Land einen Zugang zum Meer hat. Übrigens Massada solltet ihr unbedingt irgendwann einmal nachholen, ein mystischer Ort!

    1. 1 THING TO DO says:

      Das werden wir auf jeden Fall eines Tages tun… Israel ruft uns schon ziemlich laut wieder zu sich. 😉

  5. Paleica says:

    für eure abenteuer braucht man wohl manchmal auch gute nerven. dafür hat man danach tolle geschichten zu erzählen 😀

    1. 1 THING TO DO says:

      Und ohne solche Geschichten wäre das Leben ja nur halb so schön. 🙂

  6. Dori says:

    Hallo ihr zwei,
    puh da wurde eure Reiseplanung gehörig auf den Kopf gestellt. Ich wäre im Bus bestimmt ausgeflippt und wäre wahrscheinlich einsam in der Wüste geendet.
    Ein Abenteuer etwas anderen Art sozusagen. Hoffentlich klappt der Sonnenaufgang am Tafelberg dann beim nächsten Mal. Ich drück euch die Daumen.
    Gruß, Dori

    1. 1 THING TO DO says:

      Danke dir! Wir hoffen mal das Beste… und wenn nicht, sind ja aller gute Dinge bekanntlich drei. 🙂

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