Spreewald im Winter: Ein neuer Freund in Brandenburg

Ruhe und Stille sind die vielleicht schönsten Attribute der kalten Jahreszeit. Für den Spreewald im Winter gilt das ganz besonders. An der Schwelle von Herbst und Winter statteten wir dem Spreewald abermals einen Besuch ab und lernten die Region zwischen Berlin und Lausitz so noch einmal neu kennen. Der Winter zeigt eine andere Seite des Spreewalds. Doch wie bei einem guten Freund gehört auch sie dazu, um den Spreewald in seiner Ganzheitlichkeit lieben zu lernen. Geschrieben von John & Marc.

[Der Artikel enthält Werbung in Folge einer bezahlten Kooperation mit Tourismus Marketing Brandenburg, die uns für eine Nacht zur Erkundung des winterlichen Spreewalds einlud.]

Spreewald im Winter

Spreewald an der Schwelle von Herbst zu Winter: Landschaft im Ortsteil Kauper, Burg.

Spreewaldkahnfahrt im Winter

Vieles war anders, als wir gestern zum zweiten Mal gemeinsam auf einem Spreewaldkahn saßen. Es ist November, damals war Juni. Die ersten Bäume tragen schon jetzt keine Blätter mehr, während andere nach dem langen Sommer noch in voller Herbstpracht stehen. Beim letzten Mal schipperten wir durch saftig grüne Wälder. Wir waren die einzigen auf dem Spreewaldkahn und wären vom sanften Geplätscher der Fließe beinahe eingeschlafen. Auf die wohl schönste Art und Weise.

Gestern dann war unser Spreewaldkahn gut gefüllt, wir tranken Glühwein und mummelten unsere Beine in eine dicke Decke ein, auch wenn vom blauen Himmel die schwache Novembersonne strahlte. Der Name „Mummel-Kahnfahrt“ ist Programm, sie startet zwischen November und März vom ↠ Spreewaldhafen Waldschlösschen in Burg. Der Ortsteil Kauper liegt etwa zehn Kilometer östlich von Lehde, wo wir unsere letzte Spreewaldreise verbrachten. Zum Spreewald im Winter gehören die Kahnfahrten genauso wie im Sommer, auch wenn auf den Fließen nun deutlich weniger Verkehr herrscht.

Spreewald im Winter

Spreewaldkahn mit „Mummel-Decken“ am Hafen Waldschlösschen in Burg-Kauper.

Spreewald im Winter

Spreewald im Herbst statt Spreewald im Winter: Manche Bäume entlang der Strecke waren noch so gar nicht in Winterstimmung.

Unterwegs in Burg/Spreewald

Während unserer Kahnfahrt schwebten wir bereits an unserer Unterkunft vorbei, die wegen ihrer weinroten Holzhäuser auch nicht zu übersehen ist. Der ↠ Ferienhof Spreewaldromantik* liegt etwa sechs Kilometer abseits des Zentrums von Burg-Dorf. Es schadet also nicht, die eigenen Räder dabei zu haben, um Burg, eine der größten Landgemeinden Deutschlands, flexibel erkunden zu können. Unsere Unterkunft ist großzügig geschnitten und modern eingerichtet. Ein bisschen ärgerten wir uns über das fehlende WLAN, aber im Nachhinein sind diese Stunden der digitalen Abgeschiedenheit noch immer Gold wert.

Das Beste am Ferienhof, und das gilt auch für weitere Unterkünfte in Burg-Kauper, sind die ihn umgebenden Wiesen, die auch im winterlichen Spreewald saftig grün sind. Zum Sonnenaufgang starteten wir zu einem kurzen Spaziergang und erlebten, wie die sagenumwobene Welt des Spreewalds an Mystik noch gewann. Klitzekleine Tautropfen hingen von zarten Spinnenweben, die zaghafte Sonne kämpfte sich durch dünnen Nebel. Ihre Strahlen begannen, die feuchten Wiesen Zentimeter für Zentimeter zu erwärmen. Und uns gleich mit.

Spreewald im Winter

Sonnenaufgang auf den Wiesen rund um den Ferienhof Spreewaldromantik.

Spreewald im Winter

Das frühe Aufstehen lohnt sich, um den Spreewald im Winter von seiner mystischen Seite kennenzulernen.

Wanderung von Burg nach Lehde

Am Frühstückstisch kam uns die Frage in den Sinn, wie der Spreewald eigentlich zwischen Lehde und Burg aussieht, die beide zu den beliebtesten Urlaubsorten der Region zählen. Ein Blick auf Google Maps zeigte etliche Fließe, die sich rund um die Hauptspree ranken. Bis auf das Dörfchen Leipe schien dort nichts weiter zu sein als grüne Natur. Das Wetter spielt mit, also entschlossen wir uns, die zwölf Kilometer lange Strecke von Burg-Kauper über Lehde nach Lübbenau zu erwandern. Wir werden nicht enttäuscht.

Richtung Ortsausgang von Burg spazieren wir zunächst durch die bereits vertraut gewordenen Spreewaldwiesen. Mit jedem Schritt verabschiedet sich die verstreute Siedlung hinter uns, stattdessen stehen mehr und mehr Kühe auf den Feldern. Ein weißes Auto fährt von Herde zu Herde, die besonders Hungrigen wissen schon weit vorher, dass es Zeit ist für die nächste Fütterung, und schnellen alsbald in Richtung Wegesrand. Auf einem glatten Fließ neben uns spiegeln sich grüne Gräser, karge Bäume und dichte Wolken, bis wir mit Leipe ein weiteres Inseldorf mit seinen so typischen Spreewaldhäusern kennenlernen.

Spreewald im Winter

John auf dem Weg von Burg-Kauper über Leipe nach Lehde.

Spreewald im Winter

Eine Kuhherde macht es sich am Ortsausgang von Burg gemütlich.

Winterglück im SpreeWALD

Als wir Leipe wieder verlassen, liegt der Fokus mehr und mehr auf dem „Wald“ in „Spreewald“. Die Strecke führt auf den letzten Kilometern in Richtung Lehde am Leiper Weggraben entlang. Links von uns spiegeln sich die wenigen verbleibenden Blätter der Baumkronen eines Moorwaldes im Wasser, auch auf der rechten Seite lichtet sich der Wald mehr und mehr. Mit jeder kleinsten Brise fallen weitere Blätter auf uns hinab. Unser Weg, eingebettet zwischen den herbstlich-winterlichen Bäumen, scheint ewig. Er ist beinahe hypnotisch.

Ein paar Mal überqueren wir Fließe, die die Strecke kreuzen. Eine Gute Stunde jedoch tut sich wenig bis gar nichts zu unserer Linken, zu unserer Rechten, nicht vor uns, nicht hinter uns. Die Monotonie dieser puren Natur lässt uns aufleben. Mal springen wir umher, mal trällern wir vertraute Lieder, mal schweigen wir einfach nur. Winterglück. Viel zu selten gehen wir im Winter auf Reisen, das soll sich ändern. Der Spreewald war ein guter Anfang.

Spreewald im Winter

Teile des Inneren Oberspreewalds bestehen aus Moorwald, wie hier auf dem Weg von Leipe nach Lehde.

Spreewald im Winter

Das Netz aus Fließen und Kanälen im Spreewald ist insgesamt beinahe 1.000 Kilometer lang.

Spreewald im Winter: Unser 1 THING TO DO

Was? Eine Wanderung durch den Inneren Oberspreewald zwischen Burg-Kauper und Lehde.
Wo? Wir starteten in der Nähe des Spreewaldhafens Waldschlösschen, die Strecke ist in beiden Richtungen gut beschildert. Insgesamt waren wir etwa drei Stunden lang unterwegs.
Wie viel? Gar nichts.
Warum? Um den Spreewald im Winter von seiner pursten Seite kennenzulernen.

Spreewald im Winter

Traditionelle Spreewaldhäuser beim Verlassen des Inseldorfs Leipe.

Spreewald im Winter

Die letzten Boten des Herbstes trotzen dem herannahenden Winter im Spreewald.

Spreewald im Winter: Gut zu wissen

Für Genießer

  • Das Restaurant im Bio-Hotel ↠ Kolonieschänke im Burger Ortsteil Kolonie setzt voll und ganz auf saisonale Küche. Und die kann (man) sich schmecken lassen! Wir entschieden uns für eine Kürbissuppe und das Kalbschnitzel mit Blumenkohl bzw. für einen Wilderkräutersalat und Zander mit Kürbispüree an knackigem Fenchel.
  • Nach der Entdeckung unseres 1 THING TO DOs kehrten wir am Großen Spreewaldhafen von Lübbenau im ↠ Restaurant Flaggschiff ein. Dort probierten wir zum ersten Mal jeweils eine Portion Hefeplinse, die Spreewälder Interpretation des Eierkuchens. Mit Zimt, Zucker, Sahne und Apfelmus durchaus schmackhaft, aber auch sehr sättigend. Also besser zweimal überlegen, ob du nach dem Hauptgang wirklich ein Dessert möchtest.
Spreewald im Winter

Hefeplinse, serviert im Restaurant Flaggschiff am Großen Spreewaldhafen von Lübbenau.

Für Bahnreisende

  • Burg erreichst du von Berlin aus über Vetschau, wo du vom Regionalexpress in den Bus umsteigst. Der Fahrer gibt dir gerne Auskunft, welche Station für dich am ehesten in Frage kommt. Buslinie 38 fährt übrigens über den Ortsteil Kolonie nach Burg-Dorf, aktuelle Fahrpläne findest du hier.
  • Die Strecken zwischen Burg-Dorf und den Ortsteilen Kolonie und Kauper sind nicht zu unterschätzen. Zumal die Tage im Winter kurz sind und es nicht Jedermanns Sache ist, im Dunkeln lange Strecken, zum Beispiel abends zur Kolonieschänke, zurückzulegen. Daher empfehlen wir, mit dem Fahrrad anzureisen, um flexibler zu sein. Für unser 1 THING TO DO sollte die Schlammwahrscheinlichkeit dann aber besser nicht zu hoch sein.

Weitere Tipps

  • Das im Sommer so beliebte Spreewalddorf Lehde steht im Winter exemplarisch für die Ruhe und Stille der kalten Jahreszeit. Das Freilandmuseum hat ebenso geschlossen wie das Restaurant „Zum fröhlichen Hecht“, auch von Spreewaldkähnen in Aktion ist weit und breit nichts zu sehen. Dafür hast du Lehde im Winter fast für dich allein.
  • Im Spreewald geht im Winter alles etwas gemütlicher zu, weshalb du vorab recherchieren solltest, welche Kahnfahrten wann angeboten werden. Wenn die Fließe zugefroren sind, finden diese ohnehin nicht statt, mit etwas Glück kannst du dann aber die Schlittschuhe einpacken.
Spreewald im Winter

So still geht es im beliebten Inseldorf Lehde nur in der kalten Jahreszeit zu.

Unsere erste Reise in den Spreewald führte uns übrigens auf zwei Rädern ins Biosphärenreservat. Wir fuhren mit der Bahn zunächst nach Königs Wusterhausen, wo der ↠ Hofjagdweg bis nach Lübben führt. Diese ↠ Spreewald-Radtour ist zugleich auch unser sommerliches 1 THING TO DO für die Region, lässt sich mit guter Ausdauer an einem Tag absolvieren und am Folgetag mit einer Kahnfahrt abrunden. Dann sollte es draußen aber besser wieder etwas wärmer sein.

Reisen um zu reisen!
John & Marc

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Spreewald im Winter

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