Zittauer Gebirge: Sachsens grüne Kleinigkeit

Wer Zittau besucht, hat alles andere als die Qual der Wahl. Städtetrip oder Naturerlebnis? Im sächsischen Dreiländereck ist beides möglich! Vom Zittauer Bahnhof aus brachen wir mit der Schmalspurbahn ins Zittauer Gebirge auf. Über eine Wanderung von Jonsdorf nach Oybin, die uns mit einem besonders mystischen Ort in einem der kleinsten deutschen Mittelgebirge bekannt machte. Geschrieben von Marc.

[Enthält Werbung infolge einer Kooperation mit der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH, die uns für ein Wochenende nach Zittau und Umgebung einlud.]

Zittauer Gebirge Wandern Oybin
Die Taube – rechts oben im Bild – war eine der Stationen unserer Wanderung im Zittauer Gebirge.

Zittauer Gebirge: Wandern nach Oybin

Der ↠ Berg Oybin ist das Ziel unserer Wanderung im Zittauer Gebirge. Mit entsprechend schweren Beinen haben wir die Treppen passiert, die auf den 514 Meter hohen Gipfel führen. Je weiter wir dabei an Höhe gewannen, desto mehr stieg auch unsere Neugier auf die Ruinen des auf ihm befindlichen einstigen Klosters. Zu Beginn des Anstiegs kaum zu sehen, entfaltete sich ihre Aura Stufe zu Stufe immer intensiver.

Als wir schließlich das Kirchenschiff betreten, von dem nur noch die historischen Gemäuer übrig sind, trauen wir unseren Ohren nicht: Als der Wind für einen Moment auffrischt, scheint er die Mönche von einst wiederauferstehen zu lassen. Wir schauen uns ungläubig in die Augen. Doch tatsächlich: Wir hören sie singen! Mal lauter, mal leiser, je nach Laune der Brise, die sich durch das Innere der Klosterkirche wirbelt. Welch Belohnung zum Abschluss dieser Wanderung!

Zittauer Gebirge Oybin
Blick auf die Ruinen der mittelalterlichen Burg, die im 14. Jahrhundert errichtet wurde.
Zittauer Gebirge Oybin
Historische Gemäuer der gotischen Klosterkirche auf dem Oybin.

Von Mystik und Aura: Klosterruine Oybin

Während John bereits die nächsten Treppenstufen in Angriff nimmt, die auf den Turm der Ruine führen, kann ich mich noch immer nicht sattsehen an den steinernen Mauern, die mich mit all ihrer Aura umzingeln. Wie kann es sein, dass wir vor unserer Wanderung im Zittauer Gebirge noch nie von diesem Ort gehörten hatten? Ich verweile, genieße. Und höre immer wieder diese mittelalterlichen Singstimmen, deren Lied der Wind hier in Echtzeit zu komponieren scheint.

Ich wandele ans andere Ende des Kirchenschiffs. Und dann sehe ich sie stehen: eine kleine braune Musikbox, kaum zu sehen vor dem ebenso bräunlichen Gemäuer. Sie, die Unscheinbare, hat uns ausgetrickst. Sie ist es, die die Ruine mit Musik beschallt! Ich muss lachen über diese Fata Morgana für die Ohren. Und doch denke ich mir: Es gibt nicht allzu viele Orte, an denen diese Täuschung so echt wirken kann, wie auf dem Berg Oybin.

Zittauer Gebirge Wandern
Und plötzlich reißt der Himmel auf: Auch die Klosterkirche auf dem Oybin geht auf das 14. Jahrhundert zurück.
Zittauer Gebirge Wandern
Aussicht vom Klosterturm in Richtung Zittau.

Wanderung von Jonsdorf nach Oybin: Kleine Höhepunkte

Ich schnelle die verbleibenden Treppenstufen zum höchsten Punkt auf dem Oybin nach oben, um John von unserem Irrtum zu berichten. Auch er hatte bereits davon Wind bekommen, irgendwann klangen die Mönchsstimmen einfach zu echt. Belohnt werden wir trotzdem, hier am Ende unserer Wanderung im Zittauer Gebirge, die uns auf zwölf Kilometer langer Strecke von Jonsdorf nach Oybin führte: mit einer Aussicht auf das Geschaffte.

In Richtung Süden erhebt sich der Hochwald, mit 750 Metern die höchste Erhebung unserer Wanderung. Er liegt direkt an der deutsch-tschechischen Grenze, so wie große Teile der Strecke. Auf dem Abstieg in Richtung Oybin säumten Grenzsteine den Weg. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, immer wieder von einem Land ins andere zu Land zu springen. So oft wie in Tschechien waren wie nun also in noch keinem anderen Land.

Wie eine kleine Sächsische Schweiz

In Richtung Osten erblicken wir den Scharfenstein. Der auf dem Grund etwa 40 Meter breite Felsen war der Höhepunkt einer an Panoramen reichen Strecke, auf der sich immer wieder schweifende Aussichten auf Oybin und die umliegenden Hügel des Zittauer Gebirges boten. Darunter auch die Lausche, mit 793 Metern Deutschlands höchster Berg östlich der Elbe.

Das 25 Meter hohe Lausitzer Matterhorn, wie der Scharfenstein auch genannt wird, ist Teil der Großen Felsengasse, in der wir uns teilweise fühlten wie auf unseren Wanderungen in der Sächsischen Schweiz. Das kommt nicht von ungefähr: Auch hier ist es Sandstein, der teils kuriose Felsformationen bildet. Eine dieser Kuriositäten ist die Taube, die auch so aussieht und nebenbei eine weitere Aussicht auf Hochwald und Oybin beschert.

Zittauer Gebirge Wandern Oybin
Im Hintergrund ragt der Scharfenstein aus den grünen Hügeln des Zittauer Gebirges hervor.
Zittauer Gebirge Wandern
John beim Wandern durch die Große Felsengasse auf dem Weg nach Oybin.

Eine Wanderung für Genießer

Zugegeben: Bis zum Berg Oybin blieb der Wow-Effekt auf unserer Wanderung im Zittauer Gebirge aus. Das mag am lange Zeit bewölkten Himmel liegen. Vielleicht auch am Gefühl, durch altbekannte Landschaft zu wandern. Doch muss es immer das große Staunen, das große Abenteuer sein, das eine Wanderung zum Erlebnis macht? Für uns liegt der Reiz des Zittauer Gebirges im Kleinen.

In der Ruhe, im Genuss. Im Vertrauten.

Burg und Kloster Oybin
Auf dem Oybin führen mehrere Wege entlang, die immer wieder neue Perspektiven auf die Ruinen eröffnen.
Friedhof Oybin
Auf der Nordwestseite des Oybin befindet sich auch ein kleiner Bergfriedhof.

Wandern im Zittauer Gebirge: Von Jonsdorf nach Oybin

  • An- und Abreise: Wir reisten mit der ↠ Zittauer Schmalspurbahn zunächst von Zittau nach Jonsdorf. Auch auf dem Weg von Oybin zurück nach Zittau wählten wir die 750-Millimeter-Spur. Fahrtzeit jeweils 45 bis 60 Minuten.
  • Länge der Wanderung: circa zwölf Kilometer
  • Dauer: ungefähr fünf Stunden
  • Stationen: Jonsdorf • Johannisstein (602 Meter) • Hochwald (750 Meter) • Sudetenblick • Große Felsengasse • Scharfenstein (569 Meter) • Oybin • Berg Oybin (514 Meter)
  • Markierung: ↠ Oberlausitzer Bergweg (blauer Strich). Grundsätzlich führen jedoch viele Wege nach Oybin. Wir wichen beispielsweise von der Streckenführung ab, um den Johannisstein zu erklimmen und um durch die Große Felsengasse zu wandern.
  • Schwierigkeit: einfach bis moderat (einzelne heftigere Anstiege)

Zittau und Naturpark Zittauer Gebirge kannst du aufgrund der Kompaktheit der Region auch mit begrenztem Zeitbudget ganz gemütlich für dich erkunden. Wo wir unser 1 THING TO DO für Zittau und Umgebung entdeckten, verraten wir dir im Reisebericht aus ↠ Zittau. Wenn du etwas mehr Zeit für deine Reise in die Oberlausitz mitbringst, empfehlen wir dir auch unseren Artikel über die ↠ Sehenswürdigkeiten in Görlitz.

Reisen um zu reisen!
John & Marc

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Zittauer Gebirge Wandern

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6 thoughts on “Zittauer Gebirge: Sachsens grüne Kleinigkeit”

  1. Ilona Kammler says:

    Das geht ja runter wie Öl. Fremde sehen unsere schöne Heimat mit ihren Augen. Vieles was für uns einheimische selbstverständlich ist, kann für andere einfach ein super Erlebnis sein. Ein herzliches für die sehr schönen und einfühlsamen Worte. Vielleicht sehen wir uns bald wieder im Dreiländereck D _PL_CZ. Alles Gute, alles Liebe und alles schöne wünscht Ilona.

    1. 1 THING TO DO says:

      Vielen Dank für den lieben Kommentar! Wir hatten wirklich eine schöne Zeit in der Region.

      Liebe Grüße
      John & Marc

  2. Matthias Weber says:

    Auch wieder: sehr, sehr schön beschrieben!

    1. 1 THING TO DO says:

      Noch einmal Dankeschön! 🙂

      Liebe Grüße
      John & Marc

  3. Rocco says:

    Klasse, so müssen Reisebericht geschrieben sein, um Menschen Appetit auf einen Besuch zu machen.

    1. 1 THING TO DO says:

      Vielen lieben Dank! 🙂

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