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Valletta Sehenswürdigkeiten

Auf dem Kingsway platzt Valletta aus allen Nähten. Die Fußgängermeile ist die unangenehme Seite der gerade mal 6.000 Einwohner starken Hauptstadt von Malta, deren Charme hier angesichts ganzer Horden Reisender verloren geht. Doch es gibt sie, die weniger bekannten Orte und Sehenswürdigkeiten in Valletta, an denen die Kapitale ihre Aura erst richtig entfaltet. Geschrieben von Marc.

Valletta Sehenswürdigkeiten
Die Karmelitenkirche ist Vallettas wohl imposanteste Sehenswürdigkeit und wie die ganze Stadt Teil des Weltkulturerbes.

Schön, schöner, Valletta

Wir könnten einen Reisebericht über die typischen Sehenswürdigkeiten in Valletta schreiben, wie es ihn bereits zuhauf gibt. Voller Schwärmereien über die kleinen und großen Sehenswürdigkeiten Vallettas. Über die ↠ Karmelitenkiche, die die Silhouette der maltesischen Hauptstadt prägt und immer wieder verführerisch ums Eck blinzelt. Über die ↠ Upper Barrakka Gardens, von denen der Blick über den Grand Harbour und die ebenso pittoresken „Drei Städte“ auf der gegenüberliegenden Uferseite fällt.

Wir könnten schwärmen über die vielen Gassen Vallettas, jede ein kleines Kunstwerk für sich, mit ihren Blumenkübeln und bunt lackierten Türen. Über die Straßenschluchten, mal als malerische Treppen, mal als erfrischend alltägliche asphaltierte Straßen, durch die sich Autos und Motorroller drängen. Über das Weinrot der maltesischen Flagge, das sich so wunderbar mit den sandfarbenen Fassaden arrangiert, mal als historischer Schriftzug, mal als Fensterladen, mal als Absperrband.

Valletta abseits der Klassiker

Ja, rein optisch betrachtet und gemessen an der Schönheit seiner Sehenswürdigkeiten ist Valletta jedes Loblied wert, das bereits über die kleinste Hauptstadt der Europäischen Union gesungen wurde. Trotzdem haben wir Valletta dort am meisten lieben gelernt, wo die Loblieder leiser gesungen werden. Piano. Denn auch wahr ist, dass all die Schönheit ihren Preis hat. Valletta steht für nicht nur symbolisch für das allgemeine Bild, dass Malta vor allem eines sei: zu voll.

Doch es gibt sie, jene Orte, an denen du durchatmen kannst und den Kreuzfahrtreisenden Lebewohl sagst. Noch bevor sie selbst wieder abhauen. Zum Beispiel, wenn du von der Karmelitenkirche aus zum Rande der Stadtbefestigung spazierst und von dort im Uhrzeigersinn die Halbinsel, auf der sich Valletta ausbreitet, umrundest. Valletta ist hier keine Schönheit, und arm an Sehenswürdigkeiten. Aber es entspannt die Augen, die raue Seite der Kapitale kennenzulernen und auch mal das Unkraut wachsen zu sehen.

Malta Sehenswürdigkeiten
Spaziergang entlang der Stadtmauer: Valletta galt in der Geschichte als eine der am besten gesicherten der Welt.
Malta Sehenswürdigkeiten
Ein Stillleben, das nicht so recht zum herausgeputzten Valletta passen möchte.

Vallettas etwas andere Sehenswürdigkeiten

Auf der anderen Seite der Halbinsel angekommen, führt eine Treppe hinunter zu einem geheimnisvollen Ort, der so gar nicht zum Valletta passen mag, wie es auf Instagram und Co. präsentiert wird. Am felsigen Ufer breiten sich barackenartige Fischerhäuschen aus, die zumindest während unserer Reise fast schon als Abandoned Places durchgingen.

Der Blick auf die steilen Stadtmauern und das Siege Bell War Memorial, das an die zweite Belagerung Maltas ↠ im Zweiten Weltkrieg erinnert, verstärken den Kontrast zum restlichen Valletta noch. Gewissermaßen scheint dieser Ort wie abgeschottet. Ausgeliefert der Brandung des Mittelmeers, während 60 Meter weiter oben die Kanonen der Upper Barrakka Gardens damals wie heute für Sicherheit und Stärke stehen.

Malta Sehenswürdigkeiten
Die Baracken an der Südküste gehören zu den ungewöhnlicheren Sehenswürdigkeiten in Valletta.
Malta Sehenswürdigkeiten
Valletta wurde im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe teilweise zerstört. Das Siege Bell War Memorial erinnert heute daran.

Ausflug in die Drei Städte

Weiter südlich, in der Nähe des ↠ Barrakka Lifts, mit dem du vom Grand Harbour zurück zu den eigentlich Sehenswürdigkeiten in Valletta gelangst, kannst du mit der Fähre in Richtung der ↠ Drei Städte aufbrechen. Schon bei der Einfahrt in die schmale Bucht zwischen Vittoriosa und Senglea fiel uns angesichts des zur Schau gestellten Reichtums beinahe die Kinnlade hinunter. Er ist am eindrücklichsten beschrieben durch die teils riesigen Yachten, die sich teilweise gegenseitig an Pomp überbieten zu wollen scheinen.

Cospicua, Vittoriosa und Senglea sind nicht weniger sehenswert als ihre große Schwester Valletta. Glücklicherweise jedoch scheuen offenkundig noch immer genügend Reisende den Abstecher, sodass du die Drei Städte mit weniger Hast für dich entdecken kannst. Hier und da scheint sogar ein Hauch authentischen Lebens durchzublitzen, je weiter du dich im Wirrwarr der Straßen und Gassen verlierst und die Uferlinie hinter dir lässt.

Sonnenuntergang in Sliema

Am authentischsten zeigte sich uns Maltas Hauptstadtregion jedoch in Sliema. Die 20.000 Einwohner zählende Stadt befindet sich wie die Drei Städte vis à vis mit Valletta, jedoch in entgegengesetzter Richtung. Vergleichsweise arm an Sehenswürdigkeiten, scheint das maltesische Großstadtleben in Sliema für Außenstehende am greifbarsten. Zwischen den altbekannten farbenfrohen Holztüren schallen Fernsehgeräusche aus den Fenstern, brettern Autos lautstark durch ebenso schmale Gassen. Und im Gegensatz zu allen anderen maltesischen Städten wird hier Englisch gesprochen.

Eines Abends spazierten wir in Sliema zum Fort Tigné, einer nicht weiter erwähnenswerten Festung am südöstlichen Ende der Stadt. Die Felsen am Ufer sind wie weichgespült, kleine und große Pfützen zeugen von der Brandung windiger Tage. Gegenüber färbt die untergehende Sonne den Himmel über Valletta erst golden, dann dunkelblau, dann rosa. Bald schon ist die Karmelitenkirche eingebettet ist in ein Meer weiß funkelnder Lichter. Ein Spektakel, dass an diesem Abend außer uns nur ein einsamer Angler verfolgen durfte. Es ist der Ort, an dem sich Valletta erst richtig in unser Herz brannte. Manchmal ist eben etwas Abstand nötig, um das Wesentliche zu erkennen.

In Kürze: Unser 1 THING TO DO für Valletta

Was? Einen Sonnenuntergang am Fort Tigné mit Blick auf die Silhouette Vallettas verbringen.
Wo? Das Fort Tigné befindet am Ufer der Halbinsel von Sliema. Du erreichst es über eine Fußgängerbrücke auf der Uferseite gen Valletta sowie einen weiteren Weg, der hinter der Shopping Mall The Point beginnt.
Wie viel? Gar nichts.
Wieso? Um mit etwas zeitlichem und örtlichen Abstand die Schönheit Vallettas erst richtig zu realisieren.

Von Valletta und Sliema aus starteten wir übrigens auch zu einer Wanderung entlang der Victoria Lines. Auf dieser durchquerten wir die Hauptinsel des Archipels einmal komplett. Mehr dazu sowie über unsere anderen Erlebnisse in Malta liest du in unserem einführenden ↠ Malta Reisebericht.

Reisen um zu reisen!
John & Marc

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