Strände bei Thessaloniki: 3 Wege ins Mittelmeerglück

Thessaloniki ist mit dem Flugzeug zwar schnell erreicht, weist jedoch ein vermeintliches Manko auf. Im Gegensatz zu Städtereisezielen wie Barcelona oder Nizza verfügt die griechische Hafenstadt über keinen eigenen Strand. Wenn du Lust auf eine Kombination aus Citytrip und Strandfeeling hast, solltest du dich aber nicht vorschnell abschrecken lassen. Drei unserer Reisemomente zeigen, wie du bei Thessaloniki doch noch den Weg zum Strand findest. Geschrieben von Marc.

Thessaloniki Strand
Nur eine Stunde im Zug von Thessaloniki aus entfernt ist dieser Strand an der Olympischen Riviera.

Thessaloniki Strand: Im Wasserbus nach Néoi Epivátes und Peraía

Vom Weißen Turm zum Strand bei Thessaloniki

Es ist mein zweites Mal in Thessaloniki. Die Mittagssonne brennt vom Himmel. Selbst jetzt im Oktober möchte man es den Einheimischen gleichtun, ein schattiges Café aufsuchen oder die wärmsten Stunden des Tages einfach im klimatisierten Büro oder den eigenen vier Wänden verbringen. Es sind Momente wie diese, in denen man sich wünscht, Thessaloniki hätte statt eines ewigen Kais an gleicher Stelle einen langgezogenen Sandstrand.

Als ich abermals am Weißen Turm flaniere, dem Wahrzeichen Thessalonikis schlechthin, fällt mir ein Schild ins Auge, das Abhilfe verspricht. „Karavakia“, steht dort geschrieben, „Thessaloniki Waterbus“. Ein Wasserbus, der mir doch noch zum Bad im kühlen Nass verhelfen soll? Ich habe Glück, das nächste Schiff fährt in einer halben Stunde, in weiteren 30 Minuten soll ich am Strand sein. Die Grafik auf der Webseite zeigt einen breiten Strand mit Sonnenliegen und -schirmen. Perfekt!

Thessaloniki Strand
Besser als vom Wasser aus bekommst du den Weißen Turm von Thessaloniki nicht vor die Linse.
Thessaloniki Strand
Mit dem Wasserbus fährst du in etwa einer halben Stunde zu den nahe Thessaloniki gelegenen Stränden von Néoi Epivátes und Peraía.

Bei Thessaloniki: Griechische Tavernen am Strand

Die Bootsfahrt im Wasserbus lohnt alleine schon, um die Uferlinie von Thessaloniki aus der wohl schönsten Perspektive zu sehen. In Néoi Epivátes angekommen, einer der beiden Stationen südlich der Hafenstadt, macht sich zunächst aber Ernüchterung breit. Dieser Strand bei Thessaloniki ist in Wirklichkeit nur ein paar Meter breit und ziemlich naturbelassen. Dafür gibt es etliche Tavernen direkt am Mittelmeer. In einer davon mache ich es mir direkt gemütlich.

Das Stück Pastítsio macht zwar keinen flachen Bauch, das Gläschen Ouzo jedoch nimmt jegliche Hemmung. Ich suche mir ein stilles, sauberes Plätzchen am Strand auf dem Weg nach Peraía, einer weiteren Station des Wasserbusses, und breite mein Handtuch aus. Der Einstieg ins Mittelmeer ist flach. Es dauert eine ganze Weile, bis ich los schwimme. Doch aus der Entfernung sieht der Strand ohnehin viel schöner aus, und das Wasser ist so, wie man es von Griechenland erwartet: klar und türkisblau.

Anreise nach Néoi Epivátes und Peraía

Aktuelle Abfahrtszeiten und alles Weitere zum Wasserbus in Thessaloniki findest du hier. Tickets für eine Fahrt kosten 3,50 Euro (zu zahlen an Bord, Stand: September 2018).

Thessaloniki Strand
Besonders schön sind die Strände im unmittelbaren Süden von Thessaloniki nicht.
Thessaloniki Strand
Ein Ausflug nach Néoi Epivátes und Peraía lohnt – neben dem Sprung ins kühle Nass – insbesondere auch, um eine der Psarotavernen zu besuchen.

Thessaloniki Strand: Im Zug zur Olympischen Riviera

Das größte Abenteuer meiner Reise durch den Osten Griechenlands habe ich soeben hinter mir. Ich war ↠ wandern im Olymp. Und was gibt es Schöneres, als im Anschluss die schwitzigen Klamotten von sich zu werfen und ins Wasser zu springen? An der Straße von Litóchoro nach Pláka hebe ich meine Hand, um ein Auto anzuhalten, das mich meinem Wunsch näher bringt. Es dauert einen Moment, doch irgendwann sitze ich auf der Pritsche eines Pick-ups. Ganz wie in einem Roadtrip-Movie.

Vor dem Fischerdörfchen Pláka breitet sich lediglich eine kleine, teils steinige Bucht aus, die dafür kaum ein Griechenland-Stereotyp auslässt. Nach Norden hin wird die Strandlinie grobkieselig bis felsig. Doch nach Süden, in Richtung Leptokaryá, stoße ich auf einen der schöneren Mittelmeerstrände, die ich bis dato gesehen habe. Er ist nicht idyllisch, nicht feinsandig, dafür aber kilometerlang, bis zu 50 Meter breit und gen Hinterland mit Blick auf die Gipfel des Olymp ausgestattet. Ein Strand mit i-Tüpfelchen, könnte man sagen.

Anreise nach Leptokaryá, Olympische Riviera

Vom Hauptbahnhof in Thessaloniki erreichst du das touristisch geprägte Leptokaryá in nur etwa mehr als einer Stunde, je nach Lage deiner Unterkunft also ähnlich schnell wie Peraía und Néoi Epivátes. Von Leptokaryá aus – wegen der Schnellstraße besser nicht ab Litóchoro! – kannst du einen längeren Strandspaziergang ins gemütlichere Pláka unternehmen. Zugtickets gibt es hier oder vor Ort am Schalter (Geschäftszeiten beachten!).

Thessaloniki Strand
Pláka ist quasi der Fischerhafen der nahegelegenen Kleinstadt Litóchoro.
Thessaloniki Strand
Der kleine Ort an der Olympischen Riviera bedient so ziemlich jedes griechische Urlaubsklischee.
Thessaloniki Strand
Von Pláka breitet sich auf mehreren Kilometern Länge ein feinkieseliger Strand in Richtung Leptokaryá aus.
Thessaloniki Strand
Schaust du in die andere Richtung, kannst du streckenweise den Olymp erspähen.

Thessaloniki Strand: Im Bus auf die Chalkidikí

Ein Ausflug auf die Halbinsel ↠ Chalkidikí ist der Klassiker, wenn es darum geht, Thessaloniki zu entdecken und trotzdem griechisches Strandfeeling zu genießen. Wir haben uns für ↠ Vourvouroú entschieden, ein touristisch geprägtes, im September aber doch ruhiges Örtchen auf der Halbinsel Sithonía. Manchmal liest man, dass es hier die schönsten Strände Griechenlands geben soll. Nun kennen wir längst nicht jeden. Und doch neigen wir dazu, dieser Aussage zuzustimmen.

Spontan entscheiden wir uns, die Nacht unter einer Pinie am Karídi Beach zu verbringen, einer sandigen Bucht mit glasklarem Wasser, nordwestlich des Zentrums des einstigen Fischerdorfs. Die Nacht unter Sternenhimmel soll nicht unsere wärmste sein, doch wir wollen ohnehin nicht lange schlafen. Zum Sonnenaufgang spazieren wir auf eine kleine Halbinsel und sehen, wie der rote Feuerball über der gegenüberliegenden Halbinsel Athos aufgeht. Ein 1 THING TO DO, wie es im Buche steht. Sollte es irgendwann mal ein Buch von uns geben.

Anreise auf die Halbinsel Chalkidikí

Die Anreise auf die Chalkidikí gestaltet sich etwas schwieriger als die Zugfahrt zur Olympischen Riviera: Zunächst gilt es zum Busbahnhof KTEL Chalkidikis zu gelangen, der sich im Süden von Thessaloniki befindet. Von hier aus fahren in der Regel täglich Busse zu zahlreichen Ortschaften auf der Chalkidikí ab, wobei nicht jeder davon im Rahmen eines Tagesausflugs Sinn macht. Für Reisende mit wenig Zeit empfehlen wir Strände im Norden der Halbinsel Kassandra. Informationen zu allen Busverbindungen findest du hier.

Thessaloniki Strand
Der Karídi Beach bei Vourvourou versprüht fast schon ein bisschen Seychellen-Feeling.
Thessaloniki Strand
Sonnenaufgang über Athos, unser 1 THING TO DO für eine Reise auf die Chalkidikí.

Mehr über Griechenlands zweitgrößte Stadt liest du in unserem ↠ Thessaloniki Reisebericht. Wenn du mehr Zeit auf deiner Reise in den Nordosten Griechenlands mitbringst, bestehen natürlich noch weitere Möglichkeiten, Thessaloniki und Strandurlaub miteinander zu verbinden. Ein waschechter Geheimtipp ist die Halbinsel ↠ Pilion, für die wir ebenfalls ein 1 THING TO DO parat haben.

Reisen um zu reisen!
John & Marc

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Thessaloniki Strand

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4 thoughts on “Strände bei Thessaloniki: 3 Wege ins Mittelmeerglück”

  1. Antje says:

    Puh, ich kann mich nur zum zweiten Tipp „Olympische Riviera“ äußern und dem kann ich nicht zustimmen und möchte davor warnen, tut mir leid… Ich bin gerade eine Woche allein in Thessaloniki und wollte gern einen Ausflug ans Meer unternehmen. Die Beschreibung der „Olympischen Riviera“ klang vielversprechend. Ich bin mit dem Zug nach Leptokarya gefahren (kein Problem) und von dort aus am Meer entlang bis Plaka gelaufen. Ich fand den Strand fürchterlich (langweilig)…! Vielleicht ist in den Sommermonaten schöner im Vergleich zum jetzigen Herbst, aber vorstellen kann ich mir das nicht. Da gefallen mir (nur Mal innerhalb Europas) die Strände auf Formentera, Föhr und in der Normandie weitaus (!) besser! Ein Highlight gab es dann in Plaka, wo mich ein einsamer hübscher Tisch am Meer in einer Taverne einlud zu verweilen, mich einige nette Katzen und Hunde besuchten, und der Gastwirt mich auf Schnaps und Wein einlud – DAS war tatsächlich toll 🙂! Anschließend wollte ich weiter bis Litochoro zum Bahnhof laufen – und musste feststellen, dass lediglich eine Schnellstraße dort hin führt… Nicht sehr einladend, sah sehr hässlich und gefährlich aus! Ich habe mich dann erstmal in eine Bar am Staßenrand gesetzt in der Hoffnung, dass der Besitzer mir ein Taxi zum Bahnhof rufen kann. Der meinte, das könne er machen, würde aber mindestens 30 Euro kosten weil der Fahrer ja erstmal anreisen müsste… Quasi aus Verzweiflung – mir blieb ja nichts anderes übrig – habe ich das Angebot des Barkeepers angenommen und mich für 10 Euro inklusive des einen Weines, den ich getrunken hatte, per Moped zum Bahnhof bringen lassen…. Insgesamt hat mich die Fahrt inklusive 0,1 Liter Weißwein (Zug Thessaloniki > Leptokarya, Moped Plaka > Litochoro, Zug Litochoro > Thessaloniki) 31 Euro gekostet – und ich würde sagen: das war es nicht wert… Also bitte überdenken!

    1. 1 THING TO DO says:

      Hallo Antje,

      danke für dein Feedback! Ich bin die Strecke zwischen Pláka und Litóchoro (Bahnhof) sogar gelaufen und habe sie bewusst im Text gar nicht erst angesprochen. Absolut nicht geeignet, um dort lang zu laufen. Da hast du 100 Prozent recht! Ich werde das zur Sicherheit noch im Artikel ergänzen.

      Deine Enttäuschung über den Strand kann ich einerseits verstehen, andererseits nicht so richtig. Natürlich sind die Strände anderswo in Europa schöner, aber es ging einfach mir darum, Wege aufzuzeigen, wie man in und um Thessaloníki zumindest ein bisschen Strandurlaub machen kann. Hierzu empfinde ich die Olympische Riviera als geeignet, und ehrlich gesagt fand ich den Strand auch im Oktober optisch ziemlich nett, weil ich viel Platz für mich hatte. „Langweilig“ zieht mich da eher noch an. Ist aber natürlich auch Geschmackssache!

      Aber schön, dass du in Pláka auch ein schönes Erlebnis hattest. Oder zumindest was, was dich offensichtlich an die Reise erinnern lassen wird. 🙂

      Liebe Grüße
      Marc

  2. Viermal Fernweh says:

    Auf der Chalkidiki gibt es tatsächlich fantastische Strände. Ich habe eine Weile dort gewohnt und mein „Hausstrand“ war der in Siviris und nebenan der Elani Beach auf der Kassandra. Wie immer habt Ihr tolle Bilder mitgebracht. Ich muss wohl mal wieder nach Thessaloniki und auf die Chalki.
    Liebe Grüße, Ines

    1. 1 THING TO DO says:

      Danke dir, liebe Ines! Wir waren in der Zwischenzeit dreimal mehr oder weniger lange in Thessaloníki und es gibt – abseits des Verkehrschaos – immer wieder Neues zu entdecken, natürlich auch in der Umgebung.

      Liebe Grüße zurück! 🇬🇷

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