Kirgisistan Reisebericht: Komm mit mir ins Abenteuerland

Als ich mit Freunden über meine bevorstehende Kirgisistan-Reise sprach, schaute ich nicht nur einmal in verdutzte Augen: „Wieso zur Hölle Kirgisistan?“ Ich jedoch reiste mit ganz genauen Erwartungen in die zentralasiatische Republik. Sie wurden nicht enttäuscht. Mein Kirgisistan Reisebericht ist Auftakt zu einer umfassenden Berichterstattung aus dem Abenteuerland in Zentralasien, mit der ich selbst einen kleinen Teil dazu beitragen möchte, die vielen Fragezeichen hinter Kirgisistan aufzulösen. Geschrieben von Marc.

Kirgisistan Reise
Eine Station meiner Kirgisistan-Reise war der See Tulparköl im Süden des Landes.

Was für eine Kirgisistan-Reise spricht

Angezogen von Reisezielen, die noch nicht vom Massentourismus überrollt wurden, existierte mein Wunsch, eines Tages nach Kirgisistan zu reisen, schon länger. Mit jedem Artikel im Social-Media-Feed, mit jedem Instagram-Bild noch ein bisschen mehr. Nach unserer ↠ Kaukasus-Reise erwartete ich in Kirgisistan gewissermaßen ein zweites Georgien. Allerdings ein Georgien, das noch unentdeckter ist und dementsprechend auch noch mehr Abenteuer bereithält. Ein Abenteuerland.

Kirgisistan liegt zu 90 Prozent oberhalb von 1.500 Metern. Gleich mehrere seiner Gipfel ragen über 7.000 Meter hoch in den Himmel. Die circa sechs Millionen Einwohner zählende Republik in Zentralasien ist so weit von den großen Ozeanen entfernt wie kaum ein anderes Land. Ihre beiden größten Städte, Bischkek im Norden und Osch im Süden, sind selbst unter Kennern nicht gerade als Schönheiten bekannt. Im Zentrum einer Kirgisistan-Reise steht deshalb das Wandern – mit Naturerlebnissen, die du auf zahlreichen Wanderwegen teilweise ganz alleine genießen kannst.

Ein paar erste Eindrücke bekommst du in meinem Video-Reisebericht aus Kirgisistan:

 

Kirgisistan Reisebericht: Einheimische und Touristen

Nach meiner vierwöchigen ↠ Russland-Reise, auf der ich kaum ausländische Touristen traf, war ich überrascht, wie viele ich letztlich in Kirgisistan kennenlernte. Es waren fast ausschließlich positive Begegnungen. Kirgisistan scheint derzeit einen ganz bestimmten Menschentypus anzuziehen. Viele befinden sich auf der Suche nach irgendetwas, so manche haben ihren Job gekündigt. Auch ich bereiste Kirgisistan im Rahmen eines ↠ Sabbaticals. Während ich beispielsweise auf unseren ↠ Balkan-Reisen eine Abneigung gegenüber oberflächlichem Backpacker-Talk entwickelte, gingen die Gespräche in Kirgisistan deutlich mehr in die Tiefe.

Der Tourismus in Kirgisistan steckt – außer am Yssykköl, dem zweitgrößten Gebirgssee der Erde – in den Kinderschuhen. Viele Einheimische wittern in ihm die Chance auf eine bessere Zukunft, versuchen sich als Guide, arbeiten in einer Reiseagentur oder eröffnen gleich ein Hostel. Entsprechend aufgeschlossen sind sie gegenüber Reisenden: Ihre Gastfreundschaft ließ mich auch im abgelegensten Dorf willkommen fühlen. Und sie hatte – für mich persönlich noch wichtiger – dennoch ihre Grenzen. Von Aufdringlichkeit keine Spur.

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Auf dem Ala-Too-Platz im Zentrum der Hauptstadt Bischkek.
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Am Bergsee Songköl übernachtete ich zum ersten Mal in einer Jurte.

Die Route deiner Kirgisistan-Reise

Lass dich überraschen

Wir sind dafür bekannt, spontan zu reisen und die Dinge vor Ort auf uns zu kommen zu lassen. Trotzdem gibt es auf unseren Reisen in der Regel eine „Route im Kopf“, die zwar Spielräume gibt, aber am Ende irgendwie eingehalten wird. Diese Herangehensweise bedarf zumindest eines Mindestmaßes an Recherche. In Kirgisistan jedoch verzichtete ich völlig darauf, mich an einer Route zu orientieren. Das hatte zwei Gründe:

  • Erstens hatte ich bereits zuvor in Russland alle vorab vorsorglich reservierten Unterkünfte und Zugfahrten storniert, weil sich mein Reisetempo völlig von dem unterschied, was ich mir vorgestellt hatte.
  • Zweitens war ich im Falle meiner Kirgisistan-Reise zum ersten Mal wirklich damit überfordert, abschätzen zu können, was wie lange dauert. Die Quellenlage hierzu ist eher dürftig, teilweise gibt es gar widersprüchliche Angaben.

Insofern reiste ich mit lediglich zwei Orientierungspunkten durch Kirgisistan: Ich begann meine Erkundungen im Norden und reiste anschließend in den Süden weiter. Beide Regionen sind nicht nur kulturell und landschaftlich verschieden, sondern durch die Gebirgszüge im Zentrum Kirgisistans auch ziemlich voneinander abgeschnitten. Die Trennung deiner Reise anhand dieser beiden Schwerpunktregionen ist daher logisch. Je nach Zeitkontingent empfehle ich sogar, dich auf eine der beiden zu beschränken. Alleine im Norden kannst du locker zwei Wochen verbringen.

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Einsamer Wanderweg im Ala-Artscha-Nationalpark auf dem Weg zur Razek-Hütte.
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Buntes Treiben auf dem Zentralmarkt in Osch.

Meine Route durch Kirgisistan

Ingesamt reiste ich 16 Tage lang durch Kirgisistan und verbrachte obendrein drei Tage in Kasachstan, wo meine Reise startete. Per Marschrutka, dem gängigsten öffentlichen Verkehrsmittel in Zentralasien, gelangte ich zunächst von Almaty zur kasachisch-kirgisischen Grenze, von wo aus ich schließlich mit dem Taxi weiter nach Bischkek reiste (Fahrtzeit insgesamt circa vier Stunden).

Rund zehn Tage verbrachte ich im Norden von Kirgisistan. Dort erkundete ich die Hauptstadt Bischkek, badete im Yssykköl, wanderte bei Karakol, erlebte mehrere Jahreszeiten an einem Tag am Songköl und verliebte mich ins abgelegene Kyzart. Fast eine Woche verbrachte ich schließlich im Süden, davon etwas zu viele Tage in Osch, und wanderte von Sary Mogul aus dem 7.134 Meter hohen Pik Lenin entgegen.

Für die Strecke von Nord nach Süd und wieder zurück nutzte ich übrigens – Schande über mein Haupt – das Flugzeug. Der Flug von Bischkek nach Osch dauert gerade einmal 45 Minuten. Die Fahrt im Pkw – es gibt keine Marschrutka-Verbindung – nimmt dagegen einen ganzen Reisetag in Anspruch. Das Ganze mal zwei war mir dann doch etwas zu viel Zeitverlust.

Mehr zu den einzelnen Stationen meiner Kirgisistan-Reise liest du am Ende des Artikels.

Unterwegs in Kirgisistan: So kommst du von A nach B

Gemessen an der Länge der Reise habe ich in Kirgisistan nicht allzu viele Orte kennengelernt. Das liegt vor allem daran, dass ich am Ende meiner Kirgisistan-Reise aufgrund eines Erlebnisses, von dem ich bereits auf ↠ Reisedepeschen berichtete, das Gefühl hatte, genug gereist zu sein, und stattdessen einfach in Osch blieb. Zum anderen gibt es in Kirgisistan in der Regel keine schnellen Verbindungen von Reiseziel zu Reiseziel. Beispiel Songköl, wo ich zum ersten Mal in einer Jurte übernachtete: Hierhin gelangst du entweder zu Fuß oder mit dem Pkw – öffentliche Verkehrsmittel dorthin gibt es schlichtweg nicht.

Wenn du deine Kirgisistan-Reise, wie ich, ohne Mietwagen beschreitest, dann sind Marschrutki dein Fortbewegungsmittel der Wahl. Diese sind äußerst günstig und verkehren in so gut wie jedes auf der – nicht immer asphaltierten – Straße erreichbare Dorf im Land, auch wenn dies hin und wieder mit Umsteigen verbunden ist. Alternativ verkehren zwischen manchen Städten private Fahrer. Diese fahren genauso, wie die Martschrutki, erst dann los, wenn der Wagen voll ist, was den Fahrtpreis wiederum senkt. Und wenn doch mal gar nichts fährt, dann gilt es, über eine der zahlreichen lokalen Reiseagenturen oder über deine Unterkunft einen eigenen Fahrer zu engagieren. Es gibt immer einen Weg.

Tipp: In deinem Reiseführer, auf diversen Blogs und in einigen Onlineforen findest du so manche Abfahrtszeit und so manchen Abfahrtsort, die der Vergangenheit angehören. Vor Ort also am besten zügig selbst noch einmal erkundigen. Manchmal hängen Fahrpläne aus, teilweise ebenfalls veraltet. Sicherer ist es aber, deine Unterkunft oder ggfs. deinen Guide um Rat zu bitten.

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Marschrutka in Kirgisistan: Zwischenstopp zwischen Bischkek und Tscholponata.
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An Bord einer Marschrutka auf dem Weg zum Yssykköl.

Weiterreise in andere Länder Zentralasiens

Während meiner Kirgisistan-Reise traf ich auf sehr viele Langzeiteisende, die nicht nur Kirgisistan besuchten, sondern auch seine Nachbarländer. Besonders beliebt ist dabei die Kombination mit ↠ Usbekistan. Das liegt auf der Hand: Usbekistan beginnt direkt an der Stadtgrenze von Osch. Allerdings brauchst du hierfür – Stand Januar 2019 – ein Visum. Mit Ausnahme von Almaty verbanden dagegen nur wenige Reisende ihren Trip mit Entdeckungstouren in ↠ Kasachstan.

In Osch traf ich fast ausschließlich auf Reisende, die den ↠ Pamir Highway in Tadschikistan entweder bereits befahren hatten, oder genau das noch vor hatten. Entweder mit dem Auto, auf dem Motorrad oder sogar auf zwei Rädern. Reisende, die den Schwerpunkt ihres Trips auf Kirgisistan legten, besuchten häufig ausschließlich den Norden des Landes. Die Standardroute führte dabei von Bischkek aus zum Yssykköl, der einmal umrundet wurde – inklusive Abstecher zum Wandern rund um Karakol.

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Blick auf den 7.134 Metern hohen Pik Lenin an der Grenze zu Tadschikistan.
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Aus der Vogelperspektive ist die Grenze zwischen Kirgisistan und Usbekistan bei Osch nicht mal zu erkennen.

Die Kosten meiner Kirgisistan-Reise

19 Tage in Kirgisistan und Kasachstan kosteten mich insgesamt circa 1.300 Euro, abzüglich der Kosten für An- und Abreise über Almaty circa 900 Euro. Letztere verteilten sich in etwa wie folgt:

  • 150 Euro Übernachtungskosten (ausschließlich in Hostels und Guest Houses)
  • 300 Euro Transportkosten vor Ort (inklusive zweier Inlandsflüge)
  • je 200 Euro für Restaurantbesuche und Supermarkteinkäufe
  • 50 Euro für sonstige Kosten (zum Beispiel Eintrittsgelder)

Im Schnitt habe ich damit etwas weniger als 50 Euro pro Reisetag ausgegeben – und damit weniger als beispielsweise in Russland. Kirgisistan ist folglich ein sehr günstiges Reiseziel, wenn du bedenkst, dass ich aufgrund der niedrigen Preise vor Ort nicht gerade knauserig unterwegs war. Obendrein war ich als Alleinreisender unterwegs und saß folglich mehrfach alleine im Taxi. Das sind Kosten, die du mit anderen teilen kannst, wenn du eben nicht alleine reist.

Ein paar Worte zum Thema Touristenabzocke: Begünstigt durch die Sprachbarriere – über Englischkenntnisse verfügt in der Regel nur die jüngere Bevölkerung – kann es vorkommen, dass du für eine Taxi- oder Marschrutka-Fahrt, mehr bezahlst als Einheimische. Für ein paar Reisende, die ich unterwegs getroffen habe, war das ein Ärgernis. Ich persönlich konnte darüber nur den Kopf schütteln. Zum einen, weil es letztlich um ein paar wenige Euro, manchmal gar um Cent-Beträge ging. Zum anderen weil selbst die „Touristenpreise“ noch immer günstig sind. Selbst eine Inlandsreise beispielsweise ist für viele Einheimische unerschwinglich. Daher habe ich ihnen jeden Cent aus meinem Portemonnaie gegönnt.

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Laghman ist eines der kirgisischen Nationalgerichte.
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Mein Guest House in Altyn-Araschan zwischen Karakol und Alaköl.

Praktische Tipps für deine Kirgisistan-Reise

Mit oder ohne Guide durch Kirgisistan?

  • Auch wenn ich selbst ohne Guide in Kirgisistan gut zurecht gekommen bin, kann es sich lohnen, für einzelne Etappen zumindest darüber nachzudenken. Das gilt natürlich insbesondere für Ausflüge auf dem Pferd. Viele Guides besitzen außerdem ein eigenes Guest House oder bringen ihre Gäste bei Freunden und Bekannten unter – eine tolle Gelegenheit, tiefer in den kirgisischen Alltag einzutauchen.
  • In der Marschrutka von Bischkek nach Tscholponata lernte ich Damir kennen, der zufällig gerade damit begonnen hatte, seine eigene Reiseagentur zu gründen. Damir spricht flüssiges Englisch und kann dir garantiert jede Frage beantworten, die dir über Land und Leute in den Kopf schießt. Wenn du darüber nachdenkst, für bestimmte Ausflüge einen Guide zu engagieren oder bei deiner Recherche nicht weiterkommst, erreichst du ihn auf ↠ Facebook oder über seine ↠ Webseite.

Die beste Reisezeit für Wanderer

  • Für Naturfreunde ist der Sommer die sicherste Jahreszeit, meine Kirgisistan-Reise führte mich im August nach Zentralasien. Zumindest bis auf 4.000 Meter Höhe stößt du dann in der Regel auf keinerlei Hindernisse, die dir die ausgesuchte Wanderung vermasseln, vor allem natürlich Schnee. In den Städten ist es im Sommer zwar teilweise unangenehm heiß. Im Gebirge ist es dagegen zumeist trotzdem angenehm kühl – plötzliche Wetterumschwünge mal außen vor.

Sicher ist sicher

  • Ich empfehle dir, mindestens ein Ersatzladekabel pro Gerät im Reisegepäck dabei zu haben. Am Songköl habe ich beinahe einen Nervenzusammenbruch erlitten, da zunächst mein iPhone-Ladekabel nicht mehr funktionierte und sich obendrein das – in weiser Voraussicht in Bischkek gekaufte – neue Kabel als unbrauchbar erwies. Auch das nächste „Premium-Ladekabel“, das ich mir abermals in Bischkek kaufte, hatte ständig einen Wackelkontakt.
  • Eine Powerbank sollte inzwischen zur Standardausrüstung auf Reisen gehören. Dennoch weise ich an dieser Stelle vorsichtig darauf hin, dass du beispielsweise bei Übernachtung in einer Jurte in aller Regel keinen Stromanschluss hast.
  • Es schadet nie, Taschentücher in der Hosentasche dabei zu haben. Insbesondere außerhalb der Städte ist die Toilette gerne mal ein einfaches Loch im Boden.
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Wohnzimmer im Guest House eines Guides, den ich am Songköl kennenlernte.
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Typisch kirgisische Essenstafel in einer Jurte am Songköl.

Die Stationen meiner Kirgisistan-Reise

Bischkek und Ala-Artscha-Nationalpark (Norden)

Bischkek ist mit knapp einer Million Einwohner ganz klar die Metropole Kirgisistans. Dass es hier relativ modern, fortschrittlich und hektisch zugeht, bemerkte ich jedoch erst, als ich zum zweiten und dritten Mal in die Hauptstadt zurückkehrte. Im Vergleich zu Almaty ist ↠ Bischkek geradezu eine Oase der Ruhe. Sein Zentrum ist überraschend grün, jedoch nicht sonderlich reich an Sehenswürdigkeiten. Da Bischkek alles andere als das Hauptziel meiner Reise war, war es nicht weiter schlimm, dass ich in der Kapitale tatsächlich nicht allzu viel Zeit verbringen wollte. Höhepunkt war der Ausflug in den südlich gelegenen ↠ Ala-Artscha-Nationalpark, in dem ich zur Razek-Hütte auf circa 3.300 Metern Höhe wanderte.

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Der Ala-Artscha-Nationalpark im Süden von Bischkek ist per Marschrutka erreichbar.

Yssykköl (Nordosten)

Den zweitgrößten Gebirgssee der Welt erlebte ich von Tscholponata aus, auch wenn ich vorab davor gewarnt wurde. Zu touristisch, zu teuer, zu wenig Charme. Allerdings spricht für Tscholponata am ↠ Yssykköl, dass du von hier aus problemlos nach Karakol weiterreisen kannst. Auch die Anreise ab Bischkek gestaltet sich unkompliziert. Obendrein findest du hier mehrere Sandstrände mit teilweise glasklarem Wasser vor. Es gibt diverse günstige Restaurants, in denen überwiegend Einheimische speisen, dazu mehrere Supermärkte und Hostels. Heißt: Seiner Infrastruktur sei Dank konnte mich Tscholponata allemal überzeugen.

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Blick vom Wasser aus auf Tscholponata am Nordufer des Yssykköl.

Karakol (Osten)

Hier gibt es nichts drumherum zu reden: Karakol selbst lohnt meiner Meinung nach lediglich als Ausgangspunkt, im Osten von Kirgisistan zu Wanderungen aufzubrechen. Allerdings sind hierfür weitere, zumindest kurze Marschrutka-Fahrten nötig. Im winzigen Zentrum von Karakol gibt es ein paar Supermärkte, in denen du nur das Allernötigste für deine Wanderungen kaufen kannst. Auch die Restaurants konnten mich nicht überzeugen. Der Tourismus ist in Karakol noch nicht richtig angekommen.

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Eines der schöneren Wohnhäuser in Karakol, mit einem Hauch von Russland.

Altyn-Araschan und Alaköl (Osten)

Südlich von Ak-Suu, einer Nachbarstadt von Karakol, beginnt der Wanderweg nach Altyn-Araschan, einem kleinen „Kurort“ auf etwa 2.400 Metern Höhe. Die 14 Kilometer lange Wanderung durch das Araschan-Tal nimmt etwa fünf Stunden in Anspruch und bietet dabei – abseits des reißenden Flusses – kaum Höhepunkte. In Altyn-Araschan gibt es diverse Guest Houses und Jurtencamps. Diese verfügen zum Teil über eigene heiße Quellen, in denen du dich nach einem anstrengenden Tag entspannen kannst. Eine beliebte, aber auch anstrengende Wanderung führt zum Bergsee ↠ Alaköl, auf der ich circa 1.500 Höhemeter überwand und folglich erstmals an den 4.000 Metern kratzte.

Übernachtungstipp: ↠ Elza Guest House in Altyn-Araschan (nicht zu spät anreisen, ggfs. schon in Karakol reservieren). Verfügt über einen kleinen Shop mit kühlen Getränken, ein Hot Spa und bietet Frühstück, Mittagessen sowie Abendbrot an.

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Der Alaköl, gelegen auf 3.532 Metern Höhe, ist eines der beliebtesten Ziele für Wanderer.

Songköl (Zentrum)

Meine Reise zum ↠ Songköl im nördlichen Zentrum von Kirgisistan war durch und durch von Pech verfolgt. Wegen starker Regenfälle war zunächst eine der drei Passstraßen zum See gesperrt, weshalb ich erst im Dunkeln ankam – bei leichtem Schneefall im August. Das Wetter sollte sich auch am folgenden Tag nicht bessern. Daher musste ich damit Vorlieb nehmen, Nebel und Wolken etwas Mystisches abzugewinnen. Meine erste Anlaufstelle, sollte ich eines Tages nach Kirgisistan zurückkehren.

Übernachtungstipp: ↠ Jurtencamp Azamat*, in der die Tochter der Familie sogar Deutsch spricht. Das Camp ist, meiner Einschätzung nach, von Kyzart aus gut zu erwandern (Strecke circa 24 Kilometer) – ich saß auf dem Weg allerdings im Auto.

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Jurten im Nebel am Bergsee Songköl.

Kyzart (Zentrum)

Nach ↠ Kyzart führte mich meine Kirgisistan-Reise nur, weil ich am Songköl eine Gruppe dreier Deutscher kennenlernte, die aufgrund des miserablen Wetters ihren Ausflug zu Pferde nicht fortsetzen konnten. Glück im Unglück: Der Host der drei schlug uns vor, in seinem Guest House in Kyzart zu übernachten. Das Dorf verfügt über keinerlei asphaltierte Straßen, ist dafür jedoch von Gebirgszügen umgeben, die gerade zum Sonnenuntergang eine ganz eigene Stimmung verbreiten. Eine willkommene Abwechslung zum doch eher typisch alpin geprägten Osten Kirgisistans.

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Sonnenuntergang in Kyzart, einem einfachen, aber auch einfach schönem Dorf im Zentrum Kirgisistans.

Osch (Süden)

Der Zufall wollte, dass ↠ Osch heute zu jenen Städten im Ausland gehört, in denen ich die meiste Zeit verbrachte. Und dass obwohl Osch, ähnlich wie Bischkek, eher arm an Sehenswürdigkeiten ist. Im ↠ Apple Hostel* lernte ich einen bunten Nationalitäten-Mix kennen, saß eines Abends mit einem Saudi, einem Israeli, einem Türken und einem Franzosen kirgisischen Wodka trinkend im Außenbereich. Der Sonnenaufgang auf dem Suleiman-Too, einem 1.110 Meter hohen Hügel im Stadtzentrum, gehört zu den schönsten, die ich in Zentralasien erleben durfte.

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Blick auf Osch und die Suleiman-Too-Moschee vom gleichnamigen Hügel aus.

Sary Mogul und Tulparköl (Süden)

Einmal einen 7.000er sehen: Lange war nicht klar, ob ich die Gelegenheit beim Schopfe packen könnte, auf meiner Kirgisistan-Reise den 7.134 Meter hohen Pik Lenin zu erspähen. Zu umständlich wirkte auf mich die Anreise zum vis à vis liegenden Weiler ↠ Sary Mogul. Und ohne Route im Kopf wusste ich einfach nicht, ob ich überhaupt die Zeit dazu bekäme. Doch das Unterfangen ist mir geglückt: Auch wenn sich Pik Lenin überwiegend in dichten Wolken versteckte, zeigte sich die Spitze auf meiner Wanderung zum Bergsee ↠ Tulparköl doch noch hin und wieder. Vor meiner morgendlichen Rückreise nach Osch waren die Wolken gar vollends verschwunden.

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Hier versteckt sich der Pik Lenin gerade einmal wieder hinter Wolken.

Almaty (Kasachstan)

Nein, mit ↠ Almaty wurde ich zunächst überhaupt nicht warm. Anderthalb Millionen Einwohner zählt die größte Stadt Kasachstans, die mir einfach nur als riesig und laut in Erinnerung bleibt. Gemacht für Autos, für Fußgänger der Horror. Obendrein dauerte es eine Weile, bis ich das eigentliche Zentrum zwischen den Metrostationen Schibek Scholy und Almaly entdeckte. Für Almaty spricht jedoch, dass du auch von hier aus zu Wanderungen starten kannst, wie zum Beispiel auf den 3.053 Meter hohen Furmanow, südöstlich der Stadt gelegen. Eine gute Gelegenheit, dich schon einmal mit der Höhenluft vertraut zu machen, solltest du wie ich von Almaty aus weiter nach Kirgisistan reisen.

Übernachtungstipp: Von der Dachterrasse des ↠ Sky Hostels* hast du einen tollen Blick auf die Stadt und die angrenzenden Berge.

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Blick auf Almaty und die Gebirgskette, hinter der die kasachisch-kirgisische Grenze verläuft.

Hast du Fragen zu meinem Kirgisistan Reisebericht, die ich im Vorfeld deiner Reise nach Zentralasien beantworten kann? Dann immer her damit! Zum Abschluss möchte ich dir jedoch auch mit auf den Weg geben, dass der Reiz einer Kirgisistan-Reise genau darin liegt, dass das Land eben noch immer so viele Fragen offen lässt. Vielleicht lässt du die eine oder andere Antwort also einfach auf dich zukommen.

Reisen um zu reisen!
John & Marc

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