Meerblog: Ein gaaaanz langsames Interview

Wer Slow Travel sagt, muss auch Meerblog sagen! Aus diesem Grund haben wir Elke von eben diesem Meerblog nach ihrem Verständnis des langsamen Reisens befragt. Ein Interview über Entschleunigung, eine flügellose Ente und Elkes matschiges 1 THING TO DO für die weite Nordsee. Ein Interview von John & Marc.

Elke, was macht Meerblog zu einem Slow Travel Blog?

Im Gegensatz zum Magazin wird ein Blog ja meist von einer Persönlichkeit geprägt. Und ich bin halt der ruhige Genießertyp, der am liebsten Rad, Ente oder Zug fährt, auf Slow Food steht, am Meer schaukelt und Dünen hinunter kugelt. Barfuß am Meeressaum entlang zu schlendern hat eine stark entschleunigende Wirkung.

So konnte Meerblog eigentlich nur „slow“ werden, egal ob beim Reisen oder zu Hause in Nordfriesland. Ich möchte den Lesern für ein paar Minuten Alltagsflucht bieten, indem ich sie an einen anderen Ort mitnehme. Es sind dann eher die kleinen Abenteuer, die ich beschreibe, keine spektakulären Dinge wie Fallschirmspringen oder so.

Elkes Ente gehört zu ihren liebsten Fortbewegungsmitteln auf Reisen. Schickes Ding!

Was ist dein persönliches Verständnis vom „langsamen Reisen“?

Den Geist eines Ortes zu erfassen. Dabei ist es egal, ob du in ein Museum gehst, ein Stück Kuchen isst oder mit Einheimischen tanzt. Am besten eine Kombination von allem. Vieles ist auf Reisen nicht planbar, du erlebst es nur, wenn du dir selber den Raum dafür lässt.

Es spricht überhaupt nichts dagegen, in Paris unbedingt auf den Eiffelturm zu wollen. Slow wäre zum Beispiel dabei mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, tief durchzuatmen und zu Fuß hinunter zu laufen. Kein Mensch kann ständig mit einem Lächeln durch die Gegend gehen. Aber das Lächeln ist ein Zeichen von Offenheit, und die ist essentiell beim langsamen Reisen.

Sich einfach auf das einlassen zu können, was du vor Ort findest. Neugierig zu sein, ohne sich aufzudrängen. Dabei wäre es egal, ob die Reise drei Tage, Wochen oder Monate dauert.

Kaltbadehaus Malmö

Das Kaltbadehaus von Malmö: Auf Meerblog berichtet Elke davon, wie sie sich hier zunächst in der Sauna aufwärmte, um sich anschließend im kalten Öresund abzukühlen.

Wie bereitest du dich auf deine Reisen vor? Planst du konkret, oder lässt du dich lieber vor Ort treiben?

Beides. Da ich ja beruflich reise, komme ich an Planung nicht vorbei. Oft sind es Termine mit interessanten Menschen, die ich versuche zu organisieren, weil sie mir einen Einblick in das Leben vor Ort geben. Oder es gibt Projekte wie das Essen oder Basteln mit Einheimischen, die ich im Netz recherchiere, um die Bräuche vor Ort kennen zu lernen. Aber ganz wichtig ist trotzdem, genug Zeit für Zufälle zu lassen. Es geht darum, den Moment zu leben.

Welche deiner Reisen ist für dich ein Paradebeispiel für langsames Reisen?

Eine Reise, die ich im Sommer antreten werde, mein Projekt #scandi43 – Skandinavien für 3: Eine Ente, ein Hund und ich in Dänemark, Norwegen und Schweden. Ich lerne gerade ein bisschen Schwedisch, in der Hoffnung, damit in allen drei Ländern klar zu kommen. Natürlich weiß ich, dass Skandinavier im Allgemeinen perfekt Englisch sprechen, aber ich möchte näher dran sein.

Wir werden abseits der großen Städte fahren, viel in der Natur sein, am Meer, auf Campingplätzen. Autobahnen möchte ich meiden, obwohl es in Skandinavien wesentlich entspannter zugeht als bei uns.

Elke wohnt an der Nordsee. Die weite See hat ihre Art zu reisen indirekt beeinflusst.

Du lebst an der Nordsee. Inwiefern hat die Nordsee deine Art zu reisen beeinflusst?

Mein Leben und mein inneres Gleichgewicht kann die Nordsee beeinflussen, daher nur indirekt meine Art zu reisen. Diese Weite, nur Wolken, Sand und Meer, das entschleunigt nicht nur, es schärft auch den Blick fürs Detail, falls man ihn im Alltag verloren haben sollte. Als ich in Düsseldorf wohnte, hat mir der Rhein genau diese Momente der Ruhe und Inspiration gegeben. Ein See tut’s auch. Ein Wald… Ich war letzten Sommer in Finnland – aber das ist eine andere Geschichte.

Auf unseren Reisen begeben wir uns auf die Suche nach denjenigen Reisemomenten, die einfach in Erinnerung bleiben – das 1 THING TO DO. Hast du ein persönliches 1 THING TO DO für die Nordsee?

Eine Wattwanderung machen, und zwar barfuß – ein Erlebnis für alle Sinne!

Barfuß im Watt

Barfuß im Watt – eine Wattwanderung ist Elkes 1 THING TO DO für die Nordsee.

In diesem Sinne wünschen wir Elke alles Liebe für ihr Skandinavien-Abenteuer im Sommer dieses Jahres! Der Norden Europas wurde bei uns ja noch etwas vernachlässigt, wir freuen uns also auf frische Inspiration. Wer noch mehr über Elke und ihre Reisen erfahren möchte, der schaue ganz schnell auf Meerblog vorbei. Übrigens: Noch mehr zum Thema findest du in der Auswertung unserer Blogparade zum Thema Slow Travel. Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern.

Reisen um zu reisen!
John & Marc

19 thoughts on “Meerblog: Ein gaaaanz langsames Interview”

  1. Janey says:

    Ich muss Elke recht geben! Es gibt kaum etwas Schöneres, als barfuß am Meer durch den Sand zu laufen und dabei den Wind und die Wellen zu spüren.
    Ein sehr schönes Interview.

    1. 1 THING TO DO says:

      Wir sind jetzt auch richtig angefixt von einer Wattwanderung. 🙂

      Liebe Grüße!

      1. Elke says:

        Ihr sagt aber Bescheid, wenn ihr in der Nähe seid, gell? 😊

        1. 1 THING TO DO says:

          Na logo! Im Juli geht’s übrigens nach Helgoland für die ersehnte Portion Nordsee. 🙂

  2. Manfred says:

    Elkes Ente ist der Hammer !

    1. 1 THING TO DO says:

      Auf jeden Fall! 🙂

    2. Elke says:

      Ich hoffe, sie hält! Das soll ja erst der Anfang vom Roadtrip-Wahn sein! 😊

  3. Sigrid says:

    Also erst mal. Tolles Interview und richtig gute Einstellung! Jetzt, wo ich sowieso nicht mehr überall hin reisen kann, wo ich evtl. noch gerne hätte hin wollen ☺️ denke ich oft, dass man nicht überall gewesen sein muss, sondern die Orte, die man besucht, richtig zu entdecken, sich Zeit zu nehmen. Deshalb nehmen wir uns inzwischen für Städte immer eine Woche Zeit.
    Übrigens, vielleicht bin ich ja schon verwirrt, aber ich finde nirgends „Gefällt mir“. Ist ja eigentlich nicht schlimm, aber falls es die Möglichkeit irgendwo geben sollte. WO?
    Eure Beiträge sind immer wieder sehr schön zu lesen und die Fotos in diesem Beitrag einfach nur richtig schön!

    1. 1 THING TO DO says:

      Man muss auch definitiv nicht überall gewesen sein, um das persönliche
      Glück zu finden. Volle Zustimmung! 🙂

      Und danke natürlich fürs Lob. 🙂

  4. Enno says:

    Sehr schönes Konzept des Reisens und klare Positionierung. Gefällt mir.

  5. Elke says:

    Lieben Dank, John & Marc, für die Vorstellung in eurem Blog und eure guten Wünsche für Skandinavien. Ich hoffe, das klappt ungefähr so, wie ich es mir vorstelle, weiß aber jetzt schon, dass der Hund und ich manchmal andere Vorstellungen vom Reisen und Erleben haben. Die können beim Hund durchaus „fast“ statt „slow“ sein. 🙂 Liebe Grüße!! Elke

    1. 1 THING TO DO says:

      Wir danken dir!! 🙂 Alles Gute und liebe Grüße

  6. Anni says:

    Meine Familie und ich – wir sind ganz große Nordsee-Fans. Wir lieben den Wind und vor allem die Weite der Strände an Dänemarks Nordseeküste. Wir reisen jedes Jahr mindestens einmal an die Nordsee und freuen uns jetzt schon auf unseren Sommer in den Dünen…

    I ♥ Denmark | Viele Grüße von Anni

    1. 1 THING TO DO says:

      So viel Weite in dieser Nähe gibt es wahrscheinlich auch nur an der Nordsee… wobei die Ostsee auch nicht zu unterschätzen ist. 🙂

      Liebe Grüße!

      1. lomoherz says:

        Absolut 🙂 Auch wenn es wirklich 2 unterschiedliche Welten sind…
        Tolles Interview! Ich folge Elke schon lange und bin immer wieder begeistert von ihrer Art zu reisen.

        Liebe Grüße von der Ostsee,
        Conny

  7. Marianne says:

    Hey,
    Das Interview gefällt mir gut. Denn das ist, was slow travelling eigentlich ausmacht: die eigene innere Einstellung, zuzulassen und anzunehmen, was gerade kommt. Offen sein, Zeit haben – und dann kommt so viel!

    Shalom aus Tel Aviv, Marianne Alleinereisenjetzt.wordpress.com

  8. Paleica says:

    sehr schönes interview. und ein konzept, das ich gerade nicht nur beim reisen, sodnern vor allem im täglichen leben versuche einzubauen. zumindest privat weg von der hektik und diesem bulimischen erleben. das erinnert mich grade dran, das vielleicht auch explizit mal im blog anzusprechen.

    1. Marianne says:

      Ja. Genau. Ich versuche auch, wie du, ein bisschen was von diesem Zeit haben, Zulassen, Wahrnehmen, offen sein, in den Alltag hinüber zu nehmen.
      Shalom, Marianne Alleinereisenjetzt.wordpress.com

    2. 1 THING TO DO says:

      Lobenswerte Einstellung! Wenn man nicht nur andauernd Stöckchen in den Weg gelegt bekäme… 😉 Liebe Grüße! 🙂

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