Glasgow Reisebericht

Unser 1 THING TO DO aus Glasgow entdeckte ich bereits zwei Jahre bevor wir unseren Blog starteten. Und doch ist dieses mystische Erlebnis eine Blaupause für jene unvergesslichen Reisemomente, die wir auf 1 THING TO DO sammeln. Ich würde sogar behaupten, dass dieser magische Moment auf dem Friedhof Glasgow Necropolis einmalig war. Denn so richtig rund wird unser Glasgow Reisebericht erst durch höhere Mächte. Geschrieben von Marc.

Glasgow Reisebericht: Im schottischen Monsun

„Das ist nicht so weit weg, da können wir ruhig hinlaufen“, erklärte mein Kumpel Richi, den ich im November 2013 in Glasgow besuchte. Wenige Wochen zuvor war er des Studiums wegen von Berlin in die mit 600.000 Einwohnern größte Stadt Schottlands gezogen. Unser erstes Ziel an jenem Tag war das Kelvingrove-Museum, zugleich Kunstgalerie und meist besuchtes Museum Großbritanniens – außerhalb von London versteht sich.

Bei trübem Wetter machten wir uns von seinem Studentenwohnheim aus auf den Weg, als Schottland sich vornahm, sich uns von seiner besten Seite zu zeigen: Auf halber Strecke fernab von jeder Straßenbahn- oder Buslinie brach der schottische Himmel über uns zusammen und bescherte uns einen wenig attraktiven Wet-Look-Contest auf offener Straße. Der Besuch des Museums, das übrigens doch ganz schön weit entfernt war, diente dementsprechend vor allem der Wiederbelebung von Kleidung und Körper.

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Nahe unseres Ausgangspunkts liegt die Glasgower Variante von Big Ben, der Tolbooth Tower.
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Kunst-Installation im Kelvingrove-Museum. Die Galerie des Hauses besitzt eine der größten städtischen Kunstsammlungen in Europa.

Glasgow Cathedral: Auf dem Weg zum Necropolis

Nach einem aufschlussreichen Spaziergang durch die schottische Geschichte entschieden wir uns, im weiteren Tagesverlauf auf die Glasgower Ubahn zu setzen. Nach London und Budapest ist die Glasgow Subway das drittälteste Metrosystem der Welt und dabei bis heute nur gut zehn Kilometer lang. Lang genug jedoch, um weiteren Wolkenbrüchen vorerst aus dem Weg zu gehen.

Vom Bahnhof Buchanan Street aus, einem der beiden Hauptbahnhöfe von Glasgow, setzten wir unsere Entdeckungstour in Richtung der Glasgow Cathedral fort. Das prächtige gotische Gotteshaus entstand zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert und hinterließ bei mir ob seines so schnörkellosen wie mondänen Innenraums einen bleibenden Eindruck. Und doch war die Kathedrale am Ende nur eine Zwischenstation zu unserem 1 THING TO DO in Glasgow, das mir wenige hundert Meter weiter auf dem Friedhof Glasgow Necropolis widerfahren sollte.

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Innenraum der Glasgow Cathedral, die offiziell den Namen St. Mungo’s Cathedral trägt.

Glasgow Necropolis: Ein schaurig-schöner Friedhof

Glasgow Necropolis ist ein viktorianischer Friedhof, der auf einem grünen Hügel gelegen beste Aussicht auf die nahe gelegene Kathedrale bietet. Bereits während des Anstiegs passierten wir einige seiner insgesamt 3.500 Skulpturen und Statuen. Rund 50.000 Menschen wurden auf diesem Friedhof ab 1832 begraben – eine Zahl, die uns in nebelig grauer Kulisse den einen oder anderen Schauer über den Rücken liefen ließ. Diesmal jedoch nur im bildlichen Sinne.

Oben angekommen eröffnete sich uns – bei allem Respekt gegenüber den hier Begrabenen – auf den ersten Blick eine unwirklich mystische Filmkulisse. Überall schossen Grabsteine, Obelisken, Skulpturen und Statuen aus der schottischngrünen Wiese. Viele von ihnen sind stattliche Symbole der gut betuchten Seelen, an die sie erinnern. Einzig und allein das saftige Moos hat ihrer ewigen Gloria über die Jahre hinweg das Zeitliche gesegnet.

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Das knapp 18 Meter hohe John-Knox-Denkmal auf dem Friedhof Glasgow Necropolis – die Lichtverhältnisse sorgen für eine besonders mystische Atmosphäre.

Glasgow Necropolis erwacht

Urplötzlich jedoch zog die morbide Atmosphäre von dannen, mit der uns Glasgow Necropolis willkommen hieß. Wie ein Blitz erwachte der Tod, wie er sich uns hier von seiner schaurig schönen Seite präsentierte, zu Leben. Nach dem Unwetter am Mittag durchfluteten mit einem Male grelle Sonnenstrahlen die Gräberschluchten und malten tanzende schwarze Schatten auf das flimmernde Grün der Wiese.

Auf einen Schlag verwandelte sich Tod in Leben, müdes Erblassen in funkelnde Farbenspiele. Es war einer dieser Momente, der mir ohne große Worte versicherte, ein ganz besonderer zu sein, ja, ein ewiger Augenblick zu sein. Es war einer dieser Momente, die wir hier und heute als 1 THING TO DO bezeichnen.

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Die erste Grablegung auf Glasgow Necropolis fand im Jahre 1832 auf dem jüdischen Teil des Friedhofs statt.
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Typisch für die Entstehungszeit sind nur wenige Gräber mit einem Namen versehen, viele verfügen über keinen eigenen Grabstein.
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Eines der bekanntesten Grabmäler zeigt den schottischen Chemiker Charles Tennant, der Entdecker des Bleichpuders.
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Ein schaurig-schönes 1 THING TO DO: Der Friedhof Glasgow Necropolis in der größten Stadt Schottlands.

Glasgow Reisebericht: Unser 1 THING TO DO

Was? Ein Besuch des Friedhofs Glasgow Necropolis.
Wo? Die nächste Ubahnstation ist Buchanan Street, außerdem eignet sich der „Sbahnhof“ High Street in unmittelbarer Nähe. Von dort aus läufst du am besten zunächst zur Glasgow Cathedral, um anschließend auf den Necropolis-Hügel zu steigen.
Wie viel? Der Besuch von Glasgow Necropolis ist kostenfrei.
Wieso? Um magische Momente zu erleben, die zum Nachdenken anregen. Das sollte auch ohne optimale meteorologische Bedingungen möglich sein.

Das 1 THING TO DO aus unserem Glasgow Reisebericht gehört ohne Frage zu den bislang mystischsten Reisemomenten auf unserem Blog. Alle weitere Reisegeschichten findest du in unseren Reiseberichten.

Reisen um zu reisen!
John & Marc

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Comments:

  • 4. März 2016

    Vor einigen Jahren hatte ich auch das Glück diesen wunderbaren Friedhof zu sehen. Ihr habt ihn genau so empfunden wie ich damals. Verträumt, zerbrechlich und doch so stark. Der Ausblick ist sehr schön, gerade auf die Kathedrale.
    Der Friedhof wirkt ungezwungen, in sich ruhend, geschichtsträchtig und würdevoll. Jeder Stein hat etwas zu sagen.
    Ich gebe auch eine Stimme ab für die Glasgower Necropolis als das 1 THING TO DO in Glasgow. 🙂 Danke für die schöne Erinnerung an diesen Ort.

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  • 4. März 2016

    Das sind ja wirklich fantastische Fotos.
    Hier sieht man, dass auch Orte, die weniger anziehend sind, trotzdem anziehend wirken.

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  • Manni

    3. März 2016

    Sehr schöne Bilder von einem Ort an dem eigentlich keiner sein möchte

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  • 3. März 2016

    Ich glaube auf Friedhöfen erfährt man mehr über ein Land, als beim Abklappern von Museen! Danke!

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  • 3. März 2016

    tolle bilder. ich mag ja gern auf schönen und alten friedhöfen spazieren gehen, obwohl ich mit religion ansonsten nicht so arg viel am hut hab.

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