Tipps für Couchsurfer: Einfach fremdschlafen

Ist Couchsurfing das neue Airbnb? Airbnb verspricht authentisches Reisen im Zuhause Einheimischer: Enttäuschung macht sich jedoch breit, wenn der Gastgeber bei der Schlüsselübergabe nicht einmal persönlich auftaucht und das kiezige Apartment eher einem IKEA-Musterzimmer gleicht. Couchsurfing steht für wahrhaftig „echte“ Reiseerlebnisse. Geschrieben von John & Marc.

Das Prinzip Couchsurfing

Im Jahr 2003 gegründet, verfügt die Plattform Couchsurfing heute bereits über 10 Millionen Mitglieder weltweit (Stand: Juni 2015). Einmal bei Couchsurfing angemeldet, kann man seine Couch, sein Bett oder was auch immer man möchte Reisenden aus aller Welt als Schlafmöglichkeit zur Verfügung stellen.

Backpacker und Co. kommen so in den Genuss, ohne Unterkunftskosten am Ziel ihrer Wahl zu übernachten und die entsprechende Stadt idealerweise auch noch zusammen mit ihrem Gastgeber kennen zu lernen – Insidertipps und Hintergrundwissen garantiert.

Während unserer Zeit in Krakau sind auch wir bei einem sehr netten Couchsurfer untergekommen. Der gemeinsame Abend mit seinen Freunden gehört definitiv zu den Höhepunkten unseres Trips durch Südosteuropa. Daher gilt für uns: 1 THING TO DO ist Couchsurfing!

Berlin gehört zu den Couchsurfing-Hauptstädten: Couchsurfer aus aller Welt wollen die bekannten und unbekannten Schmuckstücke der Spreemetropole entdecken.

Couchsurfing-Tipps: Das Profil

In der Praxis erweist sich, was so einfach klingt, gerne als waschechte Herausforderung. Mit unseren Couchsurfing-Tipps und etwas Glück im Gepäck sollte die Wahrscheinlichkeit, die fremde, eigene Couch auf Reisen zu finden, jedoch definitiv steigen:

  • Profilgestaltung: Sei einzigartig, sei kreativ, sei sympathisch. Aber: Niemand hat Lust, deine gesammelten Memoiren zu lesen. Keep it short and simple.
  • Bilder… machen interessant. Idealerweise zeigen sie dich bei dem, was du vorhast: nämlich unterwegs zu sein mit netten Menschen.
  • Erste Erfahrungen als Gastgeber sammeln: Positive Referenzen als Gastgeber strahlen Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit aus.

Ein Vorteil an Couchsurfing: Wer mit Einheimischen unterwegs ist, lernt Ecken kennen, die weder Reiseblogs noch -führer vorstellen.

So findest du deine Couch

  • Frühzeitig Kontakt mit potenziellen Gastgebern aufnehmen: Gastgeber sind keine Hostelbetreiber mit Option auf Sofort-Buchung. Die wenigsten haben Zeit, Couchsurfer noch am selben Abend der Anfrage aufzunehmen. Ideal sind eine oder sogar zwei Wochen Vorlaufzeit.
  • Nicht zu weit im Voraus planen: Umgekehrt wissen viele Gastgeber natürlich noch nicht, ob sie jemanden in einem oder zwei Monaten überhaupt willkommen heißen können.
  • Gemach, gemach: Gerade im Sommer erhalten wir gerne einmal 15 bis 20 Anfragen täglich – diese wollen erst einmal abgearbeitet werden.
  • Keine Standardnachrichten: Versuche, deinen Reisegrund und dich selbst so kurz und spannend wie möglich darzustellen. Idealerweise geht man in seinem Anschreiben auf das Profil des entsprechenden Gastgebers ein. Das zeigt, dass man nicht nur mit Copy and Paste arbeitet, sondern wirklich bei dieser Person übernachten möchte.
  • A propos: Es ist zwar verrufen, aber am Ende weiß jeder, dass es sehr zeitaufwändig ist, jedes Mal eine neue Nachricht zu schreiben. Also: Wenn schon Copy and Paste, dann wenigstens auf kreative Art und Weise.
  • Bei spontanen Anfragen gilt: Besser Gastgeber mit hoher Antwortrate kontaktieren, damit deine Nachricht auch wirklich gelesen wird. Schildere deine Notlage und schreibe möglichst individuell an.
  • Kontaktinformationen: Tauscht bei einer Zusage so schnell wie Möglichkeit Telefonnummern und ggf. gängige Social-Media-Profile aus. Nicht vergessen, dir Adresse und ggf. Anfahrtsbeschreibung zur Wohnung geben zu lassen.

Oberbaumbrücke mit Blick über die Spree: Einer der Hotspots, an denen unsere Couchsurfer Mal ums Mal ins Schwärmen geraten.

Couchsurfing vor Ort

  • Ein bisschen Demut muss sein: Ein Gastgeber stellt kostenlos seine Wohnung zur Verfügung und opfert so ein Stück Privatsphäre. Das sollte man nie vergessen.
  • Der erste Eindruck: Höflichkeit und Freundlichkeit sind ein Muss. Nicht zu unterschätzen: Reinlichkeit! Kein Gastgeber freut sich über unangenehme Körpergerüche in seinen eigenen vier Wänden. An wem der Backpacking-Trip zu sehr genagt hat, kann ruhig frühzeitig fragen, ob er oder sie die Dusche benutzen darf. Niemand wird etwas dagegen haben. 😉
  • Zuverlässigkeit: Pünktlichkeit ist Gold wert. Dein Gastgeber hätte im Normalfall (wahrscheinlich) Besseres zu tun, als auf dich zu warten. Wenn etwas dazwischen kommt: Verspätung frühzeitig kommunizieren.
  • Mein Revier, dein Revier: Halte dich möglichst an den Platz und Freiraum, der dir zugewiesen wird: Es sei denn, dein Gastgeber teilt etwas Anderes mit.
  • Raus aus dem Bett: Es ist nicht unüblich, die Wohnung mit dem Gastgeber zu verlassen, wenn dieser zum Beispiel auf Arbeit geht. Natürlich gestaltet das jeder anders. Besser sollte man aber davon ausgehen und das Thema proaktiv am Vorabend ansprechen.

Gemeinsamer City-Trip, Kneipentour, und dann? Auch nach dem Couchsurfing gibt es ein paar Tipps zu beachten.

Couchsurfing – und tschüss?

  • Gastgeschenke… sind gerne gesehen, aber kein Muss. Es ist wie im normalen Leben: Wer freut sich nicht über eine kleine Aufmerksamkeit? Wer unkreativ ist, bezahlt das gemeinsame Kochen oder das Bier aus dem Späti. Oder zwei.
  • Schnelle Referenz: Schreibe deinem Gastgeber so schnell wie möglich eine gute Referenz. Negative Referenzen sollte man wirklich nur dann vergeben, wenn man andere Couchsurfer vor einer Person UNBEDINGT warnen möchte.
  • Wie du mir, so ich dir: Ein Prinzip von Couchsurfing ist es natürlich, den Gastgeber dann aufzunehmen, wenn er einmal deine eigene Stadt besuchen sollte. Zumindest solange die Sympathie stimmt. 🙂

Haben wir in unseren Tipps noch etwas vergessen? Dann freuen wir uns über deinen Kommentar! Tipp zum Weiterlesen: In unser Couchsurfing-Übersicht findest du noch ein paar mehr Couchsurfing Tipps aus erster Hand.

Reisen um zu reisen!
John & Marc

7 thoughts on “Tipps für Couchsurfer: Einfach fremdschlafen”

  1. fraeuleintunichtgut says:

    Was vielleicht noch ganz spannend (und manchmal hilfreich) ist, sind die Couchsurfing Gruppen – besonders die für die jeweiligen Städte. Hier kann man auch z.B. ein Gesuch posten und wird gleich von mehreren gelesen. Ein Manko: es schreiben einem dort schnell auch komische Leute, die weder ein ausgefülltes Profil noch Referenzen haben.
    Aber gerade um zu erfahren, was in der Stadt so los ist, ist es prima. Als ich für ein paar Monate nach England gezogen bin, habe ich darüber von einem regelmäßigen Couchsurfingtreffen erfahren und hab dadurch 1. Anschluss gefunden und 2. ganz viele neue Freunde gewonnen.

    Aber sonst: gute Tipps! Kann ich allem zustimmen 🙂
    Liebe Grüße,
    Lea

    1. 1 THING TO DO says:

      Danke dir! Solche Kommentare machen einen Artikel doch erst richtig rund. 🙂

      Liebe Grüße!

  2. laura says:

    Sehr gute Tipps, vielen Dank dafür! Ich habe vor couchsurfing in nächster Zeit auch mal auszuprobieren. Findet man denn auch übernachtungsmöglichkeiten für mehrere Tage bzw sogar eine Woche?

    1. 1 THING TO DO says:

      Die Möglichkeit besteht. Aus unserer Sicht als Gastgeber ist es natürlich immer etwas schwierig, jemanden eine ganze Woche aufzunehmen. Wir haben beide kleinere Wohnungen, sodass man bei Dauerbesuch schon immer etwas eingeschränkt ist. Deshalb nehmen wir in der Regel nur für eine oder zwei Nächte jemanden auf, wenn es passt auch mal länger. Aber das kommt am Ende auf den Gastgeber und die Wohnung an.

      Am besten du gibst beim Anschreiben deine geplante Gesamtdauer in der Stadt an und schreibst dann in die Nachricht, dass du auch über weniger Übernachtungen glücklich wärst. Dann hat man als Gastgeber mehr Flexibilität. 🙂

      So müsstest du dann zwar mehrere Gastgeber finden, aber so lernst du natürlich auch unterschiedliche Charaktere und Einsichten in die Stadt kennen. 🙂

  3. prettynormalgirl says:

    Couchsurfing will ich auch umbedingt mal machen ☺️ nur man muss 18 sein oder :/?
    Liebe Grüße
    Zoe

    1. 1 THING TO DO says:

      Zum Thema Mindestalter beim Couchsurfing konnten wir eben nicht allzu viel online finden.

      Generell würden wir sagen: Besser erst ab 18. Und wenn doch, dann besser eine Einverständniserklärung der Eltern dabei haben und nicht alleine reisen. In manchen Ländern muss man sich theoretisch auch polizeilich melden, wenn man nicht in einer offiziellen Unterkunft übernachtet, wie etwa einem Hotel oder einem Hostel.

      Und ein bisschen Vorsicht bei der Gastgeberwahl schadet bekanntlich niemandem. 🙂

      Liebe Grüße!

      1. prettynormalgirl says:

        Alles klar!danke für eure Tipps 🙂
        Liebe Grüße ☺️

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