Unterwegs auf Spitzbergen: Arschkalt und saugeil

In Berlin saugen wir gerade jeden Sonnenstrahl auf und fiebern sehnsuchtsvoll dem Frühling entgegen, da schwärmen Ines und Thomas in ihrem Reisemoment von der eiskalten Arktis. Ihr Reisebericht aus Spitzbergen bringt dich wahrscheinlich schnell zum Bibbern. Doch mindestens genauso flott wird ihr Artikel dein Herz wohl für die norwegische Inselgruppe im Nordmeer erwärmen. Bist du bereit für eine Riesenportion Schnee und Eis? Ein Reisemoment von Ines und Thomas.

Spitzbergen Reisebericht

Ines und Thomas nehmen dich in ihrem Reisemoment mit auf eine Reise in die Artkis. Foto: Gin des Lebens

Spitzbergen: Höhepunkt unter Höhepunkten

Unser Reisejahr 2016 war eigentlich voller Highlights. Wir waren unterwegs in London, Ägypten, Kuba und besuchten das Sziget Festival in Budapest. Kuba zum Beispiel hat uns vor allem mit seiner Lebensfreude und dem morbiden Charme gefesselt – mal abgesehen vom türkisblauen Meer und der farbenfrohen Unterwasserwelt natürlich.

Auf unserem eindeutigen Highlight des Jahres jedoch – eigentlich Höhepunkt all unserer Reisen – ging es einige Grad kälter zu: Spitzbergen! Um dorthin zu gelangen, flogen wir im Februar zuerst nach London. Dort verbrachten wir ein paar Tage, um schließlich mit kurzem Zwischenstopp in Oslo in die kühle Arktis zu reisen.

Spitzbergen Reisebericht

Anflug auf die surreale Eislandschaft von Spitzbergen. Foto: Gin des Lebens

Ankunft in Spitzbergen

Angekommen am nördlichsten Ort der Welt waren wir sofort hin und weg: Eis und Schnee so weit das Auge reicht! Neben einer Besichtigungstour durch Longyearbyen, der mit rund 2.000 Einwohnern größten Stadt der Inselgruppe, wagten wir auch ein ganz besonderes Abenteuer. Bei einer Zehn-Stunden-Expedition ging es mit dem Schneemobil an die Ostküste von Spitzbergen, wo es die Chance gibt, Eisbären in freier Wildbahn zu sehen.

Wer mich kennt weiß, dass ich eigentlich ein Sommerkind bin und die Wärme liebe. Doch der Faszination, die diese unwirklich wirkende Landschaft auf einen ausübt, kann man sich einfach nicht entziehen. Bei der Vorbesprechung zu unserer Expedition wurde gleich klar: Leicht würde es nicht werden. Es herrschten minus 15 Grad und bei voller Fahrt erreicht man knapp 100 Stundenkilometer! Da werden minus 15 schnell mal zu gefühlten minus 35 Grad…

Spitzbergen Reisebericht

In Longyearbyen herrschen nur zwischen Juni und September Durchschnittstemperaturen über dem Gefrierpunkt. Foto: Gin des Lebens

Spitzbergen Reisebericht

Das Spitzbergen-Ren ist etwas kleiner als das in Skandinavien verbreitete Rentier. Insgesamt leben auf Spitzbergen rund 10.000 Rentiere. Foto: Gin des Lebens

Expedition an der Ostküste

Auf der Fahrt gab es zwar Pausen, aber keinerlei Gelegenheit sich irgendwo aufzuwärmen oder gar ein WC zu benutzen. Etwas unwohl war mir bei der Sache schon, aber wer Eisbären sehen will, muss nun mal aufs Packeis an die Ostküste. Kneifen wollte ich dann auch nicht, auch wenn ich mit dem Gedanken durchaus spielte.

Bei der Fahrt wurde der Ernst der Lage schnell klar: Es war wirklich kalt. Ich fing schon auf den ersten Kilometern an zu frösteln und stopfte mir so viele Wärmepacks wie möglich in Handschuhe und Socken. Schnell jedoch wurde ich entschädigt: Rentiere, traumhafte Gletscherlandschaften und ein atemberaubendes Licht! Eisbären sahen wir leider nur aus weiter Ferne. Und doch bleibt diese Expedition einfach ein absolut unvergesslicher Reisemoment.

Spitzbergen Reisebericht

Warm eingepackt ging es auf Expedition in Richtung Ostküste von Spitzbergen. Foto: Gin des Lebens

Spitzbergen Reisebericht

Arktis-Selfie! Foto: Gin des Lebens

Nordlichter über Spitzbergen

Das war es aber noch nicht mit den Höhepunkten auf Spitzbergen. Wir bekamen schließlich noch die Chance, ein einzigartiges Naturschauspiel zu beobachten – die Nordlichter. Während wir sahen, wie die Aurora vor unseren Augen tanzte, konnten wir einfach nicht fassen, wie wunderschön sie doch ist. Deshalb ist es gut, das eine oder andere Erinnerungsfoto zu schießen.

Das jedoch ist gar nicht so leicht. Eines unserer ersten Fotos wurde noch etwas unscharf, aber wir hatten danach noch etwas die Möglichkeit zu üben. Später in Tromsø im Norden des norwegischen Festlands sollten wir nochmals die Chance erhalten. Da wurden die Fotos dann auch besser. Wer möchte kann sich hier ein paar Tipps holen, wie man die Aurora Borealis am besten tanzen sieht.

Nordlichter Spitzbergen

Die Aurora über Spitzbergen – ein unvergessliches Erlebnis. Foto: Gin des Lebens

Warm anziehen!

Unsere Zeit auf Spitzbergen hat uns gelehrt: Auch wenn es wirklich sehr kalt ist, kann man mit der richtigen Ausrüstung auch das packen. Wir haben dir in unserem Beitrag zu Spitzbergen auch einige Tipps zusammengefasst, wie man die arktische Kälte gut übersteht. Vorab: Das wichtigste ist natürlich warme Kleidung. Dabei solltest du unbedingt auf Merino-Wolle setzen, denn Fleece hält nicht annähernd so schön warm.

Seitdem wir Spitzbergen besucht haben, können wir gar nicht mehr aufhören, darüber zu schwärmen. Unsere Zeit dort war einfach magisch. Die Arktis hat uns in ihren Bann gezogen. Wenn du jetzt überlegst, dieses Abenteuer zu starten: Mach es! Mach Spitzbergen zu deinem 1 THING TO DO.

Weitere Eindrücke von den Nordlichtern sowie der Polarnacht auf Spitzbergen (auf Norwegisch „Svalbard“) gibt es in diesem Video von Hurtigruten: 

Mit einem lauten „Brrrrrr!“ endet der wahrscheinlich nördlichste Artikel unserer Serie Reisemomente. Darin sammeln eben jene Reisegeschichten aus eurer Feder, die einfach in Erinnerung geblieben sind. Hast auch du Lust, einen deiner Reisemomente auf unserem Blog zu verewigen? Auf der Übersichtsseite zur Aktion findest du alle Infos. Mehr von Ines und Thomas liest du dagegen auf ihrem Blog Gin des Lebens.

Reisen um zu reisen!
John & Marc

4 thoughts on “Unterwegs auf Spitzbergen: Arschkalt und saugeil”

  1. Weltastronauten says:

    Brrrr. Das klingt ja frostig! Aber auch total toll!
    Wie es der Zufall will, waren wir gerade gestern mit Google Street View in Spitzbergen unterwegs und total begeistert von der einzigartigen Landschaft. Wie auf einem anderen Planeten.

    1. 1 THING TO DO says:

      So richtig am PC? Das ist natürlich auch eine Variante, das Fernweh für kurze Zeit zu stillen. 😀
      Liebe Grüße!

  2. Anonymous says:

    Sie haben ein Husky Schlittenfahrt zu machen und die nördlichste Kirche der Welt besuchen;) Ich habe vor 2 Wochen auch Svalbard besucht und es war fantastisch!!!

    1. 1 THING TO DO says:

      Klingt spannend! Wir müssen aus #GoEast vielleicht irgendwann mal #GoNorth machen. 😉

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