Slow Travel: Tipps zur Flucht aus dem Hamsterrad

Was bedeutet Slow Travel? Wie gelingt es uns, auf Reisen wirklich abzuschalten und langsamer zu reisen? Wieso überhaupt eilen viele im Urlaub von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit? Und ist daran überhaupt etwas verwerflich? Im ersten Teil der Auswertung unserer Blogparade zum Thema Slow Travel – Wider den To-Do-Listen! dreht sich alles um Begriff und Hintergründe des langsamen Reisens. Geschrieben von John & Marc.

Slow Travel Tipps: 10 Blogs berichten

Wow! Diese Zahl hat uns zum Ende der Blogparade dann doch überrascht: Unglaubliche 39 Blogs haben sich infolge unseres Aufrufs Gedanken über das langsame Reisen gemacht. In mehr als 40 Artikeln betrachten unsere Blogger-Kolleginnen und Kollegen unterschiedlichste Aspekte von Slow Travel, weshalb wir uns entschlossen haben, die Auswertung der Blogparade thematisch zu gliedern.

In Teil eins stellen wir alle Beiträge vor, die sich großenteils theoretisch mit dem Begriff Slow Travel auseinandergesetzt haben. Theorie? Solltest du jetzt zum Gähnen ansetzen, dann solltest du dich nicht von deinen Vorurteilen leiten lassen: Vom Reisen durch Ghana per Tro-Tro, einer Begegnung mit Zuckerrohr-Farmern in Indonesien bis zum Plädoyer dafür, dass auch Fast Travelling seine Berechtigung haben kann, decken die folgenden Artikel einige überaus spannende Facetten unserer gemeinsamen Leidenschaft ab, dem Reisen zum zu reisen!

Wir wünschen viel Spaß beim Entdecken!

Ferngeweht: Slow Travel ist bewusstes Reisen

Wenn Sabine von Ferngeweht auf Reisen geht, nimmt sie sich vor allem eins: Zeit. Sie beschränkt sich beim Reisen immer nur auf ein Land, nimmt aber gern auch mal den Flieger, um voranzukommen. Das Handy bleibt dabei zu Hause. Slow Travel bedeutet für sie vor allem bewusst und ohne Hast zu reisen:

„Vier Länder in drei Wochen? In 20 Tagen um die Welt? Das ist alles nichts für mich. Wenn ich auf Reisen gehe, nehme ich mir vor allem eins: Zeit. Zeit, um ein Land besser kennen zu lernen als nur auf der Durchreise. Zeit, um auch mal nach rechts und links zu schauen. Zeit zum Durchatmen.

Auf Ferngeweht schreibt Sabine über ihre Reisen in alle Welt – immer individuell und meist in die Natur.

Ferngeweht_Slow Travel

Travel Word Online: Langsam reisen ist eine Kunst

Slow Travel ist für Monika und Petar eine Kunst, denn so einfach ist es nicht, plötzlich aus der Hektik das Alltags auszusteigen und sich Zeit zu nehmen, das eigene Umfeld, die Menschen, denen man begegnet, und deren Lebensweise intensiv zu erfahren.

„Was ist Slow Travel? Man kehrt zurück zur ‚Grand Tour‘, zu Reisen, die um des Entdeckens willen gemacht wurden. Reisen um des Reisens willen – nicht wegen des Ankommens.“

Monika und Petar sind seit Jahren in verschiedenen Ländern der Welt unterwegs und stellen in ihrem Beitrag Slow Travel Erlebnisse aus Frankreich, Österreich, Kanada und Deutschland vor. Auf ihrem Blog Travel World Online dreht sich alles um immer neue Reiseziele für Genießer.

TravelWorldOnline Traveller

Slow Travel in den Alpen: Monika und Petar verknüpfen ihren Artikel mit spannenden Reiseerlebnissen.

Planetenreiter: Eine Slow Travel Anleitung

Slow Travel hat für Planetenreiter Dirk auch mit der Suche nach dem Glück zu tun. Und wie man reist, und wie man nicht reist. Und wie man ankommt, weiterreist, und wichtig: An welchem Flughafen es den besten Kuchen gibt. Seine ersten Regel des langsamen Reisens:

„Ja zum Nein. Das Wissen um das, was man erst mal nicht tun sollte. Das Ignorieren des Mainstreams, der To-Do-Listen, der Anleitungen zum perfekten Wochenende, zum Glücklichsein, zur perfekten Reise.“

Planetenreiter ist ein Reiseblog für individuelle Traveller mit dem Schwerpunkt Lateinamerika und Afrika.

planetenreiter

Frühstückstisch in Panama: Lateinamerika gehört zu den Schwerpunkten auf Planetenreiter.

travellus: Wieso sollte Fast Travel Sünde sein?

Wenn jemand wie Dan Kieran etwas als „das einzig Wahre“ anpreist, dann werden Saskia und Johann von travellus erst mal misstrauisch. Deshalb haben sie sich in ihrem Beitrag damit auseinandergesetzt, warum Millionen Menschen Jahr für Jahr eine Busrundreise oder Kreuzfahrt antreten. Ihr Ergebnis? Reise dich glücklich, egal wie schnell.

„Jeden Tag sieht man am Leipziger Hauptbahnhof unzählige Busse zu Reisen starten, bei denen die Teilnehmer jeden Tag eine neue Attraktion präsentiert bekommen. Auch wenn man die meisten dieser Reisenden am grau changierenden Haar erkennt, können so viele Menschen doch gar nicht seit Jahrzehnten falsch reisen. Warum sollten die Buchungen für Kreuzfahrten und Busreisen sonst jedes Jahr ansteigen?“

Saskia und Johann, beide Mitte Zwanzig, sind seit vielen Jahren gemeinsam auf Reisen in Europa und der Welt. Auf travellus berichten sie über ihre Reisen und geben Tipps für deine nächste Alltagspause.

travellus

Slow Travel vs. Fast Travel: Der Bus steht symbolisch für beides – geführte Bustouren werden eher Fast Travellern, das Reisen von A nach B per Bus eher Slow Travellern zugeschrieben.

Sonnenstrahlenmomente: Was bedeutet Zeit auf Reisen?

Slow Travel bedeutet für Wibke von Sonnenstrahlenmomente, die Freiheit zu haben, so lange wie man nur möchte an einem Ort zu verweilen. Es ist die Kunst, sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen – auf die Reise an sich – und die Zeit einfach einmal Zeit sein lassen zu können, um so Einblicke in eine neue Welt zu bekommen, die einem sonst verborgen geblieben wäre.

„Wir leben in einer Zeit, die immer schnelllebiger wird. So ist es kaum verwunderlich, dass sich diese Schnelllebigkeit nicht nur in unserem Alltag auswirkt, sondern sich auch auf das Reisen überträgt.“

Auf Sonnenstrahlenmomente nimmt dich Wibke mit in die wunderbare Welt des Reisens und verzaubert dich mit vielen persönlichen Reisegeschichten rund um die Faszination Afrikas und all die anderen schönen Dinge rund ums Reisen.

Sonnenstrahlenmomente_Slow Travel

Wibke nimmt dich in ihren Ausführungen zum Thema Slow Travel auch mit auf Reise nach Ghana.

Backpacking Hacks: Eine Weltreise ist kein Sprint!

Claudia von Backpacking Hacks fasst ihren Artikel wie folgt zusammen: Reist du zu schnell, verlierst du schnell die Lust und bist ausgepowert. Geh deine Weltreise lieber langsam an und reise in Echtzeit. So wirst du auch viel mehr um dich herum wahrnehmen und intensivere Erlebnisse machen.

„Kennst du diese Tage auf Reisen, wenn du abends im Bett liegst und dich nicht mehr richtig erinnern kannst, was du heute alles gemacht hast. Alles scheint ineinander zu verschwimmen, nichts ist mehr klar. Es war einfach zu viel.“

Auf Backpacking Hacks zeigt dir Claudia, wie du Schritt für Schritt deinen Weltreise-Traum realisieren kannst. Hier bekommst du hilfreiche Tipps von der Planung bis zu Hacks für unterwegs.

Backpacking Hacks

Freiräume schaffen, Reise-Burnout vermeiden: Zwei Slow-Travel-Grundsätze für Claudia von Backpacking Hacks.

Travelstory.ch: Wider den To-Do-Listen?

Ist Slow Travel in fernen Ländern nur mit langen Auszeiten möglich? Muss man sich überhaupt auf eine Reiseart festlegen? Das sind Fragen, mit denen sich Helga von Travelstory.ch beschäftigt.

„Das langsame Reisen ist in unserer gestressten Alltagswelt ein kleiner Rettungsanker. Die Vorstellung, einfach mal ohne Bucket- ist loszulaufen, ist verlockend und bietet eine unerwartete Leichtigkeit. Slow Travel klingt nach Wellness-Ferien.“

Travelstory.ch ist ein Schweizer Reiseblog. Im Herzen ist Helga Abenteurerin und Entdeckerin, aber trotzdem Luxus- und Genussreisende mit einem 80%-Job.

travelstory_Slow Travel

Helga ist der Meinung, dass Slow Travel für sie so richtig eigentlich nur in den Alpen funktioniert.

Äquilibrist: Städtereisen als Zeitstrahlläufe

Für Monique von Äquilibrist sind Reisen heute häufig eher Zeitstrahllauf als Gelassenheit. Eher Quantität als Qualität. Sie stellt sich die Frage: Ist das vielleicht eine Folge unserer Zeit?

“ Ich gehöre wohl nicht zur Spezies der Slow Traveller. Als ich den Slow Travel Test von 1 THING TO DO gemacht habe, hätten sie mich wohl aus der Fünfzigerzone gepickt. Einfach, weil ich zu schnell unterwegs gewesen wäre. Obwohl – immerhin war ich noch im Kulanzbereich.

Äquilibrist sieht sich als Reiseblog gepaart mit Literaturkritik – eine spannende Mischung!

Äquilibrist

„Slow Travel: Ja, und?“ lautet der Artikel von Moniques Beitrag zu unserer Blogparade.

NIMSAJ: Bin ich ein Slow Traveller?

Jasmin (umgedreht: Nimsaj) definiert zunächst kurz den Begriff Slow Travel und beantwortet dann, ob sie ein Slow Traveller ist. Sie analysiert ihre Reiseanfänge und erzählt, wieso das Abklappern von Sehenswürdigkeiten für sie keinen Sinn mehr hat. Außerdem erzählt sie von einem Spaziergang durch die Hintergassen von Bandung auf Java, Indonesien.

„Man muss nicht immer in die tollsten Restaurants, coolsten Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen, die im Reiseführer stehen oder Reiseblogs empfehlen. Klar ist es schön zu wissen, was es denn eigentlich in der Stadt oder am Urlaubsort zu sehen gibt, aber trotzdem möchte ich keinen Druck verspüren, diese Dinge tun zu müssen.“

Auf ihrem Blog NIMSAJ schreibt Jasmin regelmäßig über ihre Reisen (Städtereisen, Roadtrips, Fernreisen) und kleinere Ausflüge (Europa), kombiniert das mit Mode (auch auf Reisen) und Lifestyle-Themen wie Essen, Musik oder Büchern.

Nimsaj

Slow Travel bedeutet für Jasmin, längere Zeit an einem Ort zu verbringen und diesen ohne Stress oder To-Do-Listen zu erkunden.

Perspektiven wechseln: Flucht aus dem Hamsterrad

Chrissies Beitrag ist durch sehr persönlichen Erfahrungen mit anderen Reisenden geprägt. Er setzt sich mit unserer punktuellen Wahrnehmung auseinander, wie sie zum Beispiel durchs Fliegen gefördert wird, und soll auffordern, die Welt gesamtheitlicher zu betrachten. Andererseits sollen die Leser_innen herausfinden, wie man umsetzen kann, was sich so viele wünschen: Dem „Hamsterrad“ zu entfliehen und wirklich etwas Neues kennen zu lernen.

„Unabhängig davon, wie man sich letztlich fortbewegt oder für welche Art des Reisens man sich entscheidet, sollte das Erleben im Mittelpunkt stehen. Und eine Divise bewahrheitet sich dabei immer wieder: Manchmal ist weniger einfach mehr.“

Auf Perspektiven wechseln geht es vor allem um das eigenständige Reisen außerhalb der ausgetretenen Pfade, um alternative Reiseländer und Reisemöglichkeiten. Aktueller Schwerpunkt ist der afrikanische Kontinent.

Perspektiven wechseln

„Wozu reisen wir eigentlich?“ – Eine Frage, die sich laut Chrissy jede/r Reisende mindestens einmal im Leben stellen sollte.

Nicht alle Artikel geschafft? Keine Sorge: Getreu dem Motto Slow Travel läuft dieser Artikel ganz bestimmt nicht weg und freut sich über deinen nächsten Besuch. In unserem Übersicht zum Thema Slow Travel geht die Auswertung unserer Blogparade weiter. Dabei geht es um die Themen Reiseplanung, Fortbewegung auf Reisen und Reiseerlebnisse

Reisen um zu reisen!
John & Marc

7 thoughts on “Slow Travel: Tipps zur Flucht aus dem Hamsterrad”

  1. Carina says:

    Ein super Artikel! Und ich finde uns genau wieder. 5 Länder, 6 Monate. Im Gegenteil zu einem Freund, der mit uns gereist ist: 18 Länder, 8 Monate. Im Nachhinein mehr Stress als der gewünschte Effekt, Abstand vom hektischen Alltag zu bekommen. Kann ich denn wirklich behaupten, in einem Land gewesen zu sein, wenn ich 2 Tage in der Hauptstadt verbracht habe? Ich finde nicht 🙂

    1. 1 THING TO DO says:

      Da ist viel Wahres dran, danke für den Kommentar! Wir finden aber auch, dass an sich nichts verwerflich daran ist, zwei Tage in einer Hauptstadt zu verbringen. Man sollte dann nur in der Tat nicht behaupten, die Stadt oder gar das Land zu kennen. Man hat eben nur einen klitzekleinen Einblick erhalten, und am Ende kommt es ja auch darauf an, wie man diese kurze Zeit verbringt. Es ist ja auch ein Unterschied, ob man zwei Tage lang Sehenswürdigkeiten abklappert, oder zwei Tage lang die Stadt zusammen an der Seite von Einheimischen mit vielen Gesprächen verbringt. Aber da muss wohl einfach jeder seinen Mittelweg finden. 🙂

  2. Thomas says:

    Tolle Zusammenfassung. Da lese ich mich mal durch, ein paar Beiträge kannte ich ja schon von den Blogs, andere noch nicht.

    Ich selber habe es völlig verpasst was zu schreiben. Hm, gilt Slow-Working beim Abarbeiten der eigenen ToDo-Liste als Entschuldigung?

    LG Thomas

    1. 1 THING TO DO says:

      Hi Thomas! Sorry für die viel zu späte Antwort – dieser Artikel ist uns kommentartechnisch irgendwie durchgeflutscht. Du kannst natürlich jederzeit etwas zum Thema schreiben, vielleicht ist das ja dann auch etwas für unsere Socials. Feel free!

      Liebe Grüße
      John & Marc

  3. WoMolix says:

    Wer Slow Travel, so wie wir es verstehen, als „achtsames Reisen“ versteht und das beherscht, der braucht keine Tipps zur Flucht aus dem Hamsterrad mehr. Warum? Er/Sie wird ihre Reise- und in der Folge seine/ihre Lebenseinstellung so verändern, dass er/sie niemals mehr ins Hamsterrad zurückkehrt.

    Ich wage zu behaupten, dass die Menschen, die sich wirklich darauf einlassen, am Ende des Prozesses nicht mehr in ein Hamsterradleben zurückkehren. So sollte der Titel mit einer eindeutigen Warnung verbunden werden.
    „Wer die Tipps beherzigt, begibt sich auf eine Reise ohne Widerkehr!“ [ins Hamsterrad] 😊

    Einige der hier vorgestellten Blogs scheinen mir das zu bestätigen.
    Danke an euch, Marc und John, für die Arbeit um Licht ins Dunkel um Slow Travel zu bringen.

    LG WoMolix und WoMoline

    1. 1 THING TO DO says:

      Hallo ihr beiden! Sorry auch hier für die viel zu späte Antwort – in Bezug auf diesen Artikel hier haben wir uns anscheinend in Slow Responding geübt. 🙂 Das mit den Slow Travel Tipps war auch eher als eingängige Überschrift gemeint, in Wahrheit aber habt ihr natürlich recht, dass das Geheimnis von Slow Travel vor allem auch darin liegt, eben keine Tipps zum langsamen Reisen zu befolgen, sondern diese Einstellung verinnerlicht zu haben.

      Verspätet liebe Grüße!

  4. Sabine von Ferngeweht says:

    Eine schöne erste Zusammenfassung – vielen Dank! Ich bin gespannt auf die weiteren Teile und gehe jetzt erstmal lesen …

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