Skopje: So bekommst du Hausverbot am Bahnhof

Und plötzlich hast du Hausverbot am Bahnhof von Skopje! Wie in unserem Reisebericht aus Skopje versprochen, gibt es zum Abschluss unserer Mazedonien-Reise noch eine kleine Anekdote zu einer skurrilen Geldwechsel-Aktion am Bahnhof von Skopje. Oder: Geld wechseln mal anders. Geschrieben von John.

Skopje Bahnhof

Skopje Bahnhof: Drumherum versammeln sich alte Schrottautos zum Meet and Greet.

Ein schlechtes Geschäft

Bei unserer Ankunft in Skopje hatten wir noch 125 bulgarische Lewa, umgerechnet etwa 60 Euro, von unserem Abstecher nach Sofia im Geldbeutel. Unsere erste Mission in Skopje war es daher, bulgarisches Geld in mazedonisches umzuwandeln. Leider schienen unsere Lewa im Nachbarland nicht allzu viel wert zu sein. Am Schalter im Bahnhof von Skopje wollte nur etwa 2.500 Mazedonische Denar wechseln – und damit nur circa 40 Euro.

Diesen Verlust von 20 Euro wollten wir so nicht einfach hinnehmen. Wir kamen daher auf die Idee, Bus- und Taxifahrende, die vom Bahnhof wieder zurück nach Bulgarien fuhren, zu fragen, ob sie unser Geld tauschen würden. Aus Pappe bastelten wir ein provisorisches Schild. Ohne es im Bahnhof  in Skopje wirklich hochhalten zu müssen, stürzte sich sofort eine Menschentraube auf uns. Die bestand aus 40- bis 60-jährigen, bärtigen Männern besagter Berufsgruppen. Unsere Lewa wollten sie allerdings zu einem ebenso miserablen Kurs tauschen.

Skopje Bahnhof

Das Schild zu unserer Wechselaktion am Busbahnhof von Skopje.

Deal or No Deal?

Beim Security-Personal des Bahnhofs in Skopje blieb unsere Aktion leider nicht unbemerkt. Daher wurden wir sogleich wegen „schwarzen Geldhandels“ mit bösen Blicken und noch böseren Stimmen des Bahnhofs verwiesen. Man machte uns deutlich, dass wir am besten nie wieder kommen sollten. Den Typen, die scharf auf unser Geld waren, imponierte dies allerdings wenig und so versuchten sie vor dem Bahnhof weiter an unser Geld zu kommen.

Nach Ablehnung aller Angebote unsererseits trotteten wir etwas enttäuscht zurück zum Hostel, als auf halber Strecke urplötzlich mitten auf der Straße ein Taxi anhielt. Aus dem Wagen entsprang ein Fahrer, der von unserer Aktion mitbekommen hatte. Er wollte uns immerhin 3.000 Mazedonische Denar (circa 50 Euro) bieten. Nach kurzem Austausch ließen wir uns letztlich auf diesen Deal ein. Offen war in diesem Moment jedoch, ob wir tatsächlich Mazedonische Denar in unseren Händen hielten, oder Spielgeld.

Skopje Bahnhof

Balkon mit Aussicht: Die Gegend rund um den Bahnhof von Skopje hat kaum etwas zu tun mit dem Prunk der neuen Innenstadt.

Unser Vertrauen zu diesem im Nachhinein wirklich sehr netten und hilfsbereiten Taxifahrer am Bahnhof von Skopje wurde jedoch nicht enttäuscht, sodass wir ohne Probleme mit dem geretteten Geld unsere Übernachtungen im Hostel bezahlen konnten. Auf der griechischen Halbinsel Chalkidikí, unserer nächsten Station, sollte glücklicherweise wieder der Euro Landeswährung sein…

Reisen um zu reisen!
John & Marc

20 thoughts on “Skopje: So bekommst du Hausverbot am Bahnhof”

  1. womoisa says:

    Wahnsinn Jungs, was ihr da so alles macht… ich glaube ich hätte das Vertrauen nicht… aber ihr habt definitiv meinen vollen Respekt, Wahnsinn!

  2. UryArt says:

    Wie geil 😀 Ich musste beim Lesen echt lachen. Die Idee werde ich mal mit Vorsicht im Hinterkopf behalten.

    1. 1 THING TO DO says:

      Du meinst das mit dem Taxifahrern? 🙂 Kann im Notfall nicht schaden…

      1. UryArt says:

        Oh die ganze Idee mit dem Umtauschen finde ich gut. Nur vielleicht nicht an einem zentralen Ort. Vielleicht am Marktplatz oder so 🙂

  3. chrisbaumgarten says:

    Wie immer eine spannende Geschichte mit herrlichen Fotos.

    1. 1 THING TO DO says:

      Tausend Dank! 🙂

  4. Wolfgang Stoephasius says:

    Gute Story – und wieder mal der Beweis, dass man durchaus seinem Gefühl folgen kann. Bei meiner letzten Bulgarienreise ist mir übrigens aufgefallen, dass ich anfing den Lewa in Euro umzurechnen – und der entspricht doch exakt der alten D-Mark. Als älteres Semester hatte ich eigentlich lange Zeit im Kopf den Euro in Mark umgerechnet. Wir Menschen sind schon ein komisches Volk!?

    1. 1 THING TO DO says:

      Danke dir! Und: Das ist unseres Wissens noch immer so, dass der Lewa sich an der D-Mark orientiert: 1 EUR = 1,95583 BGN. 🙂

  5. MintAndCopper says:

    Tolle Fotos! Ich hätte nicht gedacht, dass man dann direkt weg geschickt wird – gut zu wissen…

  6. saskia1002 says:

    Haha, das scheint echt ein bulgarisches Problem zu sein. Wir wollten vor ein paar Jahren in Budapest Lewa gegen Forint tauschen, aber da wurden wir sogar in der Wechselstube mit einem rüden Winken abgewiesen.

    1. 1 THING TO DO says:

      Das ist interessant zu hören… wir dachten uns vor Ort nur – zur Not wechseln wir es dann eben in Deutschland, da kann der Kurs nicht noch viel schlechter sein. 🙂

  7. Paleica says:

    einiges an hürden, mit denen man zu kämpfen hat 😉 toll, dass ihr dieses schild so hinbekommen habt! und jetzt freu ich mich auf griechenland 🙂

    1. 1 THING TO DO says:

      Währungsrechner-App sei Dank! 😉

  8. antetanni says:

    Ja, wenn einer eine Reise tut… 😉 Ein schöner, schräger Bericht.

  9. atroksia says:

    Ihr seid echt cool drauf, Jungs. 😀

    1. 1 THING TO DO says:

      Sagt man da jetzt danke? 😀 Liebe Grüße!

      1. atroksia says:

        Nee sowas würde ich nie verlangen 😀

  10. The Tastemonials says:

    Das liest sich ja wirklich spannend! Was hättet ihr denn gemacht, wenn ihr Falschgeld bekommen hättet?? Liebe Grüsse, Heike

    1. 1 THING TO DO says:

      Kurz schlechte Laune gehabt und dann wahrscheinlich realisiert, dass in Mazedonien ja aus mitteleuropäischer Sicht eh alles günstig ist, was den Verlust mindert. 🙂 Aber war schon eine skurrile Situation…

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