Nordlichter fotografieren: Wieso Nordlichter süchtig machen

Auf Spitzbergen, im norwegischen Tromsø und auch auf Island haben die Nordlichter bereits für Ines und Thomas getanzt. Nach dreifachem Rendez-vous mit der Aurora Borealis stellte sich ihnen sogar schon die Frage, ob sie nicht bereits genug von ihnen haben. Ihre Antwort auf diese Frage? Ein ganz klares Nein! Denn Nordlichter, so versichern sie uns, machen süchtig. Im Rahmen unserer Artikelreihe #Reisemomente  schicken sie sich an, dich mit ihrer Sucht anzustecken – und verraten einige Tipps, wie du die Nordlichter fotografieren kannst. Ein Reisemoment von Ines.

Nordlichter fotografieren

Nordlichter sind nicht nur ein Erlebnis für die Kamera, sondern vor allem auch fürs eigene Gemüt, wie Ines uns zu berichten weiß.

Erlebnis Aurora Borealis

Erst dieses Jahr waren wir wieder auf Spitzbergen, um die Aurora Borealis tanzen zu sehen. Auch wenn wir Nordlichter schon vorher öfters gesehen haben – wir wollen mehr. Auch wenn wir den ganzen Tag bereits in der arktischen Kälte verbracht haben und ein warmes Bett jetzt durchaus verlockend wäre – wir spüren wieder den Drang. Den Drang nach draußen zu gehen, sehnsüchtig in den Himmel zu starren und voller Hoffnung wieder Polarlichter zu sehen.

Es hat zweistellige Minusgrade. Während Thomas eisern der Kälte trotzt, muss ich mir mit Wärmepacks helfen. Ich stecke welche in Schuhe und in Handschuhe. Wir sind nicht die einzigen, die heute auf den Longyear-Gletscher starren. Wir wohnen am Fuße des Gletschers, hinter unserer Unterkunft beginnt die raue arktische Wildnis. Perfekte Bedingungen für Nordlichter.

Nordlichter fotografieren

Glück gehabt! In Reykjavík auf Island baten die Nordlichter beim Grótta-Leuchtturm zum Tanz.

Nordlichter fotografieren

Auf Island bekamen wir die Aurora Borealis zum dritten und vierten Mal zu Gesicht.

Nordlichter auf Spitzbergen

Zuerst nichts. Nur Sterne und der Mond. Wir starren ihn an, fixieren ihn mit unserem Blick und hoffen, dass er sich bald hinter den Berg „vertschüsst“. Langsam und ganz gemächlich bewegt er sich, scheint fast still zu stehen. Ich schlottere vor Kälte, aber irgendwie ist mir das gerade total egal. Wir haben heute nämlich eine ganz besondere Mission: Wir wollen die Nordlichter nicht nur sehen und fotografieren, sondern sie auf einem Nightlapse-Video (nächtlichem Zeitraffer) festhalten!

Erste Zweifel machen sich breit. Ich spiele mit dem Gedanken das Ganze abzubrechen, motiviere mich aber selbst nochmals durchzuhalten, denn die Aktivität verspricht heute noch eine Sichtung. Wir kommen mit anderen Nordlichtjägern ins Gespräch, plaudern ein wenig über Tipps, um sie bestmöglich zu fotografieren. Versuchen noch letzte Einstellungen an der Kamera. Und plötzlich: Die Aurora tanzt für uns!

Nordlichter fotografieren

Schon auf unserer ersten Reise nach Spitzbergen bewunderten wir Nordlichter, auch als Wiederholungstäter hatten wir Glück.

Nordlichter fotografieren

Das Zweifeln in der Kälte hat ein Ende: Die Aurora Borealis begibt sich langsam in Stimmung.

Die Nordlichter tanzen

Eigentlich sollten wir uns daran ja bereits gewöhnt haben, aber Fehlanzeige. Wir sind genauso aufgeregt wie beim ersten Mal. Ein traumhaftes, grünes Farbenspiel. Immer mehr. Immer stärker. Der ganze Gletscher ist grün beleuchtet. Es ist so unglaublich schön. Kleine Freudentränchen stehen mir in den Augen. Ich zittere am ganzen Körper, aber nicht mehr vor Kälte, sondern vor Aufregung. Adrenalin pur!

Ich fühle mich, als müsste ich auf den Gletscher laufen, um von der Spitze aus die Aurora noch genauer zu sehen. Ihre volle Pracht zu sehen. Sie zieht einen magisch an. Ich versuche mich zusammenzureißen. Bei diesen Temperaturen würde ich den Aufstieg wohl nicht überstehen. Außerdem bin ich heute wohl nicht mehr in der Verfassung auch nur 100 Höhenmeter zu überstehen.

Nordlichter fotografieren

Nördlich des Polarkreises gelegen, gehört Spitzbergen zu den Reise- und Expeditionszielen für Nordlichter schlechthin.

Tipps zum Nordlichter Fotografieren

Wir dürfen die Aurora noch ein weiteres Mal auf Spitzbergen sehen, dort wo wir uns vor zwei Jahren in dieses magische Naturschauspiel auf den ersten Blick verliebt haben. Gedanklich planen wir schon die nächste Sichtung. Schon alleine beim Gedanken daran bekommen wir wieder Gänsehaut.

Auch du willst dieses magische Gefühl erleben? Wir haben da ein paar Tipps für dich:

  • Hauptsaison für Nordlichter ist in etwa von Oktober bis März, aber auch im September oder April kann man noch Glück haben.
  • Ebenfalls zu beachten sind die Mondphasen, denn Vollmond kann ein echt mieser Spielverderber sein – das mussten wir bei unserem ersten Besuch auf Island lernen.
  • Auch wenn du es nicht beeinflussen kannst, solltest du dir das Wetter anschauen, denn ist es bewölkt, gibt es keine Möglichkeit Nordlichter zu sehen. Aber die Prognosen können sich oft noch ändern oder es kann einen Ort geben, an dem die Wolkendecke offen ist.
  • Buchst du eine Tour, kümmern sich meistens die Guides darum, einen guten Platz zu finden. Vorausgesetzt, das ist bei deiner Tour inkludiert. Das kannst du aber vorher mit den Anbietern klären.
  • Lichtverschmutzung verhindern: Manchmal ist die Aktivität der Nordlichter so stark, dass du sie auch in einer Stadt sehen kannst. Du solltest dir aber dennoch einen Ort suchen, der möglichst dunkel ist.
  • Für den Anfang empfehlen wir dir, Touren zu buchen. Oft sind die Guides wirklich eine Hilfe, denn neben den besten Plätzen kennen sie auch gute Tipps, wie du Nordlichter fotografieren kannst.
Nordlichter fotografieren

Dreh- und Angelpunkt unseres erneutes Nordlichtabenteuers war Longyearbyen, mit etwas über 2.000 Einwohnern größter Ort auf Spitzbergen.

Nordlichter Fotografieren: Vorbereitung ist alles

Wie bei so vielen Dingen im Leben gilt also auch bei Nordlichtern: Vorbereitung ist alles. Lese dir verschiedene Blogbeiträge und Websites durch. Besorg dir eine gute Kamera, denn mit dem Smartphone geht vieles, aber Nordlichter fotografieren funktioniert nicht. Setze dich schon zu Hause mit den Einstellungen deiner Kamera auseinander, denn so schnell wie die grüne Lady erscheint, kann sie auch wieder verschwinden.

Prüfe die Angebote genau und vergleiche die Leistungen der Anbieter, denn die Touren unterscheiden sich oft in der Dauer und dem gebotenen Service. Machst du dich selbst auf Nordlichtjagd, informiere dich schon vorab über gute Plätze. Und zieh dich warm an, denn eines kann man mit Gewissheit sagen: Es wird sicher kalt werden.

Wenn du dir unser Timelapse-Ergebnis anschauen und mehr über die Einstellungen der Kamera wissen möchtest, kannst du hier nachlesen oder direkt auf YouTube vorbeischauen:

Mehr zu den magischen Nordlichtern findest du auf Gin des Lebens, dem Blog von Ines und Thomas. Dort zeigen dir die beiden auch, wie sich ihre Fotos der Nordlichter über die Zeit verändert haben. Außerdem verraten sie dir ein paar Grundlagen, damit es auch bei dir mit dem Erinnerungsfoto klappt. Zum Abschluss geben sie uns nochmals eine Warnung mit auf den Weg: Wer einmal Nordlichter gesehen hat, ist schon süchtig. Garantiert!

Reisen um zu reisen!
John & Marc

War jut? Dann danke fürs Teilen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.