Jüdisches Viertel Budapest: Historie, Streeart und Kulinarik

Das Jüdische Viertel Budapest gehört zu den touristischen Selbstläufern einer Reise in die ungarische Hauptstadt. Von Authentizität ist an Ort und Stelle allerdings kaum mehr etwas zu spüren. Dennoch haben uns die Straßen und Gassen rund um die quirligen Gozsdu-Höfe schon zu Beginn unserer ersten Reise nach Budapest angefixt. Ein fotografischer Spaziergang durch das Jüdische Viertel im Budapester Stadtteil Pest. Geschrieben von John & Marc.

Jüdisches Viertel Budapest
Willkommen auf einem Streifzug durchs Jüdische Viertel Budapest.

Synagogen im Jüdischen Viertel Budapest

Hättest du gedacht, dass sich ausgerechnet in der ungarischen Hauptstadt die größte Synagoge Europas befindet? Der sogenannte Tabaktempel im Jüdischen Viertel Budapest verfügt über etwa 3.000 Sitze und verdankt seinen ungewöhnlichen Spitznamen der Gasse, in der er steht – der Tabakgasse. Nur etwa 200 Meter weiter kannst du in der Rumbach-Straße eine weitere Synagoge im Jüdischen Viertel Budapest begutachten, die ebenfalls im maurischen Stil errichtet wurde.

Elisabethstadt, wie das Jüdische Viertel Budapest auch heißt, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt. Aus dieser Zeit stammen auch beide genannten Synagogen. Bis zum Zweiten Weltkrieg war Elisabethstadt Zentrum des jüdischen Lebens in Budapest. Heute kannst du an Ort und Stelle noch immer in die jüdische Geschichte der Donaumetropole eintauchen. Direkt neben dem Tabaktempel lädt das ↠ Jüdische Museum zum Besuch. Dieses steht an der Stelle des Geburtshauses von ↠ Theodor Herzl, der am 2. Mai 1860 in Pest geboren wurde, das damals noch eine eigenständige Stadt war.

Jüdisches Viertel Budapest
Die maurische Optik der Großen Synagoge im Jüdischen Viertel Budapests erinnert an die orientalische Herkunft der Juden.
Jüdisches Viertel Budapest
Die größte Synagoge Europas steht im Jüdischen Viertel Budapest und wurde im Jahr 1859 eingeweiht.

Jüdisches Viertel Budapest: Streetart an jeder Ecke

Gemessen an der Dichte von Streetart im siebten Budapester Bezirk, dem das Jüdische Viertel Budapests zugerechnet wird, kannst du die Gegend getrost als eines der kreativen Zentren der ungarischen Hauptstadt bezeichnen. Auch wenn einige der Kunstwerke in Elisabethstadt freilich Auftragsarbeiten und zum Teil kommerzieller Natur sind.

Zwischen unserer ersten und zweiten Reise nach Budapest kamen übrigens einige Schmuckstücke neu dazu, während andere schon wieder verschwunden waren. Sei dir also sicher, dass du auf deinem Spaziergang durchs Jüdische Viertel Budapest auch ganze andere Streetart-Werke bewundern werden kannst als wir. Vielleicht entdeckst du aber auch noch ein paar unserer Favoriten?

Trubel in den Gozsdu-Höfen

Auf unseren ersten beiden Reisen nach Budapest verging kein Tag, an dem wir nicht auch in den Gozsdu-Höfen Einkehr hielten. Das Ambiente der verwinkelten Hinterhöfe ist unglaublich touristisch. Doch um sie einfach so außer Acht zu lassen, sind die Gozsdu-Höfe im Jüdischen Viertel Budapest einfach zu praktisch. Obendrein versprühen sie insbesondere im Sommer ein lockeres, fröhliches Flair.

Restaurant reiht sich an Restaurant, Café an Café, Bar an Bar. Besser gesagt kam es uns manchmal so vor, als seien die Gozsdu-Höfe eine einzige „Restaurantcafébar“. Bunte Lichterketten und eine weitere, gehörige Portion Streetart machen das Jüdische Viertel Budapests hier zu einem Paradies für all jene, die nur wenig Zeit zum Entdecken der Millionenstadt mitbringen. Wenn du das wirkliche Budapest entdecken möchtest, solltest du dich aber eher in anderen Bezirken umschauen.

Jüdisches Viertel Budapest
Einer der Eingänge in die Gozsdu-Höfe, die aus sechs miteinander verbundenen, quirligen Hinterhöfen im Jüdischen Viertel Budapest bestehen.
Jüdisches Viertel Budapest
Mit Lichterketten und liebevoll gestalteten Lokalen versprühen die Gozsdu-Höfe im Jüdischen Viertel Budapest einen ganz eigenen Charme.

Jüdisches Viertel Budapest bei Nacht

Quasi direkt nebenan im Jüdischen Viertel Budapest lauert der Karaván Streetfood-Markt. Die Touriquote ist auch hier hoch. Allerdings kannst du hier an lauen Sommerabenden ganz wunderbar einen Imbiss vernaschen oder ein ungarisches Bierchen trinken, bevor du in den Budapester Nächten verschwindest. Wir empfehlen vor allem den Lángos-Stand!

Rund um den Karaván kannst du besonders gut miterleben, wie das Jüdische Viertel Budapest sich im Verlaufe eines Tages wandelt – und erst spät am Tag richtig aufwacht. Zum ersten Mal drehten wir hier in den Morgenstunden unsere Runden, als die meisten Läden noch geschlossen hatten. In der warmen Jahreszeit ist Elisabethstadt dagegen selbst unter der Woche voller Nachtschwärmer, die es unter anderem auch in die berühmten Höhlenbars zieht, die in mehreren verfallenden Altbauhäusern ihre Türen öffnen. Sie werden ihrem guten Ruf übrigens durchaus gerecht. Trotzdem gilt für sie dasselbe, wie für weite Teile des Jüdischen Viertels: Das authentische Budapest wirst du auch in Szimpla Kert und Co. eher nicht für dich entdecken.

Jüdisches Viertel Budapest
Farbenfrohe Lichter gibt es auch auf dem Karaván Streetfood-Markt zu bestaunen.
Jüdisches Viertel Budapest
Könnte ein Bild unserer Budapest-Reise sowohl in 2015 als auch in 2016 sein. War aber auch einfach zu lecker!

Jüdisches Viertel Budapest: So kommst du hin

  • Das Jüdische Viertel Budapest liegt im VII. Bezirk, der im Norden von der Király-Straße und im Süden von der Rákóczi-Straße begrenzt wird. In Richtung Donauufer endet das Jüdische Viertel Budapest in etwa auf Höhe des Tabaktempels, in Richtung Osten hinter dem Ostbahnhof Keleti pályaudvar. Die meisten Restaurants und Bars findest du zwischen Károly- und Elisabeth-Straße (Erzsébet útca).
  • Wenn du wie wir mit dem Zug in die ungarische Hauptstadt reist, kommst du also sehr wahrscheinlich direkt im Jüdisches Viertel Budapest an. Die nächstgelegenen Metrostationen sind Astoria und Blaha Luja tér (Linie 2), Bajcsy-Zsilinszky útca und Opera (Linie 1) sowie Deák Ferenc tér (Linien 1 und 3).

Schon gelesen? Unser ↠ Budapest Reisebericht verspricht bittersüßes Lesevergnügen und noch mehr Inspiration für deine Reise in die Donaumetropole. Du bist noch auf der Suche nach etwas Besonderem? Dann empfehlen wir dir auch den liebsten unserer ↠ Budapest Geheimtipps, den wir zugleich zu unserem 1 THING TO DO für die Stadt an der Donau ausriefen.

Reisen um zu reisen!
John & Marc

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Jüdisches Viertel Budapest

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12 thoughts on “Jüdisches Viertel Budapest: Historie, Streeart und Kulinarik”

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  3. cornelia1972 says:

    Ich war bereits 2x dort – einmal im Sommer 2010 – da war grad ein Folklorefestival an der Donau ab Kettenbrücke – Sonnenschein, viele bunte Standln, völkerverbindende Musik und tolle Stimmung – die Stadt hat sich von ihrer besten Seite gezeigt! – Hab auch nachts einige tolle Fotos gemacht – von den Brücken, dem Parlament etc – und von den vielen Spinnennetzen an der Kettenbrücke:-) – sehr schöner Beitrag (bzw. Beiträge) – LG aus Wien (auch hier kann man suuuuuuuuuupertolle Fotos machen;-) C.

    1. 1 THING TO DO says:

      Danke! Das klingt nach wirklich tollen Erlebnissen in Budapest. 🙂

      Nach Wien wollen wir auch mal… wer weiß, vielleicht schon 2016.

      Liebe Grüße aus Berlin nach Wien

      1. cornelia1972 says:

        Vielleicht fahren wir 2016 wieder nach Berlin 🙂 haben sehr liebe Freunde da…. LG und viel Spaß beim Reisen, planen, erleben, fotografieren

  4. Paleica says:

    bei nacht mochte ich es besonders!! und der fassadenfetisch, der gefällt mir!

    1. 1 THING TO DO says:

      Wo mochtest du es nachts am meisten? An der Donau? Ich glaube, wir waren mehr Team Sonnenuntergang, aber nachts hatte definitiv auch was. 🙂

      1. Paleica says:

        ja! die brücke und das rathaus <3 <3 <3

  5. A vida louca says:

    Ich war leider noch nie in Ungarn und ich wusste gar nicht, dass Budapest so wundervoll ist. Denn in Miteleuropa interessieren sich die meisten leider wohl eher für südliche oder westliche Länder

    1. A vida louca says:

      Mitteleuropa sollte das heißen 🙂 Hab ich es in meinem Schreibwahn vergessen. Aber toller Post. Lädt zum Hinfahren ein 🙂

    2. 1 THING TO DO says:

      Wobei Budapest zu den zehn am häufigsten besuchten Städten Europas zählt. Nicht zu unrecht, finden wir! 🙂

      1. A vida louca says:

        Irgendwie erzählen aber nur die wenigsten davon bzw. schreiben in ihrem Blog darüber. Wart ihr denn nur in Budapest oder auch in anderen ungarischen Städten oder vielleicht auch in kleineren Dörfern?

        1. 1 THING TO DO says:

          Wir waren leider nur in Budapest, sind uns aber sicher, dass es noch einiges in Ungarn zu entdecken gibt. Als Kind war ich (Marc) auch am Balaton, ebenfalls eine schöne Gegend.

          In Skopje trafen wir auf einen Bayer, der auch in einer Kleinstadt im Süden Ungarns unterwegs war und dort leider sehr starke Fremdenfeindlichkeit gespürt hat, seine Berichte waren ziemlich besorgniserregend. Das sollte man auf jeden Fall im Hinterkopf behalten derzeit, ohne natürlich an dieser Stelle pauschalisieren zu wollen…

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