Île de Ré: Wo du die Sonne riechen kannst

Hast du gerade unsterbliches Fernweh? Dann solltest du diesen Reisemoment aus der Feder von Katja vielleicht lieber nicht lesen. Zu groß ist die Gefahr, dass du dich nach ihren Impressionen von der französischen Île de Ré zu Hause noch unwohler fühlst, deine Siebensachen packen willst und dem Alltag keine Sekunde länger mehr etwas Schönes abgewinnen kannst. Oder wagst du es doch? Ein Reisemoment von Katja. 

Ile de Re Reisebericht

Strand in Le-Bois-Plage-en-Ré: Da kommt Fernweh auf.

Auf zur Île de Ré: Der Weg ist das Ziel

Die französische Atlantikküste ist eine Liebe – meine Liebe. Endlose Strand- und Dünenlandschaften, die Gezeiten des atemberaubenden Atlantiks und der unverkennbare Duft der Pinienwälder. Schließe ich die Augen, fühle ich mich 30 Jahre zurückversetzt, denn schon in meiner Kindheit hat mich dieses traumhafte Fleckchen Frankreichs verzaubert.

Und auch wenn sich die Anreise hier aus dem hohen Nordosten der heimischen Republik auf zwei Tage zieht, so lohnt sich doch die Reise. Denn nicht nur hier gilt: Der Weg ist das Ziel. Jeder gefahrene Kilometer bringt einem nicht nur den ersehnten Urlaub etwas näher, sondern auch Veränderung: Natur, Geruch, Licht – bei jedem Stopp etwas Altes loslassen und etwas Neues einfangen. So zitiere ich an dieser Stelle einen Unbekannten, der empfahl, man solle nur so schnell reisen, wie die Seele folgen könne.

Ile de Re Reisebericht

Île de Ré: Auf der 85 Quadratkilometer kleinen Insel im Atlantik findet doch jeder seinen Lieblingsplatz.

Im Autokorso zum Atlantik

Unser erstes Ziel liegt immer kurz hinter Paris, eine kurzen Blick auf den Eiffelturm erhaschen und in einem kleinen, günstigen Motel an der Autobahn die erste Nacht auf französischem Boden verbringen. Nicht, dass das jetzt besonders spektakulär wäre, aber im Allgemeinen hat man in diesem Moment einen Zustand erreicht, wo eine Dusche und ein halbwegs bequemes Bett nicht die schlechteste Option sind.

Am nächsten Morgen locken ein Kaffee und ein Stück Baguette mit Marmelade auch die letzten Schlafmützen aus den Kojen und man reiht sich ein, in den Autokorso auf der „L’Aquitaine“, der Autobahn, die von Paris in Richtung Bordeaux führt.

Ile de Re Reisebericht

Das besagte Motel: Nach stundenlanger Autofahrt findet man auch hier einen Hauch von Luxus.

Französische Herzlichkeit

Auch knapp ein Jahr nach Ende unseres letzten Sommerurlaubs sind die Erinnerungen noch frisch, denken wir an die bezaubernde kleine Insel Ré, die wir an der französischen Atlanktikküste vorgefunden haben. Strahlender Sonnenschein hat uns begleitet, du weißt schon, diese Sonnenstrahlen, die jenes helles Licht hervorrufen, dass einen beim Verlassen des Hauses sofort nach der Sonnenbrille greifen und einen wissen lässt: Ich bin im Süden. Es riecht nach Urlaub: Salz, Kiefernwälder, Meer und auch die Sonne. Ja, ich glaube, dass man auch Sonnenstrahlen riechen kann.

Mit dem Fahrrad zum „supermarché“, mit dem Fahrrad zum „plage“, eigentlich sind wir immer mit dem Fahrrad gefahren – durch Weinreben, vorbei an den Salinen, durch den Wald und immer auf wunderbaren Fahrradwegen, denn die Île de Ré hat fast 100 Kilometer davon zu bieten. Entschleunigt. Frei. Auch ein Velotaxi bringt Fahrrad und Besitzer für einen Taler von einem Ende der Insel zum anderen und erleichtert so manche Wegstrecke. Und wusstest du, dass der Franzose auch Englisch spricht? Auf Ré schon, ausgesprochen herzlich und zuvorkommend begegnen die Einheimischen den Touristen.

Ile de Re Reisebericht

Sonnenstrahlen, die man riechen kann. Tipp: Funktioniert nicht besser, wenn du dich mit deiner Nase dem Bildschirm näherst.

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Velotaxi in Ars-en-Ré: Mobiler Helfer für so manche Wegstrecke auf der Atlantikinsel.

Ein Lieblingsplatz für Jedermann

Selbstverständlich wird auch ein wenig Chi-Chi geboten. Wie wäre es mit einem Eis mit Blattgoldüberzug? Oder Austern-Kaviar-Geschmack? Insbesondere im Hauptort Saint-Martin-de-Ré steht die Prominenz dem Treiben an der Côte d’Azur in keiner Weise nach. Aber wie sagt der Rheinländer? Jeder Jeck ist anders. Und das soll er auch! So könnte auch das Motto der Insel sein: Vom 5-Sterne-Hotel bis zum Urlaub auf dem Campingplatz ist alles möglich, jeder findet seinen Lieblingsplatz. Und spätestens an einem der „Ateliers“ der Eismanufaktur La Martinière treffen sich alle wieder.

Eine Prise mediterranes Flair, ein Schuss rustikales Ambiente und eine Messerspitze „etwas ganz Besonderes“? Wer die Weite der atlantischen Strände liebt, gerne unter freiem Himmel den Abend am Grill verbringt und einen Gläschen Pineau dabei schlürfen mag, ist hier richtig. So wie wir. Und was war nun der beste Reisemoment? Die Île de Ré selbst ist dieser Moment, den man nicht mehr loslassen sollte, um ihn in vollen Zügen zu genießen.

Ob wir wiederkommen? Ja, unbedingt.

Ile de Re Reisebericht

Eis mit Blattgold bei „La Martinière“: Man gönnt sich ja sonst nichts.

Ile de Re Reisebericht

Lieblingsplatz auf der Île de Ré: Ein kleines Restaurant in „La Flotte“.

Ile de Re Reisebericht

Frische Dorade vom Grill mit Luxuskartoffel, die tatsächlich nur auf der Île de Ré wächst.

Wenn du noch mehr von Katja lesen möchtest, dann findest du weitere Artikel auf ihrem Blog Rotzgoere, auf dem sich übrigens nicht alles nur ums Reisen dreht. Et à propos la belle France… ein 1 THING TO für die französische Hauptstadt haben wir auch schon in petto. Was zur Hölle ein weißer Elefant damit zu tun hat, das erfährst du in unserem Paris Reisebericht.

Reisen um zu reisen!
John & Marc

2 thoughts on “Île de Ré: Wo du die Sonne riechen kannst”

  1. Tanja im Norden says:

    Vor vielen Jahren habe ich mal eine Chance auf einen Besuch der Insel verstreichen lassen (was mich aus verschiedenen Gründen sehr geärgert hat) und habe sie danach eigentlich völlig vergessen. Jetzt hebt Ihr sie wieder in mein Bewusstsein.

    1. 1 THING TO DO says:

      Wir hatten vor lauter #GoEast auch fast vergessen, wie schön die französische Atlantikküste wohl ist… 🙂

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