Fotografieren mit Handy: Drei einfache Tipps

Nicht jeder kann sich eine hochwertige Kamera leisten, und nicht jeder hat Lust, für schöne Reisebilder eine ganze Kameraausrüstung mitzuschleppen. Denn obwohl wir damit bei so manchem Leser immer wieder Erstaunen auslösen, dokumentieren auch wir unsere Reisen bislang einzig allein mit unserem Handy. In diesem Artikel verraten wir dir drei einfache Tipps zum Fotografieren mit Handy. Geschrieben von Marc.

Fotografieren mit Handy

Fotografieren mit Handy: Diese Aufnahme aus Dubrovnik gehört zu unseren Favoriten. Es ist kein tiefgründig-kreatives Meisterwerk, aber Bildaufteilung, Farben und der Faktor Zufall (Wolkenformationen) sorgen für eine gewisse Spannung im Foto.

Fotografieren mit Handy: Vor- und Nachteile

Das Fotografieren mit dem Handy hat unserer Meinung nach folgende zentrale Vorteile:

  • Die Handlichkeit: Smartphones liegen gut in der Hand und nehmen auf Reisen keinerlei Platz weg. Ganz im Gegenteil sind sie sogar absolute Alleskönner und ersetzen unterwegs nicht nur die Kamera.
  • Das Handy als Schnittstelle: Mit dem Handy kannst du auf Fotos sowie Apps zur Weiterverarbeitung auf nur einem Gerät zugreifen – ohne lästiges Übertragen von A nach B. Das beinhaltet sowohl gängige Dienste zur Bildbearbeitung als auch verschiedene soziale Netzwerke, auf denen du deine Reisemomente mit anderen teilst.
Fotografieren mit Handy

Eine unserer Leidenschaften ist das Wandern, wie hier im montenegrinischen Durmitor-Nationalpark. Beim Klettern noch eine Kamera mitschleppen? Nervt!

Diesen Vorteilen stehen allerdings eine Reihe von Nachteilen gegenüber. Die drei für uns wichtigsten Probleme lauten wie folgt:

  • Die Farben: Nicht einmal unser iPhone 6 ist immer in der Lage, die Farben und Kontraste der Realität natürlich darzustellen. Allzu häufig ist daher eine Nachbereitung notwendig. Das reduziert die Bildqualität zwangsläufig.
  • Der Fokus: Natürlich sind viele Handys inzwischen in der Lage, Schärfen und Unschärfen zu regulieren und damit den Fokus etwa auf Vorder- oder Hintergrund zu setzen. Auch diese Funktionen kommen jedoch noch lange nicht an eine Profikamera heran.
  • Die Dateigröße (und damit auch die Bildschärfe): Details in weiter Ferne werden häufig unscharf dargestellt. Willst du im Nachhinein einzelne Ausschnitte vergrößern, wird das Bild zumeist unscharf, Einzelheiten verschwimmen.
Fotografieren mit Handy

Dieses Bild unserer Fährfahrt von Helgoland nach Bremerhaven ist ein gutes Beispiel für ein an sich stimmiges Gesamtpaket. In der Tiefe wird das Foto jedoch sofort unscharf.

Fotografieren mit Handy: Die wichtigsten Regeln

Die obigen Nachteile am Fotografieren mit Handy kannst du unserer Meinung nach mit der Einhaltung weniger zentraler Regeln zwar nicht gänzlich wettmachen, aber zumindest gut kaschieren.

Drittelraster und Goldener Schnitt

Ein beliebter Anfängerfehler ist es, das auserkorene Objekt intuitiv in den Mittelpunkt des Bildes zu setzen. Das geht jedoch in den seltensten Fällen gut. Viel besser ist es meistens, das Foto mit dem Drittelraster in neun gleich große Rechtecke einzuteilen. Was kompliziert klingt, verdeutlicht unser Beispielfoto. Diese Aufteilung kommt übrigens gleichzeitig dem Goldenen Schnitt recht nahe.

Fotografieren mit Handy

Beispiel Berliner Fernsehturm: Der „Telespargel“ (den übrigens niemand so nennt) wurde hier quasi auf dem unteren, rechten Schnittpunkt platziert.

Jene Objekte, die du besonders hervorheben möchtest, sollten sich dabei auf einem oder mehreren Schnittpunkt(-en) der vier Linien befinden. Das schafft Perspektiven, sorgt für eine spannende Bildaufteilung und lässt den Blick des Betrachters direkt auf die gewünschten Details fallen.

Für uns die große Ausnahme: Wenn wir eine Symmetrie im Bild darstellen wollen, dann gehört der Mittelpunkt natürlich auch ins Zentrum des Fotos.

Fotografieren mit Handy Tipps

Bei diesem Foto aus Orheiul Vechi in Moldau ging es uns vor allem um die Symmetrie, daher steht das „Tor ins Nichts“ im Zentrum.

Das Zoom-Verbot

Ein weiterer Anfängerfehler beim Fotografieren mit Handy ist unserer Meinung nach das Zoomen. Das Problem: Durch das Vergrößern leidet die Bildauflösung dramatisch, das Motiv erscheint oftmals unscharf. Daher gilt es, die eigene Faulheit zu überwinden und lieber ein paar hundert Meter näher an das gewünschte Objekt zu treten. Das lohnt sich fast immer.

Perspektiven ausprobieren

An diesen Punkt halten wir uns auch selbst nicht immer. Das liegt vor allem daran, dass wir uns jedes Mal aufs Neue selbst herausfordern müssen, unsere Bequemlichkeit ad acta zu legen. Im Kern geht es darum, dass die meisten Fotos auf Augenhöhe geschossen werden. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass das daraus resultierende Motiv auch das schönste oder besonders markant ist.

Neue Blickwinkel auszuprobieren, das bedeutet für uns auch mal in die Froschperspektive zu wechseln, aus der Hocke oder auf Zehenspitzen zu knipsen und sich einfach mal ganz nah an ein Objekt heranzuwagen. Auf diese Weise fängst du dein Motiv auf neue Art und Weise ein, die du beim bloßen Vorbeilaufen vielleicht gar nicht erkannt hättest.

Fotografieren mit Handy Tipps

Auch mal mit der Linse ganz nah ran ans Objekt gehen: So wurde beim Wandern im Südharz dieser winzige Pilz zum Star des Fotos.

Unsere Foto-Apps

Wir benutzen nicht viele Foto-Apps, um das Beste aus unseren Bildern herauszukitzeln. Aber die folgenden beiden nutzen wir eigentlich fast immer:

  • Snapseed: Die Bildbearbeitungssoftware von Google ist kostenlos und verfügt über die wichtigsten Stellschrauben, die du für deine Reisefotos so brauchst. Der Vorteil ist, dass du beispielsweise Helligkeit, Kontrast, Sättigung und Schattenstärke präzise manuell einstellen kannst. Filter wie „Drama“ oder „Vintage“ sorgen bei dosierter (!) Anwendung für die entsprechene Bildatmosphäre.
  • Instagram: Die Foto- und Videoapp ist für uns die erste Anlaufstelle, wenn uns gerade nach schönen, qualitativ hochwertigen Fotos ist. Unsere mit Snapseed bearbeiteten Bilder jagen wir in der Regel noch einmal durch einen Instagram-Filter. Auch hier ist die richtige Dosierung wichtig, um die Authentizität zu wahren. Wie schon weiter oben gesagt, sollte es bei der Bildbearbeitung unserer Meinung nach eher darum gehen, der Realität näher zu kommen als eine neue Realität zu schaffen. Tipp: Wenn dir ein Instagram-Bild einmal mehr gefällt als das Original, dann kannst du es zum Beispiel via dinsta.com downloaden.
Fotografieren mit Handy Tipps

Der Drama-Filter von Snapseed lohnt sich vor allem, wenn du Wolkenformationen etwas mehr Gewicht geben möchtest, wie zum Beispiel bei dieser Aufnahme aus Odessa. Auch hier gilt es, auf die richtige Dosierung zu achten.

Fallbeispiele: 1 THING TO DO auf Instagram

Winter im Südharz

Im Falle der folgenden Aufnahme vom Poppenbergturm im Südharz haben wir einerseits das Drittelraster angewendet, gleichzeitig aber auch mit der Symmetrie des Bildes gespielt. Die Horizontlinie teilt das Bild in ein oberes Drittel (Himmel) und zwei untere Drittel (Baumkronen). Der dunklere Hügel im Hintergrund wurde dafür ins Zentrum gestellt.

50 Shades of White. Winter, it’s been a while… ☁️❄️☁️ #germany #deutschland #thüringen #thuringia #harz #südharz #winter #schnee #snow #forest #reisen #reiseblog #travel #traveller #travelogue #travelblogger #travelgram #instatravel #wanderlust #1thingtodo

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Wiese im Spreewald

Für dieses Fotos stürzten wir nach Sonnenaufgang in die vom noch Morgentau feuchte Wiese, begaben uns in die Hocke und sorgten so für ein stacheliges Foto zwischen Gräsern und Wiesenblumen im Brandenburgischen Spreewald.

Sunrise in a meadow – not far from Berlin you can enjoy pure nature. Another pro about living in the German capital. 🙂 #berlin #brandenburg #spreewald #lübben #sunrise #meadow #wiese #nature #natur #reisen #reiseblog #travel #travelogue #traveller #travelblogger #travelgram #instatravel #wanderlust #1thingtodo

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Ziege in Zentrum

Auf dieser Aufnahme im moldauischen Orheiul Vechi befinden sich gleich zwei Objekte auf einem der oben beschriebenen Schnittpunkte – der Ziegenbock unten links, der kleine Glockenturm oben rechts.

Chilling like there’s no tomorrow. 🇲🇩🐐 #yolo #moldova #moldau #orheiulvechi #goat #instagoats #keepcalm #reisen #reiseblog #travel #traveller #travelogue #travelblogger #travelgram #instatravel #wanderlust #1thingtodo

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Mit diesem Artikel nehmen wir an der Blogparade von Reisezoom zum Thema „Mein schönstes Smartphone-Foto“ teil. Wie du siehst, gilt es unserer Meinung nach nicht allzu viele Dinge zu beachten, um Reisemomente beim Fotografieren mit Handy vernünftig einzufangen. Doch am Ende kommt es auch darauf an, ein Auge für das richtige Motiv zu bekommen und seinen Blick entsprechend zu schulen. Vor allem jedoch auch, seinen eigenen Stil zu entwickeln – am besten abseits aller Regeln.

Fotografieren um zu fotografieren! 😉
John & Marc

15 thoughts on “Fotografieren mit Handy: Drei einfache Tipps”

  1. www.philippinen-blog.ch says:

    Schöner Bericht. Jeder neue Positive Bericht wie deiner bestärkt mich in der Taktik, mehr das Handy als die Spiegelreflex zu verwenden. Und die Bilder können ja qualitativ absolut mithalten. Für mich ist die Handyfotografie eher mit Kunst als mit Professioneller Fotografie zu vergleichen – wie oft hat man das Handy dabei und wie oft die „grosse“? diese spontanen Schnapschüsse sind für mich einfach unersetzlich.
    LG, Urs

  2. Marc says:

    Yeah, cooler Beitrag und danke, dass ihr bei der Blogparade mit dabei seid!
    Snapseed ist auch meine absolute Lieblingsapp zur Bildbearbeitung auf dem Handy. Schon irre, was sich damit alles machen lässt.

    Bei den Perspektiven vermisse ich manchmal aber das Klappdisplay. Gerade beim Fotografieren in Bodennähe, ist das mit dem Smartphone oft ein Blindflug … aber man kann eben nicht alles haben! 😀

    Viele Grüße
    Marc

    1. 1 THING TO DO says:

      Das stimmt natürlich… in dem Falle machen wir einfach immer ganz viele Fotos auf einmal und suchen dann das beste aus. 🙂

      Liebe Grüße!

  3. Dagmar von www.bestager-reiseblog.de says:

    Super Bericht, spricht mir aus dem Herzen. Ich finde es auch nervig, mit Kameraausruestung durch die Gegend zu Laufen, wenn das Smartphone in die Hosentasche passt.
    Danke für die Tipps mit den Apps zum Bearbeiten der Fotos. Muss ich gleich mal ausprobieren.
    Lg Dagmar

    1. 1 THING TO DO says:

      Viel Spaß dabei! 🙂 Liebe Grüße

  4. dorie says:

    Wow, das sind richtig coole Tipps! Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wie ich dieses Raster auf meinem Honor x5 einstelle 😀
    Aber, dass die Fotos mit dem Handy gemacht sind, hätte ich wirklich so gar nicht gedacht!
    Danke für die tollen Tipps 🙂
    Liebe Grüße, Dorie
    http://www.thedorie.com

    1. 1 THING TO DO says:

      Danke dir! Gibt bestimmt eine Funktion „Raster einblenden“ oder so. Liebe Grüße!

  5. Oli says:

    Bei mir sind auch die Hälfte der Bilder mit dem Smartphone entstanden. Gerade bei Gegenlicht und schlechten LIchtverhältnissen werden die Handybilder häufig besser als mit meiner dicken Bridge-Kamera. Der Vorteil bei der Kamera ist meiner Meinung nach der optische Zoom und bei DSLR der Einsatz von speziellen Objektiven wie Fischauge usw.

    1. 1 THING TO DO says:

      Wobei wir ja zum Beispiel auch für unser Smartphone ein Set mit zusätzlichen Linsen haben, darunter auch das Fischauge. 🙂

  6. Reiseblog Viermal Fernweh says:

    Danke für die Tipps und die schönen Fotos. Ein guter Ansporn, mich mal wieder mehr mit dem Thema zu beschäftigen. Liebe Grüße, Ines

    1. 1 THING TO DO says:

      Danke dir! Man kann sich bestimmt jahrelang damit beschäftigen… Liebe Grüße!

  7. 🔆Sigrid🔆aktiv60plus🔆 says:

    Hallo Marc,
    vielen Dank für diese tollen Tipps. Ich hätte nicht gedacht, dass die Fotos mit dem Smartphone gemacht sind, um so interessierter habe ich deinen Beitrag gelesen. Ich fotografiere fast nur mit einer kleinen Reisekamera – einer SONY DSC 50HX mit 30fach optischem Zoom, da ich sehr gerne Blüten und Insekten fotografiere, aber diese Kamera passt in die Jackentasche bzw. in jede Handtasche. Eine große Kamera finde ich total unpraktisch und würde ich nie mit mir herum schleppen wollen. Aber mein Fokus liegt ja auch auf der Untermalung meiner Beiträge mit Fotos und nicht auf Fotos selbst. Übrigens, da fällt mir ein, ich war erst kürzlich in Berlin – Geburtstag feiern mit meinem Liebsten und dafür hatte ich Tickets für die Blue Man Group besorgt. Dass ich in Berlin so gute Maultaschen essen würde, das allerdings war gar nicht unser Plan, hat uns aber sehr gefreut.

    https://aktiv60plus.wordpress.com/2016/11/12/auf-nach-berlin/

    Liebe Grüße, Sigrid

    1. 1 THING TO DO says:

      Berlin ist eben immer wieder eine Überraschung wert! 🙂 In der Tat gibt es auch kleinere, sehr gute Kameras, aber bei unserem Glück haben wir auch ein bisschen Angst, dass die auf Reisen mal eben so zerstört werden… 😀 Liebe Grüße!

  8. Igor says:

    Coole Tipps Marc, die ich ebenfalls imme wieder versuche einzuhalten. Sieht manchmal schon lustig aus, wie man sich für ein gutes Foto fast auf den Boden wirft oder eine schräge Stellung einnehmen muss.
    Persönlich vermisse ich den optischen Zoom am Handy enorm. Manchmal will ich eben genau etwas fotografieren und komme körperlich nicht näher dran.
    Ich träume von dem Tag, wo das Standard sein wird. Das neue iPhone 7 Plus geht ja schon mal in die richtige Richtung.
    Gruss, Igor

    1. 1 THING TO DO says:

      Danke dir! Ja, ein gutes Motiv braucht definitiv manchmal ein großes Stück Überwindung. Mal sehen, was die Zukunft bringt in Sachen Handyzoom! Gruß zurück

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