Dark Tourism: Friedhöfe als Sehenswürdigkeit

Friedhöfe als Sehenswürdigkeiten besuchen? Fotos von Gräbern schießen als wären sie der Eiffelturm? Darf man das? Diese Fragen schossen uns bei einem entspannten Spaziergang über den Alten Sankt-Matthäus-Kirchhof in Berlin am Pfingstmontag in den Sinn. Unsere Gedanken zum Thema Dark Tourism auf Friedhöfen. Geschrieben von John.

Dark Tourism Friedhof

Dark Tourism: Was hältst du von Friedhöfen als Sehenswürdigkeit?

Dark Tourism: Ein Friedhof als i-Tüpfelchen

Angeregt durch einen Spaziergang über den Alten Sankt-Matthäus-Kirchhof Berlin, einem idyllischen Friedhof im Berliner Ortsteil Schöneberg, setzen wir uns in diesem Artikel mit dem Thema Dark Tourism auseinander. In der Ruhestätte fanden unter anderem die Gebrüder Grimm und Rio Reiser ihre letzte Ruhe.

Als ich mir die ersten Gedanken zu dem Thema machte, fiel mir eine kleine Anekdote ein. Im letzten Spätsommer hatte ich einen Couchsurfer aus Los Angeles bei mir zu Besuch. Als wir ein wenig durch Kreuzberg spazierten, fragte er mich, ob wir nicht auf einen Friedhof gehen könnten, an dem ich zwar schon zig Male vorbeigefahren bin, den ich aber nie bewusst wahrnahm.

Grab Gebrüder Grimm

Zwei der bekanntesten Gräber auf dem Alten Sankt-Matthäus-Friedhof: Hier liegen Jacob und Wilhelm Grimm begraben.

Dark Tourism

Die Gräber der Märchensammler sind beliebtes Ausflugsziel Berliner Schulklassen, wie die Karte am Grabmal zeigt.

Dark Tourism

Ein weiteres Ehrengrab der Stadt Berlin wurde Claus Schenk Graf von Stauffenberg zugewiesen.

Dark Tourism: Was ist in Ordnung?

Ich willigte ein, und so gingen wir auf den Friedhof. Mein amerikanischer Gast sagte mir, er wollte schon immer einmal auf einen europäischen Friedhof. Diese böten doch einen ziemlichen Gegensatz zu Friedhöfen in seiner Heimat. Während des Besuchs zeigte er sich dann total verblüfft und teilte mir mit, wie überwältigt er besonders von den größeren Monumenten und Eingängen der Gruften war.

Auch wir nutzten schon einen Friedhof als touristisches Highlight, als wir in Kopenhagen den Assistens Kirkegård besuchten, um uns das Grab des berühmten Schriftstellers Hans Christian Andersen anzugucken. Marc berichtete außerdem von Glasgow Necropolis, ebenfalls eine historische Ruhestätte. Aber ist es überhaupt in Ordnung einen Friedhof so zu „missbrauchen“? Ist diese Form von Dark Tourism tolerierbar?

Grabstätte_Alter Sankt Matthäus Kirchhof_1 THING TO DO

Auf dem Alten Sankt-Matthäus-Kirchhof sind manche Familiengräber in richtigen Grabhäusern untergebracht.

Friedhof Berlin_Sankt Matthäus_1 THING TO DO

Grabhäuser und Gruften wie hier sind charakteristisch für viele abendländische Friedhöfe.

Grabstätten_Alter Sankt Matthäus Kirchhof_1 THING TO DO

Der Sankt-Matthäus-Kirchhof wurde bereits 1856 eingeweiht. In den vergangenen 160 Jahren entstanden auf dem Gelände teils eindrucksvolle Grabanlagen.

Berlin_Sankt Matthäus Friedhof_1 THING TO DO

Auf dem Schöneberger Friedhof dienen insgesamt drei steinerne Wände als Grabmauern.

Der Friedhof als Tor zu einer anderen Welt

Wohl seit dem Beginn der Entstehung menschlicher Zivilisationen haben wir besondere Orte, an denen wir unsere Toten bestatten. Und ich wage jetzt mal zu behaupten, dass eben diese Orte auch schon immer eine spezielle, teils magische Aura hatten. Diese Magie ist auch kein Wunder, spielt der Tod in den meisten Religionen und Kulturen doch als Tor zu einem neuen Zustand des Seins oder einer neuen Welt eine äußerst entscheidende Rolle.

Und so könnte man diese Orte der Toten gewiss auch als Orte zwischen den Welten begreifen. Doch selbst mit Abstand zu dieser spirituellen Vorstellung sind Friedhöfe auch in der postmodernen Welt noch immer friedliche und ruhige Orte des Gedenkens. Hier ist Platz für Trauer, stille Gebete und den letzten Abschied. Aber auch, um sich des Glücks des Lebens bewusst zu werden.

Dark Tourism

Eine Pfingstrose versprüht Lebensfreude mitten auf dem Friedhofsgelände.

Sankt Matthäus Kirchhof_Berlin_1 THING TO DO

Der Schöneberger Friedhof liegt inmitten Berlins: Neben Vogelgezwitscher hört man so auch alle paar Minuten eine Sbahn passieren, was die Ruhe jedoch kaum stört.

Ein Friedhof ist kein Park

Umso spannender ist die Frage, ob Friedhöfe überhaupt touristische Anlaufpunkte sein dürfen oder sein sollten? Scheint es nicht pietätlos, den Trauernden ihren Ort zu nehmen und die quasi Toten zu stören, in dem man den Friedhof als Park und Stätte des Dark Tourism missbraucht? Hunderte Fotos schießt? Und zwischen all der Trauer mal laut über eine witzige Anekdote lacht? Ein wenig schon, aber …

Bank auf Friedhof_1 THING TO DO

Friedhöfe sind Orte der Ruhe und dienen als Rückzugsorte nicht nur für all jene, die an Ort und Stelle um Verwandte und Bekannte trauern.

… zwischen dem stillen Besuch des Grabsteines einer berühmten Person oder einem nachdenklichen Spaziergang zu zweit über einen Friedhof auf der einen Seite, und dem bunten Treiben in so manchem Park auf der anderen Seite, liegt ja doch ein himmelweiter Unterschied.

Es sollte klar sein, dass es absolut nicht okay ist, mit Freunden auf einem Friedhof zu picknicken, dabei Musik zu hören und vielleicht sogar noch ein Bierchen zu trinken. Gemütliches Bummeln, sich die teils sehr kunstvollen Gräber und Grabsteine anzugucken und dabei der Toten zu gedenken, ist unserer Meinung nach hingegen vollkommen okay.

Friedhof_Berlin Schöneberg_1 THING TO DO

Einen Augenblick niedersitzen und in sich kehren sollte auf einem Friedhof bei allem Respekt möglich sein, solange die Pietät gewahrt wird.

Dark Tourism auf Friedhöfen

Und so stellen wir fest, dass ein hübscher Friedhof, eventuell auch mit Gräbern berühmter Persönlichkeiten, durchaus eine touristische „Attraktion“ oder gar ein 1 THING TO DO sein kann. Sicher nicht für den Massentourismus geeignet, doch mit dem nötigen Respekt und der Ruhe, kann auch ein Friedhof eine schöne Urlaubserinnerung hinterlassen.

Unsere Gedanken zum Thema Friedhöfe und Tourismus lassen sich dabei gut in den Diskurs rund um den sogenannten „Dark Tourism“ einordnen. Als Dark Tourism bezeichnet man die

„Besichtigung von Orten, Attraktionen und Ausstellungen, die mit Tod, Mord, Gräueltaten, Gewalt, Leid, Schmerz und dem Makabren assoziiert werden.“

Im englischen Lancashire besteht inzwischen sogar ein Institut, das sich mit dem dunklen Tourismus auseinandersetzt. Das Institut beschäftigt sich unter anderem damit, weshalb und auf welche Art und Weise Menschen „zum Leid der Anderen“ reisen – beispielsweise nach Auschwitz, Tschernobyl oder Ground Zero. Mehr dazu liest du zum Beispiel auf ZEIT ONLINE.

Grabstein_Trennung ist unser Los_1 THING TO DO

Das Thema Tod beschäftigt den Menschen seit Jahrtausenden, und jahrhundertealte Trauersprüche verlieren wohl niemals ihre Aktualität.

Grabstein_Goethe_1 THING TO DO

Aphorismus von Johann Wolfgang von Goethe aus dessen Tischlied zu Zelters 70. Geburtstag.

Alter Sankt Matthäus Kirchhof_1 THING TO DO

Weite Alleen führen durch den Sankt-Matthäus-Kirchhof in Schöneberg und laden zu einem nachdenklichen Spaziergang.

Berlin_Sbahnhof Yorkstraße_1 THING TO DO

Zurück im Berliner Leben: Der Sbahnhof Yorkstraße im Bezirk Schöneberg.

Friedhöfe befinden sich an der Schwelle zwischen Leben und Tod, beide Daseinszustände finden sich auf ihnen wieder – das Diesseits und das Jenseits. Aus diesem Grund ist es für uns völlig in Ordnung, einen Friedhof mitunter auch als touristische Attraktion wahrzunehmen, wenn sich an gewisse, aber auch selbstverständliche Regeln gehalten wird. So ein Friedhof ist eben nicht nur zum Trauern da, sondern auch zum Gedenken an schöne Zeiten – ob damals, heute oder in der Zukunft. Was ist deine Meinung dazu?

Reisen um zu reisen!
John & Marc

20 thoughts on “Dark Tourism: Friedhöfe als Sehenswürdigkeit”

  1. 🔆Sigrid🔆 says:

    Mir hat der Beitrag sehr gefallen und vor allem die Fotos. Ich finde es überhaupt nicht pietätlos auf einem Friedhof herum zu spazieren, zu lachen, sich wohl zu fühlen. Hier in Dortmund gibt es den parkähnlichen Hauptfriedhof, einer der größten in Deutschland, mit uraltem Baumbestand, einer großen Bachwiese. Hier weiden die Schafe im Sommer und weil es hügelig ist, fahren Kinder Schlitten im Winter. Auf dem großen Wegenetz wird gegoggt, in Gruppen Walking veranstaltet oder geradelt. Das alles ist erlaubt und ich glaube nicht, dass es die Toten in ihrer Ruhe stört, wenn ein Friedhof „belebt“ ist. Ich habe dort eine Lieblingsplatane, die ich in einem Beitrag „verewigt“ habe.
    https://aktiv60plus.wordpress.com/2015/12/12/anschrift-am-gottesacker-25-naturdenkmal-platane/

    Beste Grüße, Sigrid

    1. 1 THING TO DO says:

      Das schauen wir uns doch mal an, vielen Dank!

  2. verliebtinsleben says:

    Ich bin nach 9 Monaten aus Madrid zurückgekommen und habe tatsächlich auch einen Friedhof ‚besichtigt‘. Ich kann deinen amerikanischen Gast verstehen, denn spanische Friedhöfe sehen auch verdammt anders aus und ich war auch ziemlich begeistert, sofern man dieses Wort benutzen kann. Ihr versteht schon, was ich meine.

  3. juuliya says:

    Gleiches Szenario wie dasblauegnu kann ich auch aus dem KZ Buchenwald berichten – dort hatten die Angestellten aber ein sehr professionellen Umgang mit diesen Leuten und verwiesen auch einige der Gruppe des Geländes. Dennoch war ich schockiert, dass einigen Teilnehmern der Führung die Grausamkeit dieses Ortes nicht bewusst wurde und eher zum Schmücken der Liste von „Sehenswürdigkeiten“ genutzt wurde.
    In Rumänien hatte ich es das erste Mal erlebt, dass ein Friedhof eine völlig andere Atmosphäre ausstrahlte als in Deutschland. Ja, in Gedenken an verstorbene Menschen, aber weniger bedrückend. Der Friedhof wurde unter anderem als Treffpunkt für junge Leute genutzt, oder zum Entspannen, Lesen von Büchern oder auch Picknick im Eingangsbereich. Ich denke, das hängt auch viel mit der Trauerkultur zusammen. Seit dieser Erfahrung finde ich Friedhöfe sehr sehenswert, da sie einen ganz besonderen Einblick in eine Kultur geben. Ob ich Fotos mache, entscheide ich dann immer subjektiv vor Ort.
    Ich halte Friedhöfe demnach auch nicht für Dark Tourism, wovon ich übrigens das erste Mal las. Sehr spannend!

  4. Chili says:

    Früher hatten Friedhöfe für mich was gruseliges. Inzwischen denke ich ganz anders darüber, zumal ich auch leider einige Schicksalsschläge hinter mir habe. Ich finde diese Orte strahlen sehr viel Ruhe aus…zuletzt sind wir spontan über einen Friedhof bei uns in der Nähe spazieren gegangen – und ich dachte, wie schön das hier ist, was für tolle Fotomotive hier entstehen könnten. Kurz danach dachte ich aber auch: darfst du das überhaupt? 😀 Toller Artikel, inspiriert mich…

  5. Steffi says:

    Ich dachte schon, ich wäre allein mit meiner Vorliebe für Friedhöfe! Ich gehe auf Reisen immer auch auf Friedhöfe: Die Art und Weise, wie Menschen ihre Toten bestatten ist Teil der Kultur und gehört einfach mit dazu, wenn ich einen fremden Ort näher kennenlernen will. Respekt ist dabei selbstverständlich (Mir fällt da gerade ein, dass meine Töchter mir erzählten, dass die Touristen mittlerweile den Mönchen in Luang Prabang den Reis aus den Schüsseln fotografieren… Anstand hast du oder eben nicht)
    Und ja, ich fotografiere auch auf Friedhöfen! Es gibt dort großartige Motive. Ich muss ja nicht alles veröffentlichen.

  6. atroksia says:

    Oh toll die Grimm-Brüder. Und die Sprüche über Leben und Tod, sind echt wunderschön. Ich mag Friedhöfe, weil sie so ruhig und grün sind. Ich mag es dort andächtig spazieren zu gehen und all denen zu Gedenken die dort liegen und nicht nur einem. Ich frage mich dann oft, wer sie wohl waren.

  7. tulpenschaf says:

    Sehe ich auch so wie ihr… Ein Friedhof ist definitiv ein Ort des Gedenkens, aber auch als Ortsfremder (sprich: Tourist) sollte man sich dort aufhalten dürfen, in Kirchen darf man ja auch einfach so gehen… Ein gewisser Respekt gegenüber der Totenruhe und den Trauernden ist natürlich wichtig!… Ich für meinen Teil finde Friedhöfe interessant (der neue jüdische Friedhof in Krakau ist sehr spannend)… (und man hat dort auch Zugang zu Trinkwasser -> Tip für Radtouren übers Land…) 😉

  8. Petra says:

    Den alten Nordfriedhof in München (wie ich vermute), den Wolfgang in seinem Kommentar erwähnt, kenne ich ebenfalls sehr gut. Und es stimmt, dort herrscht eine wunderbare Stimmung wie in einem alten verwunschenen Park. Obwohl dort auch „gemässigt“ gejoggt und „picknickt“ wird, was dem Friedhof nichts an Würde nimmt. Ein schöner Artikel, Euer Artikel über die Friedhöfe. Ich dachte schon, ich sei alleine mit meinem Faible für „alte Friedhöfe“. Besondere Orte, zum Nachdenken, über das Leben, die Endlichkeit, und dass „Unsterblichkeit“ etwas mit „in Erinnerung bleiben“ und „Spuren in den Gedanken anderer Menschen hinterlassen“ zu tun hat. Ich mag auch den Brauch der südlichen Länder, ein Foto des Verstorbenen auf dem Grabstein zu verewigen.
    Übrigens in diesem Zusammenhang „1 Thing to do“ in Mailand: der „Cimitero Monumentale“. Herzliche Grüsse Petra.

    1. 1 THING TO DO says:

      Vielen Dank für den Kommentar und vor allem für den Tipp! 🙂
      Mailand steht definitiv auch auf der Liste der zeitlich gesehen nicht allzu fernen Ziele.

  9. Marieke says:

    Schwieriges Thema…. Finde es auch echt nervig wenn Touristen in normale Kirchen gehen( also normal=nicht touristisch).
    Hatte das mal in Heidelberg, da saß ne Frau und hat getrauert und ich war auch da um zu beten und dann kommen da so doofe chinesisch etouristen und knipsen doof rum. Das finde ich dann nicht so toll und ich glaube gegen einen spazierhang hat keiner was, aber wenn man auf einem normalen Friedhof anfängt Fotos zu knipsen, finde ich das irgendwie doof.
    Aber mir wurde auch schon gesagt, beim Mahnmal von 9/11 selfies zu machen wäre geschmacklos.
    Ich glaube also ein richtig oder falsch gibt es nicht, wär halt schön wenn trauernde nicht belästigt werden.

    1. 1 THING TO DO says:

      Es gibt auch ziemlich viele Leute, die das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, besser bekannt als Holocaust-Mahnmal, für fragwürdige Fotos missbrauchen. Auch darüber lässt sich streiten…

  10. Janine says:

    Toller Bericht! Ich finde Friedhöfe auch sehr interessant und besonders spannend, die Unterschiede oder eben auch Gemeinsamkeiten zu verschiedensten Friedhöfen auf der ganzen Welt zu entdecken! ZB die Höhlengräber von Madagascar, die Gräber in den Reisfelern Vietnams oder die bunten Gruften der Karibik…. es gibt immer was zu entdecken und solange man sich dort respektvoll verhält, finde ich da nicht gegen einzuwenden 😉

    1. 1 THING TO DO says:

      Danke für deinen Kommentar! Durchaus spiegeln Friedhöfe auch in gewisser Weise die Kultur und Religion der jeweiligen Menschen wieder. Ein wirklich spannendes Thema! 🙂

  11. sarahreist says:

    Witzig. Komme gerade von einem Friedhof zurück. Edinburgh. Derjenige, wo Joanne K. Rowling die Inspiration für die Namen her hatte. War gerade am Grab eines Thomas Riddel.
    Und: es wimmelt da nur so von Touristen. Da geht sogar eine gratis Stadttour los. Die Harry-Potter-Stadttour.

    1. 1 THING TO DO says:

      Nun gut, das ist ja dann nochmal eine ganz andere Qualität des Dark Tourism. 😀
      Aber vielen Dank für diesen coolen Fact! Das war uns gar nicht bewusst.

  12. dasblauegnu says:

    Total interessanter Artikel! Ich gehe auch gern auf Friedhöfe, besonders im Ausland. Das sind Orte, an denen so viel eingefangen ist von den Beziehungen zwischen Menschen und auch in einer Gesellschaft.
    Dark Tourism kannte ich noch gar nicht. Da werde ich gleich mal weiterlesen. Eine Erfahrung lässt mich nicht los: Vor Jahren war ich mal als Reiseleiterin mit einer Gruppe chinesischer Studenten im KZ Dachau und war total überfordert. Für uns ein Ort der Scham und der Betroffenheit. Für die Gruppe vom anderen Ende der Welt ein Ort für fröhliche Gruppenbilder. Darauf war ich damals so gar nicht vorbereitet…

    1. 1 THING TO DO says:

      Uh, echt heikles Thema. Wie ging der Besuch in der Gedenkstätte aus?

  13. Wolfgang Stoephasius says:

    Friedhöfe verraten oft mehr über die Menschen, als das persönliche Gespräch. Wenn immer es mir möglich ist besuche ich auf meinen Reisen einen Friedhof, ob ich dann fotografiere, das ist eine andere Geschichte. Übrigens ist auf Friedhöfen Leben und Tot auf engstem Raum zusammen. Ganz in der Nähe meiner Wohnung liegt der „Alte Nördliche Friedhof“. Seit wir den „neuen“ Nordfriedhof seit gut einhundert Jahren haben, finden da keine Bestattungen mehr statt. So finden sich dort Jogger, Sonnenanbeter, Brotzeitmacher und Spaziergänger ein. Und das alles in Harmonie! Schöne Grüße nach Berlin.

    1. 1 THING TO DO says:

      Danke für deinen Beitrag! 🙂
      Ein alter, zwar noch vorhandener, aber nicht mehr „aktueller“ Friedhof klingt ja auch spannend! 🙂

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