Social Media Tipps für Reiseblogs

Social Media Tipps für Reiseblogs also. Auch wir sind keine Profis in Sachen Social Media, wagen aber die Aussage: Wer behauptet, es gäbe ein Schema F für’s Social Web, der lügt. Vielmehr hängt die jeweilige Social Media Strategie von der Ausrichtung des jeweiligen Reiseblogs ab. Und diese sind bekanntlich verschieden. Geschrieben von Marc.

Social Media Tipps für Reiseblogs

Social Media Tipps für Reiseblogs: Warum?

Was bringt uns eigentlich in die Position, anderen Reiseblogs frecherweise Tipps für ihre Social Media Kanäle geben zu wollen? Um ehrlich zu sein: nicht viel. Aber irgendwie auch doch: Beruflich beschäftige ich mich als PR Manager tagtäglich mit dem Thema Social Media, allen voran in den Bereichen Lifestyle und Tourismus. Ein bisschen Praxiserfahrung sollte also unter Umständen vorhanden sein. 😉

Aus diesem Grund ergab es sich, dass ich Chris von Globesurfer.de anbot, ihm ein paar Fragen rund um’s Social Web zu beantworten. Bei dieser Gelegenheit wiederum kam mir die Idee, hieraus eine kleine Artikel-Serie über Social Media Tipps für Reiseblogs ins Leben zu rufen. Denn warum nicht seine Erfahrungen mit Anderen teilen?

Infografik Social Media

Eine gute Übersicht über die relevantesten sozialen Netzwerke, Stand Januar 2014. Quelle: Leverage Media

Social Media Tipps: Es gibt kein Schema F

Gleichzeitig bekomme ich aber auch etwas Bauchschmerzen, wenn es darum geht, anderen Reisebloggern Tipps für ihre Social Media Kanäle zu geben. Das hat mehrere Gründe:

Authentizität ist wichtiger als die beste Strategie. Ganz ehrlich: Würdest du einem Reiseblog folgen, bei dem von vorne bis hinten Alles durchgeplant ist? Der dich über penibel durchdachte Strategien ködern möchte, auf „Gefällt mir“ zu klicken? Wohl nicht. Zentrales Mantra also: Bleibe authentisch, in dem, was du tust. Und zwar wirklich.

Wir machen es auch nicht besser. Natürlich machen auch wir uns Gedanken über die Social Media Kanäle von 1 THING TO DO. Aber ganz ehrlich: Der Fokus liegt auf dem Blog. Wir betreiben ihn in unserer Freizeit. Nebenberuflich. Es bleibt schlichtweg keine Zeit, um zum Beispiel rund um die Uhr auf Twitter aktiv zu sein oder alle Ideen am Ende auch wirklich umzusetzen. Aber ist das ein Problem? Siehe Punkt eins.

Böse Standardisierung. Es gibt alleine in Deutschland tausende Reiseblogs. Viele von ihnen verfolgen ambitionierte Ziele, und doch unterscheidet sich – unter uns gesagt – die Mehrheit kaum voneinander. Leitfäden, eBooks oder Artikel wie dieser laufen leider Gefahr, diese Entwicklung zu manifestieren. Darum: Es gibt kein Schema F. Überprüfe genau, ob die Tipps zu deiner Idee passen. Niemand will austauschbare Social Media Profile sehen.

Das Test & Learn Prinzip. Ein bisschen paradox ist es schon. Wir alle nutzen soziale Netzwerke und scheinen intuitiv zu wissen, wie sie funktionieren. Gleichzeitig widmen sich ganze Agenturen der Kreation von Social Media Kampagnen. Viele Projekte jedoch scheitern. Ein Grund hierfür: Jede Facebook-Seite, jedes Twitter- und jedes Instagram-Profil ist anders zu führen. Sie bedürfen einer eigenen Strategie, oder besser, einem hohen Maß an Experimentiererei. Und Glück. Was einmal erfolgreich war, muss es auf Dauer nicht bleiben. Was bei dem einen Reiseblog gut ankommt, geht anderswo komplett unter. Daher: Mach‘ deine eigenen Erfahrungen und werte die Tipps von anderen lediglich als grobe Orientierung.

Social Media Tipps für Reiseblogs: Es wird konkret

Mit diesem unwohlen Gefühl im Hinterkopf kommen wir nun zu den konkreten Fragen von Chris.

Lohnen sich Hashtags auf Facebook?

Eher nicht. In der Vergangenheit gab es sogar Studien, nach denen die Reichweite von Facebook-Postings mit der Verwendung von Hashtags sinkt. Da sich die Rautezeichen auf Facebook im Vergleich zu Instagram und Twitter generell nicht durchgesetzt haben, könnten sie deine Facebook-Fans mitunter gar irritieren.

Wir persönlich nutzen Hashtags auf Facebook nur, um eigene Posting-Serien mit Schlagworten zu versehen, zum Beispiel über den Hashtag #reiseblogperle. Das macht es einfacher, eine Übersicht über alle entsprechenden Artikel zu bekommen.

Hashtags auf Facebook

Ein Beispiel für Hashtags auf der Facebook-Seite von 1 THING TO DO. Diese #reiseblogperle stammte aus dem Weltschaukasten von Tobias.

Was sind die Vor- und Nachteile von Pinterest für Reiseblogger?

Grundsätzlich: Als Blogger muss man nicht auf allen Hochzeiten tanzen. Jedes zusätzliche soziale Netzwerk bedeutet mehr Arbeit. Wenn man sich schon dazu entschließt, etwa ein Pinterest-Profil zu erstellen, dann sollte dieses auch entsprechend gepflegt werden. Aus diesem Grund gibt es von 1 THING TO DO auch keinen Pinterest-Account.

Nichtsdestotrotz ist Pinterest durch seine Bildlastigkeit natürlich wie gemacht ist für Reiseblogs. Auf Pinterest können eigene Reisebilder zu bestimmten Reisezielen oder -themen zusammen mit den Pins anderer User in Kollektionen („Pinnwände“) gesammelt werden. Pinterest inspiriert!

Als Nachteil empfinde ich zum einen die geringe Nutzerzahl in Deutschland. Es empfiehlt sich daher, den Account international auszurichten und auf Englisch anzulegen – bei englischsprachigen Reiseblogs durchaus eine wertvolle Ergänzung. Zum anderen bedarf Pinterest gerade anfangs sehr viel Zeitaufwand und Engagement, was besonders bei kleineren Blogs in keiner Relation zu den generierten Website-Klicks steht.

Übrigens: Diese Infografik zu Pinterest ist zwar nicht mehr ganz aktuell, aber noch immer ziemlich aufschlussreich.

Pinterest Sonne & Wolken

Ein schönes Beispiel, wie Pinterest deinen Reiseblog ergänzen kann: Der Account von Jana von Sonne & Wolken.

Was haltet ihr von automatisierten Social Media Postings, wie zum Beispiel der Integration von Facebook-Postings auf Twitter oder von Instagram-Bildern auf Facebook?

Bei dieser Frage trifft man sicherlich auf verschiedene Meinungen. Das ist unsere: Wir klicken auf Twitter nicht auf Instagram-Links. Außerdem ist es ziemlich nervig, auf Twitter verkürzte Facebook-Postings lesen zu müssen, die keinerlei Gehalt haben.

Daher bespielen wir unseren Facebook-, Twitter- und Instagram-Account mit individuellem Content. Das hat auch Zielgruppen-Gründe: Auf Facebook folgt uns die Allgemeinheit, auf Twitter folgen uns vor allem andere Reiseblogs. Unsere Social Media Tipps für Reiseblogs posten wir daher nicht auf Facebook, sondern nur auf Twitter. Außerdem: Auf Instagram ist die Followerschaft international. Deshalb posten wir dort auf Deutsch und Englisch, auf allen anderen Kanälen nur auf Deutsch.

Davon abgesehen: Ein nützliches Tool für die Planung von Social Media Postings ist Buffer. Dieser Dienst ist kostenlos und ermöglicht es, Beiträge nicht nur zu planen, sondern auch auf verschiedenen Kanälen gleichzeitig zu veröffentlichen. Wir nutzen Buffer allerdings aus oben genanntem Grund lediglich für Twitter.

Buffer Sharing Dienst

Mit dem Sharing-Dienst Buffer planst und teilst du Beiträge – wenn gewünscht – parallel via Facebook, Twitter, Google+ und Pinterest.

Was sind die besten Hashtags für Reiseblogger?

Hier muss man differenzieren. Ein Hashtag wie #reisen ist sehr allgemein gehalten, weshalb er theoretisch viele Menschen erreicht. Dadurch gehen die eigenen Inhalte jedoch in der Masse der Postings gerne einmal unter. Wir verwenden überwiegend die jeweiligen Destinationen als Hashtag, hinzu kommt gerne einmal #reiseblog, um als solcher entdeckt zu werden. Am Ende ist es aber auch hier eher eine Sache der persönlichen Erfahrung und der Meinung zu Hashtags generell.

Bei Betrieb mehrerer Seiten: Sollte man eigene Social Media Kanäle bündeln oder spezialisieren?

Das kommt ganz auf den jeweiligen Fall an. Im Falle von Chris – er betreibt zum Beispiel Globesurfer.de und backpacker-reise.de – würde ich auf den ersten Blick dazu tendieren, diese aufgrund der thematischen Nähe beider Plattformen im Social Web zu bündeln. Alles andere wäre aus unserer Sicht doppelter Aufwand, zumal sich beide Seiten wunderbar gegenseitig ergänzen. Die gebündelten Kanäle sollten dann jedoch idealerweise unter nur einer Dachmarke laufen.

Gibt es Best Practice Beispiele für Social Media Kanäle?

Ich beschränke mich an dieser Stelle einmal auf andere Reiseblogs. Für mich sollte ein Best Practice Case folgende Kriterien erfüllen:

  • Authentizität
  • Varietät von Link-, Foto- und Videopostings sowie von Eigen- und Fremdcontent
  • Hochwertige Bilder
  • Infotainment: Mischung aus Information und Entertainment, Mehrwert für den User
  • Eine lebendige Community
  • Wiedererkennungswert

Ich finde, die Kanäle der bekanntesten deutschen Reiseblogs, darunter Planet Backpack, JustTravelous oder Lilie’s Diary haben ihre hohen Follower-Zahlen gemessen an diesen Kriterien vollkommen verdient. Sie lohnen daher einen genauen Blick, um Inspiration für den eigenen Auftritt im Social Web zu erhalten. Aber nie vergessen: Bleibe du selbst.

Facebook JustTravelous

Kein Geheimtipp, aber ein wirklich gelungenes Profil: JustTravelous auf Facebook.

Weiterführende Links: Social Media Tipps für Reiseblogs

Hast auch du Fragen zum Thema Social Media? Dann zögere nicht, sie uns zu stellen und einen Kommentar zu hinterlassen! Wir nehmen sie gerne auf und beantworten sie dann in einer der nächsten Ausgaben unserer Social Media Tipps für Reiseblogs. In der zweiten Ausgabe geben wir Tipps, wie du mit wenig Aufwand deine Social Media Profile pflegst.

Reisen um zu reisen!
John & Marc

13 thoughts on “Social Media Tipps für Reiseblogs”

  1. Kathi says:

    Gute Tipps ihr beiden! Grade wenn man den Blog „so nebenbei“ betreibt, ist es ganz gut, mal einen Überblick zu haben, was sich rentiert, was eher nicht und wie man’s zeitsparend und effektiv machen kann :)
    Liebe Grüße,
    Kathi

    1. 1 THING TO DO says:

      Man könnte wohl ein ganzes Buch dazu schreiben… :) Liebe Grüße!

  2. swisstravelstory says:

    ein super Post. Für mich als Reisebloggerin im Anfangsstadium und nur als Hobby betrieben (habe einen Full-time Job) sehr interessant.
    Ich finde z.b. Reiseblogs, denen man es sofort ansieht, dass sie fast nur aus Sponsored Content bestehen einfach nur totlangweilig, weils mir nichts bringt. Oder wer kritisiert schon, wenn man einen Hotel-Aufenthalt geschenkt bekommt oder wenn man bezahlt wird, um für eine Firma zu texten?

    1. 1 THING TO DO says:

      Das sehen wir auch so… ich denke, viele können sich ungefähr vorstellen, welche Arbeit hinter so einem Blog steckt und daher geht es auch in Ordnung, wenn man mal etwas Werbung macht. Aber sie sollte eben inhaltlich zum Konzept passen…

      1. swisstravelstory says:

        natürlich ist es legitim. Auch ich werde künftig einige solcher Posts bringen. Dafür wird auf AdSense verzichtet. Aber sie sollten trotzdem einen Mehrwert für den Lesesr bieten, Inspirationen passend zum Thema.
        Grüsse

  3. Anni says:

    Ich habe zwar keine Reiseblog, freue mich aber dennoch über die Tipps und Tricks. Danke! Viele Grüße sendet Anni

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